Freitag, 22.01.2016

Einsatz schon bei EURO 2016

UEFA führt Torlinientechnik ein

Bei der Europameisterschaft 2016 kommt eine Torlinientechnik zum Einsatz. Das entschied das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union am Freitag in Nyon.

In der Königsklasse soll die Technik ab der Play-off-Phase zum Einsatz kommen
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In der Königsklasse soll die Technik ab der Play-off-Phase zum Einsatz kommen

Die UEFA sagt "oui" zur Torlinientechnik: Bereits während der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wird das Hilfsmittel für die Schiedsrichter zum Einsatz kommen, ab der kommenden Saison werden auch die Tore in der Champions League überwacht. Das entschied das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union in Nyon - den Weg frei gemacht hatte augenscheinlich auch die Sperre gegen "Technikverweigerer" Michel Platini. Der Systemlieferant steht noch nicht fest.

"Wir haben uns einstimmig dafür entschieden", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino am Freitag: "Das wird jeden Zweifel über die Frage nach Tor oder Nicht-Tor beseitigen. Wir müssen in die Zukunft schauen."

In der Bundesliga kommt seit der laufenden Saison das britische Kamerasystem "Hawk Eye" zum Einsatz, bei der WM 2014 in Brasilien hatte der Weltverband FIFA das deutsche GoalControl-System eingesetzt. Auch in England, Italien (beide Hawk Eye) und Frankreich (GoalControl) wurde die technische Unterstützung bereits eingeführt. Die UEFA hatte bislang lediglich auf zusätzliche Referees hinter den Toren gesetzt - vor allem, weil der für acht Jahre suspendierte Präsident Platini das so wollte.

Immer wieder hatte der Franzose die Einführung blockiert, er verwies auf die hohen Kosten ("Wir haben 80 Spielorte in ganz Europa") und verteidigte stets "seine" zusätzlichen Schiedsrichter. Der Sinn der Torrichter an den beiden Strafräumen wird aber immer wieder hinterfragt. Kurioserweise hatte die UEFA unter der Woche noch versucht, Platini als Revolutionär zu positionieren.

Auch in Champions League soll die Technik eingeführt werden

"Vor mehr als einem Jahr hat UEFA-Präsident Michel Platini vorgeschlagen, dass wir die Möglichkeit untersuchen sollten, wie Torlinientechnologie und zusätzliche Schiedsrichter Seite an Seite zusammenarbeiten, um die Ergebnisse auf dem Platz zu verbessern", sagte UEFA-Schiedsrichterboss Pierluigi Colina: "Herr Platini hat uns damals gesagt, dass die Meinung der Schiedsrichterkommission entscheidend sein wird, ob die Torlinientechnologie bei UEFA-Wettbewerben eingesetzt wird, und er hat offiziell gesagt, dass er immer offen war für die Idee der Torlinientechnologie, wenn die Schiedsrichter das Gefühl haben, dass das eine gute Lösung ist."

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In der Königsklasse 2016/17 soll die Technik ab der Play-off-Phase den Schiedsrichtern helfen, ein Einsatz in der Europa League ab der Saison 2017/18 werde zudem geprüft, teilte die UEFA am Freitag mit. "Wir schauen uns jetzt an, wie wir die Technik einsetzen", sagte Infantino.

Die aktiven Unparteiischen gelten längst als Verfechter der Technik. "Ich habe seit Jahren betont, dass wir Schiedsrichter die Torlinientechnik befürworten. Darüber hinaus waren die Erfahrungen bei der WM in Brasilien äußerst positiv", hatte Schiedsrichter Felix Brych, der den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auch in Frankreich vertreten wird, zuletzt geäußert. In Deutschland hatte Brych die Diskussion über das technische Hilfsmittel mit dem zu Unrecht gegebenen "Phantomtor" von Bayer Leverkusens Stefan Kießling im Jahr 2013 ausgelöst.


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