"FCB ist nicht auf Talente angewiesen"

Dienstag, 16.02.2016 | 11:00 Uhr
Lukas Raeder wechselte 2014 vom FC Bayern zu Vitoria Setubal
© imago
Advertisement
NFL Draft
Fr27.04.
Wo landet der deutsche Wide Receiver?
Championship
Derby County -
Cardiff
J1 League
Kashima -
Kobe
Super Liga
Roter Stern -
Cukaricki
Ligue 1
Caen -
Toulouse
DBU Pokalen
Bröndby -
Midtjylland
Copa Libertadores
Cruzeiro -
Univ de Chile
A-League
Newcastle Jets -
Melbourne City
First Division A
Genk -
Brügge
Championship
Fulham -
Sunderland
Ligue 1
Montpellier -
St. Etienne
Primera División
Levante -
FC Sevilla
J1 League
Kobe -
Kawasaki
A-League
FC Sydney -
Melbourne Victory
Primera División
Espanyol -
Las Palmas
Premier League
Liverpool -
Stoke
CSL
Guangzhou Evergrande -
Jiangsu
Championship
Aston Villa -
Derby County
Premier League
Huddersfield -
Everton
Primera División
Real Sociedad -
Bilbao
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Ligue 1
Lyon -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Chievo Verona
Championship
Middlesbrough -
Millwall
Premier League
Swansea -
Chelsea
Primera División
Real Madrid -
Leganes
Primeira Liga
Benfica -
Tondela
Ligue 1
Bordeaux -
Dijon
Ligue 1
Lille -
Metz
Ligue 1
Monaco -
Amiens
Ligue 1
Strassburg -
Nizza
Ligue 1
Troyes -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Leicester (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Celta Vigo
Serie A
Inter Mailand -
Juventus
Premier League
Southampton -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Burnley -
Brighton (Delayed)
Primera División
Getafe -
Girona
Serie A
Crotone -
Sassuolo
Premiership
Celtic -
Rangers
Eredivisie
Feyenoord -
Sparta
Ligue 1
Rennes -
Toulouse
Serie A
Sampdoria -
Cagliari
Serie A
Atalanta -
CFC Genua
Serie A
Bologna -
AC Mailand
Serie A
Hellas Verona -
SPAL
Serie A
Benevento -
Udinese
Premier League
West Ham -
Man City
Super Liga
Napredak -
Roter Stern
Primera División
Alaves -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
Marseille
Premier League
Man United -
Arsenal
Superliga
Bröndby -
Nordsjälland
Serie A
Florenz -
Neapel
Primera División
Valencia -
Eibar
Primeira Liga
Maritimo -
FC Porto
Primera División
La Coruna -
FC Barcelona
Serie A
FC Turin -
Lazio
Ligue 1
PSG -
Guingamp
Premier League
FK Krasnodar -
Lok Moskau
Premier League
Tottenham -
Watford
Primera División
Real Betis -
Malaga
Copa Libertadores
Nacional -
Santos
J1 League
Kobe -
FC Tokyo
1. HNL
Slaven Belupo -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
PSG
Premier League
Brighton -
Man United
Primera División
FC Sevilla -
Real Sociedad
Primera División
Girona -
Eibar
Premier League
Stoke -
Crystal Palace
CSL
Guangzhou R&F -
Shanghai Shenhua
Premier League
Lok Moskau -
Zenit
Premier League
West Bromwich -
Tottenham
Primera División
Bilbao -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Hellas Verona
Premier League
Everton -
Southampton
Primera División
Celta Vigo -
La Coruna
Premier League
Leicester -
West Ham (DELAYED)
Primera División
Villarreal -
Valencia
Serie A
Juventus -
Bologna
Primeira Liga
Sporting -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Swansea (Delayed)
Premier League
Watford -
Newcastle (Delayed)
J1 League
Hiroshima -
Kobe
Primera División
Málaga -
Alavés
Serie A
Udinese -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Huddersfield
Ligue 1
St. Etienne -
Bordeaux
Serie A
Lazio -
Atalanta
Serie A
SPAL -
Benevento
Serie A
Chievo Verona -
Crotone
Serie A
CFC Genua -
Florenz
Serie A
Neapel -
FC Turin
Ligue 1
Lyon -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Monaco
Ligue 1
Dijon -
Guingamp
Ligue 1
Metz -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Montpellier
Ligue 1
Rennes -
Straßburg
Premier League
Chelsea -
Liverpool
Premier League
Arsenal -
Burnley (Delayed)
Primera División
FC Barcelona -
Real Madrid
Primeira Liga
FC Porto -
Feirense

