Dienstag, 12.01.2016

Lahm kritisiert Ballon d'Or

"Über Facebook wäre zeitgemäß"

Philipp Lahm schießt in seiner Goal-Kolumne scharf gegen den Ballon d'Or. Er kritisiert ein Social-Media-Phänomen und stellt den Sinn der Wahl infrage. Die Marketing-Dominanz stört ihn besonders.

Philipp Lahm hat die Weltfußballer-Wahl kritisiert
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Philipp Lahm hat die Weltfußballer-Wahl kritisiert

"Wie wäre es, wenn wir die Kandidaten für den FIFA Ballon d'Or im kommenden Jahr über Facebook wählen? Das wäre zeitgemäß", bemängelt Lahm, der weiter ausführt: "Das Ergebnis wäre mit großer Wahrscheinlichkeit dasselbe, wie über den momentanen Modus. Die aktuelle Top-3 dort heißt: Cristiano Ronaldo 108 Millionen Fans, Lionel Messi deutlich über 81 Millionen und Neymar Jr. mit 54 Millionen Followern."

Auch wenn er klarstellt, dass er den drei Finalisten die Nominierung gönne und diese zurecht ausgewählt worden sein, hinterfragt Lahm den eigentlichen Sinn der Wahl: "Wenn in 209 Ländern Nationaltrainer, Nationalmannschafts-Kapitäne und ausgewählte Journalisten aus einer Vorauswahl den Weltfußballer bestimmen, bin ich überzeugt, dass sich die wenigsten trotz ihrer Kompetenz intensiv damit auseinandersetzen. [...] Man bleibt bei den bekanntesten Namen hängen, bei den Spielern, zu denen man sofort Bilder und Aktionen im Kopf hat, die auf und neben dem Platz präsent sind. Man wählt die "sichtbarsten" Spieler."

"Sollte kein Marketingpreis sein"

