"Wirklich ein echter Pimmelkopp"

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald
Montag, 14.03.2016 | 16:45 Uhr
Steht auf die abgewandelte Form der Beatles: Napoli-Coach Sarri (r.)
© getty

In Italien geht's mal wieder vulgär zu. Während Neapel-Coach Sarri seine Spieler mit "echten Pimmelköpfen" vergleicht, geht's bei Milan um das Geschlecht von Mario Balotelli. Die Engländer haben ganz andere Probleme: Ein Fanjubel verursacht ein Erdbeben und Charlton Athletic wird zu Grabe getragen. Ronaldo hat indes - wissenschaftlich belegt - nur vier Freunde im Real-Kader.

Serie A

von Oliver Birkner

Rosenborg des Spieltags: Maurizio Sarri kümmerte sich bei der Bank einst um Wechselkurse, auf der wahren Bank an der Seitenlinie fungiert der Napoli-Coach mittlerweile als Antreiber der Juventus-Meisteraktien. Verglich er die Turiner vergangene Woche noch mit Eddy Merckx, griff Sarri am Wochenende zu einer neuen Kampagne. Er untersagte seinen Spielern das TV-Erlebnis Juve gegen Sassuolo und mahnte: "Wer sich das aus meinem Team ansieht, ist wirklich ein echter Pimmelkopp. Leute in dem Alter sollten an einem Freitagabend Spannenderes vorhaben, denn Juve gewinnt ohnehin immer. Wir sind von Juventus ungefähr so weit entfernt, wie die Turiner von Barcelona." Na ja, drei Punkte scheinen irgendwie noch aufholbar.

Geht es nach dem unumstritten großen Lehrmeister Arrigo Sacchi, trennt Juve von den Granden in Europa in etwa der Grand Canyon. Die Bianconeri seien wie Rosenborg, erzählte der ehemalige Milan-Trainer - in der Heimat in Serie gewinnen, international nichts erreichen. Rosenborg gewann übrigens Ende 1996 mal 2:1 im San Siro und eliminierte den AC aus der Champions League. Auf der Bank saß Sacchi. Wie dem auch sei, wenn tatsächlich Rosenborgs Brüder anreisen, sollten die Bayern am Mittwoch auf geringfügige Probleme stoßen.

Superminchia des Spieltags: Nur noch wenige Monate, dann hat Milan ein Problem weniger und Jürgen Klopp eines mehr. Leiharbeiter Mario Balotelli wird im Sommer sehr wahrscheinlich wieder nach Liverpool ziehen, wo er zum Ärger der Reds noch einen Kontrakt bis 2017 hält. Zwei Ligatore und reichlich Stretching auf der Bank bilanziert Balotelli seit Sommer 2014. Zum Glück, denn das Palaver um "Supermario", oder "Superminchia" wie er in abwertender Anlehnung an das männliche Geschlechtsorgan vielerorts umgetauft wurde, rasselt ja stets lauter, wenn er nicht spielt.

Im Grunde spielte Balotelli zuletzt auch nicht, wenn er ausnahmsweise auf dem Platz stand und deutlich weniger Meter als beim Gang ins Bad abschlenderte. "Wir hatten uns mehr von Mario erwartet", knirschte Manager Adriano Galliani am Sonntag. Tatsächlich? Coach Sinisa Mihajlovic diagnostizierte indes: "Ich vertraue ihm eine Aufgabe an, die er ein Mal befolgt, danach aber sofort wieder vergisst. Mario hat ein Kopfproblem, das nur er abstellen kann. Vielleicht sollte er sich einige Partien von Mandzukic anschauen." Bald ist es überstanden und Liverpool hat endlich seine "Superminchia" wieder.

Und sonst? Nach dem 1:0 über Sassuolo zog Juve-Kapitän Buffon mit 926 Minuten ohne Gegentor an Dino Zoff vorbei auf Rang der zwei der ewigen Rekordliste. Dem 38-Jährigen fehlen lediglich vier Minuten zur absoluten Bestmarke, die Milans Sebastiano Rossi hält (929 Minuten, Saison 1993/94). Das sollte trotz des anstehenden heißen Stadtderbys durchaus zu schaffen sein.

Zoff gratulierte artig, denn ihm bleiben immerhin noch zwei Rekorde, die unschlagbar scheinen: Zwischen 1972 und 1983 setzte er keine Woche aus und absolvierte 332 Ligapartien in Folge. Von September 1972 bis Juni 1974 blieb Dino Nazionale bei den Azzurri 1134 Minuten ohne Gegentreffer - das gelang bis dato keinem anderen Nationalkeeper. Die Serie endete übrigens gegen das Granatenteam aus Haiti.

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