Blitzlichter aus Europa

Das perfekte Dinner mit Messi

Von Oliver Mehring / Oliver Birkner
Montag, 02.05.2016 | 19:29 Uhr
Messi macht auch als Koch eine super Figur
© getty
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Es geht romantisch zu bei den Blitzlichtern und Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Das ist ein Auftrag für Lionel Messi, der auch in Leicester seiner Leidenschaft nachgehen könnte. Denn auf der Insel werden mal wieder alle Vorurteile bestätigt. Derweil geht Cristiano Ronaldo fremd und in Mailand freut sich Felipe Melo, dass er niemanden um die Ecke bringen muss.

Serie A

von Oliver Birkner

Helden des Spieltags

Der 1. Mai geriet auch zum fußballerischen Feiertag in Mailand. Milan kam zu einem 3:3 gegen Frosinone und Inter verlor 0:2 bei Lazio. Zum Glück sieht das San Siro mit dem Champions-League-Finale Ende Mai in dieser Saison wenigstens einmal echten Calcio. Der AC schaffte es in den vergangenen drei Partien tatsächlich, zwei Punkte aus den Duellen gegen Carpi, Hellas und Frosinone zu sammeln, und Europapokal-Rang sechs an Sassuolo abzutreten. Die Provinz lässt grüßen. "Wir sind zur Witzfigur Europas geworden und animieren nicht einmal mehr zum Lachen", wütete einer der Kleinaktionäre auf der Mitgliederversammlung. Zum Schmunzeln reicht es noch bei aktuell vier Trainern auf der Gehaltsliste (Seedorf, Inzaghi, Mihajlovic, Brocchi) und großartigen Strategien wie monatelang kostenintensiv um die Ausschreibung für den Bau einer neuen Arena im Messebereich der Stadt zu kämpfen, den Zuschlag zu erhalten, und das Projekt kurz darauf wieder fallenzulassen. Wenigstens machte Patron Silvio Berlusconi mit der Entlassung von Sinisa Mihajlovic alles richtig und genießt nun den Traumfußball von seiner Koryphäe Cristian Brocchi (fünf Zähler aus vier Spielen). "Ich habe eine Steigerung gesehen, denn wir hatten über 20 Torchancen", fabulierte der 40-Jährige. So so. Die Tifosi sahen das etwas anders. "Jede Woche wird unser Trikot brutaler vergewaltigt, basta!" zürnte ein Fan unter dem Hashtag "saveacmilan". Ein Plakat auf den leeren Rängen forderte: "Game Over! Insert Coin!" Der traurigste Anhänger auf der Tribüne hatte das Desaster erahnt und zeigte kurz vor Spielschluss grimmig sein Opus in die Kameras: "Gestern hatte meine Frau keine Lust, dafür wurde ich heute wieder von euch gefickt. Grazie Milan!" Ein Nachmittag, an dem Helden geboren wurden.

Auftragskiller des Spieltags

Wenige Stunden darauf gesellte sich die Internazionale humorlos in die Mailänder Villa Kunterbunt. "Ich muss dem Fußball danken, ansonsten wäre ich in den Favelas ein Auftragskiller geworden", hatte Felipe Melo wenige Tage vor dem Kick bei Lazio erzählt. Den Instinkt hat der Brasilianer offenbar nicht verloren, denn während der Partie geriet er mit Banknachbar Alex Telles in einen hitzigen Disput, den Melo per zweier Fausthiebe für sich entschied. Derartigen Verve hätten die Kollegen auf dem Rasen gut vertragen können. In der Rückrunde kassierte Inter auf neun Reisen Niederlage Nummer fünf bei lediglich einem Sieg. "Wir waren Mitleid erregend wie Angsthasen. Die schlechteste Leistung aller Zeiten. Im Grunde müsste man auf dem Mercato den gesamten Kader austauschen", zürnte Coach Roberto Mancini. Oder den Trainer.

Und sonst?

Muss ein Trainer denn überhaupt noch auf der Bank sitzen? Scheinbar nicht. Lazios Simone Inzaghi wurde in Minute 53 wegen Protestierens auf die Tribüne verwiesen und fand zunächst kein Mittel, seine geforderten Wechsel an den Spielfeldrand zu übermitteln. Er klappte schließlich von der Ehrentribüne per WhatsApp. Fußball 2.0 hat nun auch Italien erreicht.

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