Von Loddar bis Messi: Die Weltfußballer seit 1991
Seit 1991 kürt die FIFA offiziell den Weltfußballer des Jahres. Den Anfang machte Lothar Matthäus, damals in Diensten von Inter
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Seit 1991 kürt die FIFA offiziell den Weltfußballer des Jahres. Den Anfang machte Lothar Matthäus, damals in Diensten von Inter
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1992 krönte sich Marco van Basten vom AC Milan zum besten Spieler des Planeten
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1992 krönte sich Marco van Basten vom AC Milan zum besten Spieler des Planeten
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Auch 1993 kam der Weltfußballer von einem italienischen Verein: Roberto Baggio von Juventus Turin
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Auch 1993 kam der Weltfußballer von einem italienischen Verein: Roberto Baggio von Juventus Turin
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Brasilien wurde 1994 Weltmeister, der Barca-Stürmer Romario traf fünf Mal und wurde zum besten Spieler der Welt gewählt
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Brasilien wurde 1994 Weltmeister, der Barca-Stürmer Romario traf fünf Mal und wurde zum besten Spieler der Welt gewählt
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Der bisher einzige Weltfußballer aus Afrika. George Weah zauberte für Paris St. Germain und wechselte dann zum AC Milan
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Der bisher einzige Weltfußballer aus Afrika. George Weah zauberte für Paris St. Germain und wechselte dann zum AC Milan
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1996 wechselte Ronaldo vom PSV Eindhoven zum FC Barcelona und wurde als bester Spieler der Welt ausgezeichnet
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1996 wechselte Ronaldo vom PSV Eindhoven zum FC Barcelona und wurde als bester Spieler der Welt ausgezeichnet
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Ein Jahr später wiederholte Ronaldo das Kunststück, mittlerweile im Trikot von Inter Mailand
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Ein Jahr später wiederholte Ronaldo das Kunststück, mittlerweile im Trikot von Inter Mailand
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1998 schoss Zinedine Zidane Frankreich zum Weltmeistertitel und wurde zum ersten Mal zum Weltfußballer gewählt
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Rivaldo vom FC Barcelona wurde der letzte Weltfußballer des vorigen Jahrtausends
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Nach einem Jahr Pause setzte sich Zinedine Zidane 2000 wieder die Krone des besten Fußballers auf
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Luis Figo bekam den Ballon d'Or 2001 von Real Madrid-Legende Alfredo di Stefano (M.) überreicht
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Die letzte Sternstunde von Il Fenomeno. Ronaldo machte Brasilien 2002 zum Weltmeister und sich zum dritten Mal zum Weltfußballer
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2003 war Zinedine Zidane mal wieder nicht zu stoppen. Der Franzose wurde zum dritten Mal als Weltfußballer ausgezeichnet
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2004 ist das Jahr von Ronaldinho. Der Barca-Star führte die Katalanen zum ersten Meistertitel seit 2000
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Ronaldinho verteidigte 2005 seinen Titel. Nach einem fantastischen Auftritt im Bernabeu bejubelten ihn sogar die Fans von Real Madrid
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Als einziger Abwehrspieler schaffte es Fabio Cannavaro 2006 in die Phalanx. Auch dank seiner überragenden Leistungen wurde Italien Weltmeister in Deutschland
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2007 gab es zwei große Titel für Kaka. Mit Milan gewann er die Champions League und er selbst die Wahl zum Weltfußballer
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Cristiano Ronaldo freute sich 2008 über die Trophäe für den Weltfußballer
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Cristiano Ronaldo freute sich 2008 über die Trophäe für den Weltfußballer
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Sechs Titel in einem Jahr waren Grund genug: Lionel Messi wurde Weltfußballer des Jahres 2009
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Sechs Titel in einem Jahr waren Grund genug: Lionel Messi wurde Weltfußballer des Jahres 2009
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2010 verteidigte der Dribbelkünstler aus Argentinien trotz enttäuschender WM seinen Titel
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Und auch 2011 war er der alles überragende Mann: Messi gewinnt zum dritten Mal in Folge den "FIFA Ballon d'Or"
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Und auch 2011 war er der alles überragende Mann: Messi gewinnt zum dritten Mal in Folge den "FIFA Ballon d'Or"
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Der vierte Streich hintereinander! Auch 2012 führt kein Weg am 91-Tore-Mann aus Argentinien vorbei.
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Der vierte Streich hintereinander! Auch 2012 führt kein Weg am 91-Tore-Mann aus Argentinien vorbei.
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Die fünfte Auszeichnung in Folge verhinderte Cristiano Ronaldo 2013 mit beeindruckenden 69 Toren
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Erfolgreiche Titelverteidigung: Ronaldo wird auch 2014 Weltfußballer - mit 62 Toren in 62 Spielen
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Erfolgreiche Titelverteidigung: Ronaldo wird auch 2014 Weltfußballer - mit 62 Toren in 62 Spielen
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2015 war dann wieder Lionel Messi dran und erhielt seinen fünften Ballon d'Or
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2015 war dann wieder Lionel Messi dran und erhielt seinen fünften Ballon d'Or
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Dadurch sei die eigentliche Bedeutung des Ballon d'Or verloren gegangen: "Am Ende ist es durch dieses Verfahren eine Weltstürmerwahl geworden. Das ist nicht meine Perspektive als verbitterter Defensivspieler, sondern die neutrale und unverrückbare Aussage der Statistik", so Lahm: "Ich denke, wenn der Weltfußballverband einen Preis vergibt, sollte es kein Marketingpreis sein, der ausschließlich die Hauptdarsteller in einer medialisierten Fußballwelt auszeichnet."

Für zukünftige Wahlen bringt er Alternativ-Vorschläge an: "Vielleicht sollte in einer Teamsportart überhaupt kein einzelner Spieler prämiert werden. Sondern, neben der Bestimmung der Weltauswahl, zumindest vier Einzel-Preise vergeben werden - um Torwart, Abwehrspieler, Mittelfeldspieler und Stürmer nicht in einen Topf zu werfen. Denn DEN Welt-FUßBALLER gibt es in meinen Augen nicht."

Philipp Lahm im Steckbrief

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