Im Sommer 2014 wechselte Lukas Raeder vom FC Bayern München in die portugiesische Liga NOS zu Vitoria Setubal. Im Interview spricht der 22-Jährige über sprachliche Improvisation, den Schritt ins Ungewisse, die Klublegende Jose Mourinho und Chancen für Nachwuchsspieler beim FCB. Außerdem erklärt er den Stellenwert von Torhütern in Portugal - und die damit verbundenen Schwierigkeiten.

SPOX: Herr Raeder, eine Statistik besagt, ein Portugiese isst im Schnitt 22 Kilogramm Bacalhau im Jahr - eine landestypische Stockfischzubereitung. Gehören Sie zum Durchschnitt?

Lukas Raeder: Ich esse schon viel Fisch, Bacalhau ist aber nicht ganz so oft dabei. Man merkt aber, dass Setubal eine Fischerstadt ist, hier kann man immer frisch und gut essen. Ich selbst finde mich daher auch häufig im Restaurant wieder.

SPOX: Also haben Sie sich an die portugiesische Mentalität gewöhnt?

Raeder: Ich denke schon, wobei hier tatsächlich einige Klischees bedient werden: Es heißt ja, Portugiesen hätten eine etwas lockerere Lebensart. Das kann ich nur bestätigen. Man sieht hier viele Dinge nicht so eng und generell scheint man mit allem etwas mehr Zeit zu haben. Das habe ich gemerkt, als ich anfangs auf Haussuche war und es endlos dauerte, bis alle Verträge unterschrieben waren. Mittlerweile weiß ich aber Bescheid und ich habe mich gut daran gewöhnt. Einzig mit der Sprache muss man manchmal etwas improvisieren, denn ich habe mir keinen Unterricht genommen.

SPOX: Wie kommunizieren Sie dann mit den Kollegen und Bekannten?

Raeder: Wenn es in der Kabine um Fußball geht, verstehe ich alles. Auch Gesprächen aus dem Alltag kann ich größtenteils folgen. Einzig das Sprechen fällt mir noch schwer. Wenn mein Gegenüber aber Zeit hat, kann ich mich ganz passabel mit ihm unterhalten - auch wenn grammatikalisch nicht immer alles ganz korrekt ist. (lacht)

SPOX: Setubal ist Ihre erste Station im Ausland. Sie betonten einmal, wie wichtig Ihnen Ihre Familie und Freunde im direkten Umfeld seien. Wie schwer fiel es Ihnen, den Großteil Ihrer bekannten Umgebung aufzugeben?

Raeder: Gerade am Anfang war es schon eine große Umgewöhnung, schließlich bin ich alleine nach Portugal gezogen. Meine Familie wohnt noch im Ruhrgebiet. Ich habe aber oft Besuch aus Deutschland, sodass es nicht so ist, dass ich Einsamkeit beklagen müsste. Natürlich komme ich im Sommer beziehungsweise im Winter auch sehr gerne nach Hause.

SPOX: Gab es damals aber keine Option für Sie, in Deutschland zu bleiben?

Raeder: Wir haben auch mit einigen Vereinen in Deutschland gesprochen, die sportliche Perspektive war für mich aber hier in Setubal am besten.

SPOX: Was wussten Sie überhaupt von Stadt und Verein, bevor Sie den Vertrag unterschrieben haben? Wer an Portugal denkt, hat Sonne und Strand vor Augen - und im Fußball den FC Porto, Benfica und Sporting. Der gemeine Deutsche kennt Setubal nicht unbedingt.

