Klubs lassen Spieler nicht nach Rio

SID
Dienstag, 12.01.2016 | 12:11 Uhr
Im Maracana wird das Finale des olympischen Fußballturniers stattfinden
© getty
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Die NOlympia-Bewegung hat die Bundesliga erreicht: Einige Klubs wollen nur eine einheitliche und vor allem geringe Anzahl von Profis für das Turnier in Rio de Janeiro abstellen. Dabei haben die Vereine alle Argumente auf ihrer Seite. Wie die FIFA dem SID bestätigte, besteht im Gegensatz zu früheren Olympia-Turnieren keine Abstellungspflicht.

Der Kampf um die Medaillen wird von der FIFA nur noch als Jugendturnier eingestuft und steht deshalb nicht im offiziellen Kalender des Weltverbandes. Die FIFA wolle zwar auf die Klubs einwirken, um die besten Spieler an den Start zu bringen, ein Entgegenkommen der Vereine ist allerdings komplett freiwillig.

Da sich die FIFA aufgrund des Korruptionsskandals derzeit in einer schwachen Position befindet, dürften die Klubs keinerlei Druck von dieser Seite verspüren. Die Sportchefs Rudi Völler (Bayer Leverkusen) und Max Eberl (Borussia Mönchengladbach) haben wohl auch deshalb die Diskussion um die Abstellungen angestoßen.

"Es darf dann nicht so sein, dass einige Klubs vier Profis abstellen und andere gar keinen", sagte Völler der Rheinischen Post. "Es gibt Gedankenspiele, die Abstellungen der Spieler pro Verein zu limitieren - und zwar unabhängig von ihrer Nationalität", äußerte Völler: "Ob das ein oder zwei Spieler sein werden, kann ich noch nicht sagen. Das wird demnächst geklärt. Das Wichtigste aus Sicht der Vereine ist, dass es ein Limit geben wird."

"Entscheidend, dass alle gleich betroffen sind"

Auch Eberl sprach sich für eine einheitliche Lösung aus: "Entscheidend ist, dass wir alle gleich betroffen sind. Wir sind in guten Gesprächen mit dem DFB." Die neue FIFA-Regelung könnte sich dennoch negativ für das deutsche Team von Trainer Horst Hrubesch auswirken. Der DFB hofft allerdings nach wie vor darauf, mit der bestmöglichen Mannschaft an den Start gehen zu können.

"Wir befinden uns in guten Gesprächen mit den Vereinen und Ligavertretern und diskutieren gemeinsam über eine vernünftige Lösung unter Berücksichtigung aller Bedürfnisse", sagte DFB-Sportdirektor Hansi Flick auf SID-Anfrage: "Ich bin davon überzeugt, dass wir ein für alle Seiten zufriedenstellendes Ergebnis erzielen werden."

So sieht es auch Hrubesch. "Grundsätzlich haben wir alle doch ein gemeinsames Ziel: Wir wollen, dass Deutschland mit den besten Spielern nach Brasilien fährt und bei der ersten Teilnahme an Olympischen Spielen nach so langer Zeit auch so erfolgreich wie möglich sein wird", sagte der Coach dem SID.

Vorbereitung und Pokal wären betroffen

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ergänzte im Trainingslager von Borussia Dortmund in Dubai: "Wir haben noch keine abschließende Willensbildung. Wir gucken da auch nicht, was andere sagen, wir werden irgendwann eine eigene Meinung haben und darüber informieren." Gleichzeitig stellte der Geschäftsführer aber klar: "Ich halte da nichts von. Wenn man professionell Fußball spielt, gibt es größere Events als Olympia. Wenn einer sagt, ich habe Spaß daran und bin noch nicht überfordert, ist das in Ordnung."

Neben der Vorbereitung auf die kommende Saison ist auch die erste Hauptrunde des DFB-Pokals (19. bis 22. August) von Olympia betroffen. Sie findet am Final-Wochenende von Rio statt.

Um eine Terminkollision mit dem Ligastart zu vermeiden, hatte der DFB im Dezember den Auftakt in die kommende Spielzeit auf das letzte August-Wochenende gelegt. Das hat zur Folge, dass der Herbstmeister erst im Januar 2017 gekürt wird.

Bei den Frauen gibt es im Übrigen keine Diskussionen. Da das Turnier im Frauenbereich einen wesentlich höheren Stellenwert als bei den Männern genießt, gehen die besten Mannschaften an Start - auch der zweimalige Weltmeister Deutschland ist qualifiziert. Deshalb beginnt die Frauen-Bundesliga erst am ersten September-Wochenende.

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