Kameruner Ekeng stirbt auf dem Feld in Rumänien

Nationalspieler stirbt auf dem Platz

SID
Sonntag, 08.05.2016 | 13:33 Uhr
Patrick Ekeng brach ohne Fremdeinwirkung auf dem Spielfeld zusammen
© getty
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Die Fußball-Welt trauert um den kamerunischen Nationalspieler Patrick Ekeng: Der 26-Jährige vom rumänischen Erstligisten Dinamo Bukarest war am Freitagabend nach einem Herzanfall auf dem Platz verstorben. Die Polizei ermittelt wegen der Umstände von Ekengs Tod.

Die Trauer um Ekeng, dessen Schicksal auf tragische Weise an seinen beim Confederations Cup 2003 verstorbenen Landsmann Marc-Vivien Foe erinnert, war allenthalben groß. "In Momenten wie diesen wirken Worte überflüssig", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino: "Die Reaktionen auf seinen Tod, die ich bislang gelesen habe, zeigen, wie sehr Patrick Ekeng geschätzt wurde."

Der 18-malige rumänische Meister Bukarest hatte bereits am Freitag seine Trauer zum Ausdruck gebracht. "Wir werden dich immer lieben, Patrick Ekeng", hieß es auf seiner Facebook-Seite. Kameruns Nationalverband sprach in einer Mitteilung von einer Tragödie: "Kamerun und seine große Fußballfamilie sind in tiefer Trauer."

Daneben meldeten sich zahlreiche frühere und aktuelle Weggefährten des siebenmaligen Nationalspielers zu Wort. "Unsere kamerunische Fußballfamilie hat einen Bruder verloren. Ich kann es nicht fassen", twitterte Kameruns Nationalmannschafts-Kapitän Stephane Mbia. Der spanische Zweitligist FC Cordoba, von dem Ekeng erst im Januar nach Bukarest gewechselt war, teilte mit: "Es gibt kein Worte, die unsere Trauer ausdrücken könnten."

Die Polizei nimmt Ermittlungen auf

Bukarests Klub-Boss Ionel Danciulescu zeigte sich derweil geschockt: "Das ist ein Albtraum. Für mich, für die Mannschaft und für alle Fans ist das zu viel." Weil vor 16 Jahren während eines Freundschaftsspiels schon einmal ein Dinamo-Spieler verstorben war, wähnte Danciulescu sogar übernatürliche Kräfte am Werk: "Es ist, als wären wir verflucht." Das für kommenden Dienstag angesetzte Pokalfinale zwischen Bukarest und CFR Cluj wurde um eine Woche auf den 17. Mai verlegt.

Die Umstände von Ekengs Tod auf dem Spielfeld rufen derweil sogar die Polizei auf den Plan. Wie mehrere lokale Medien berichteten, nahmen die örtlichen Behörden Ermittlungen auf, weil es bei der medizinischen Versorgung des 26-Jährigen offenbar schwerwiegende Pannen gab.

So soll es laut den Berichten etlicher Augenzeugen mehrere Minuten gedauert haben, ehe Ekeng nach seinem Herzanfall notärztlich versorgt wurde, weil sich die zuständige Ärztin auf der Tribüne anstatt in der Nähe Spielfeldes befand. Zudem soll in dem für das Spiel bereitgestellten Krankenwagen entgegen der Vorschrift ein Defibrillator gefehlt haben.

"Der Fahrer des Krankenwagens kam ohne Arzt auf den Platz. Die Frau Doktor rauchte derweil eine Zigarette", sagte ein namentlich nicht genannter Fan der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Ärztin ein.

Nicht in medizinische Ausrüstung investiert

Die Profifußball-Gewerkschaft FIFPro und die rumänische Spielergewerkschaft AFAN übten heftige Kritik an den Erste-Hilfe-Maßnahmen. Es sei zwar noch "zu früh, um Schlussfolgerungen aus diesem tragischen Unfall zu ziehen", doch es sei "klar, dass rumänische Klubs eine lange Vorgeschichte bei Versäumnissen im medizinischen Bereich haben", hieß es in einem Statement.

AFAN erklärte, dass ein Verein pro Partie lediglich rund 400 Euro aufwenden müsse, um seine medizinische Ausrüstung für Notfälle auf Stand zu halten. Dies habe man nach vorherigen Unglücksfällen bereits angemerkt, ohne dass die Vereine investiert hätten. "Wir müssen das Ergebnis der Autopsie abwarten. Aber es ist möglich, dass 400 Euro das Leben von Patrick Ekeng gerettet hätten", sagte der AFAN-Vorsitzende Emilian Hulubei.

Ekeng war im Liga-Heimspiel am Freitag gegen den FC Viitorul Constanta in der 63. Spielminute eingewechselt worden und nur sieben Minuten darauf ohne Fremdeinwirkung zusammengebrochen. Anschließend wurde der Mittelfeldspieler ins Krankenhaus eingeliefert. "Lebensrettende Maßnahmen wurden eineinhalb Stunden lang ohne Erfolg durchgeführt", sagte Dinamos Mannschaftsarzt Liviu Paltinean.

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