Montag, 09.05.2016

Blitzlichter aus Europa

Freibier dank STRG + V!

Ein Hoch auf Leicester-Boss Vichai Srivaddhanaprabha! Die fleischgewordene Tastenkombination versüßt die Meisterschaft der Foxes. In Italien verneigt man sich vor zwei Göttern, wischt sich jedoch auch eine Träne aus dem Augenwinkel. Spanien hingegen wird schwäbisch.

Und alle Leicester-Fans so: "Freibieeeeerr!"
© getty
Und alle Leicester-Fans so: "Freibieeeeerr!"

Serie A

von Oliver Birkner

Gott des Spieltags: Der Calcio-Day avancierte zum Feiertag auf drei Bühnen. Standesgemäß wurde natürlich zuerst der König mit Ovationen bedacht. Beim 3:0 über Chievo betrat Francesco Totti in Minute 59 den Platz und kam zu seinem 600. Serie-A-Einsatz, Rang drei in der ewigen Bestenliste hinter Paolo Maldini (647) und Javier Zanetti (615). Ein phänomenales Triumvirat der Treue. Die unzähligen Plakate und Sprechchöre trieben dem Capitano auf der anschließenden Ehrenrunde dann doch Tränen in die Augen. "Man schreibt Totti und liest Rom", "Du bist unvergleichbar, unvergänglich, du bist der Calcio", "Auf ewig mein Kapitän", "The King of Rome is not dead", "Hong Kong unterstützt Totti", "Gott existiert - er heißt Totti" - letzteres Transparent dürfte auch dem zweitwichtigsten Francesco in Rom gefallen haben.

Nebenher lieferte der 39-Jährige einen entzückenden Assist zum 3:0-Endstand und bilanziert aus den vergangenen fünf Partien in 86 Einsatzminuten vier Toren und eine Vorlage. Kann sich sehen lassen. Laut Umfrage der "Gazzetta dello Sport" würden ihn rund 70 Prozent der Tifosi mit zur Euro nehmen. Totti als Edeljoker in Frankreich, das hätte irgendwie was. Für einige Tage hatte Totti den Thron übrigens zwangsläufig zu teilen. Immerhin wurde auch einem anderen Lokalmatador gedacht und Claudio Ranieri in seinem Viertel Testaccio mit "Forza Leicester - der Sohn der Wölfin hat England erobert" gefeiert. So viel Zeit muss sein.

Geklonter Vizebürgermeister des Spieltags: Am Abend hieß es dann letztmalig, wer hat da am Ohr gedreht. In der abschließenden Partie seiner Karriere traf Luca Toni gegen Juventus den Pfosten und netzte einen Elfmeter per Lupfer zur Führung. "Das war mein schönstes Tor, weil es das allerletzte war - der Geruch des Rasens und die Fans werden mir ab heute definitiv fehlen. An den Trainerschein denke ich aber nicht, denn alle meine Ex-Kollegen sind auf der Bank in einer Saison um fünf Jahre gealtert", sagte Toni.

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Das wäre mit bald 39 kein vorteilhafter Plan. Seit dem Profidebüt 1994 beim Drittligisten Modena gelangen Toni 324 Treffer für Klub und Nationalelf (157 in der Serie A). Insgesamt krönte er sich vier Mal zum Torschützenkönig, 2015 mit 38 Jahren zum ältesten der Serie-A-Geschichte. Am Sonntag gegen 22.30 Uhr gab es die letzten Salu-Toni und die Kurve forderte unter anderem "Klont ihn!" und "Macht ihn sofort zum stellvertretenden Bürgermeister!" Womöglich wertvolle Ideen für seine anstehende Freizeit.

Und sonst? Der Nachfolger des letztjährigen Top-Torjägers ist derweil bereits gefunden. Gonzalo Higuain schoss in Partie Nummer 34 sein 33. Tor - eine infernale Quote, bedenkt man, dass zuletzt Antonio Angelillo (Inter) vor 57 Jahren 33 Mal traf. Kommenden Sonntag nimmt der Argentinier Anlauf zum ewigen Rekord der eingleisigen Serie A seit 1929: Den hält Milans Gunnar Nordahl mit 35 Toren (1949/50). Noch ein Hattrick gegen Absteiger Frosinone und Napoli darf Champions League und eine Fabel-Bestmarke feiern.

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Oliver Birkner / Frank Oschwald

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