Raeder: Ich war einen Tag dort, um mir die Gegebenheiten und die Stadt einmal anzuschauen und ein Gefühl für den Verein zu bekommen. Das war es aber auch schon. In Deutschland habe ich mir dann etwa eine Woche Zeit für die Entscheidung genommen. Setubal war also durchaus auch ein Schuss ins Blaue. Grob wusste ich aber, was mich erwartet.

SPOX: Der Verein versprüht immerhin einen kleinen Hauch von Prominenz. Es ist der ehemalige Klub von Jose Mourinho und dessen Vater Felix.

Raeder: Wenn man es nicht vorher schon wusste, weiß man es spätestens, wenn man durch das Stadion läuft. (lacht) Selbst im Vorraum der Kabine hängt noch ein Foto der beiden, die Mourinhos sind hier allgegenwärtig. Darüber spricht man in Setubal auch heute noch, die Menschen sind stolz auf ihren Jose. Seine Eltern leben auch immer noch hier und schauen sich sicher gelegentlich mal eines unserer Spiele an.

SPOX: An Karten kommt man ohnehin leicht, in Portugal spielen Sie oft vor leeren Rängen. Fühlt sich das manchmal gar nicht richtig wie Profifußball an?

Raeder: Für meine Leistung und Konzentration spielt es keine große Rolle, ob ich vor 1.000 oder 30.000 Zuschauern spiele. Natürlich ist es schöner, wenn man nach einem Sieg mit einem ausverkauften Stadion feiern kann. Man muss aber bedenken, dass Portugal viel weniger Einwohner hat als Deutschland, die aber trotzdem auf 18 Erstliga-Vereine verteilt sind. Zudem fehlt den Menschen hier oft das Geld, um jede Woche ins Stadion zu gehen. Und wenn sie gehen, dann wollen die meisten natürlich Porto oder Benfica sehen.

SPOX: Macht sich das für Sie persönlich auch auf der Straße bemerkbar?

Raeder: Setubal ist eine sehr kleine Stadt. Wenn man ins Restaurant oder an den Strand geht, wird man zwar erkannt, die Leute lassen einem aber auch genug Freiraum. Das ist als Spieler einer der großen Klubs anders.

SPOX: In der letzten Saison waren Sie auf Anhieb die Nummer eins, spielten dann aber plötzlich mehrere Partien in Folge nicht. Letztlich beendeten Sie die Saison doch als Stammtorhüter. Diese Saison nimmt einen sehr ähnlichen Verlauf. Wie kommt es zu diesen Schwankungen?

Raeder: Vorausgegangen waren jeweils Spiele, in denen wir hoch verloren hatten. Letztes Jahr war das ein 0:5 gegen Benfica, diese Saison ein 2:5 bei Maritimo. In den Spielen darauf tauschte der Trainer drei, vier Spieler aus - unter anderem auch mich. Ich kann mir gar nicht den Vorwurf machen, schlecht gehalten zu haben, sodass die Entscheidungen für mich doch sehr unerwartet kamen. Durch einen Trainerwechsel beziehungsweise eine Verletzung des anderen Keepers kam ich zurück ins Tor - und konnte mich dort zum Glück auch wieder beweisen. Die Art und Weise, wie Torhüter hier betrachtet werden, unterscheidet sich generell aber doch deutlich von der in Deutschland.

SPOX: Blickt man zu sehr auf Zahlen und nicht auf die eigentliche Leistung?

Raeder: Das Gefühl habe ich schon, man sieht eher die Ziffer im Resultat als den Verlauf des Spiels. Als Torwart bin ich hier stark dem Ergebnis ausgesetzt. Die Trainer handeln schnell sehr populistisch, weil sie den Fans zeigen möchten, dass sie ein Zeichen setzen. Das ist vor allem dann problematisch, wenn man sich in der Vorbereitung durchgesetzt und den Trainer von sich überzeugt hat, der aber nach einem Spiel mit fünf Gegentoren ohne Begründung den Torhüter wechselt. Ich habe gelernt, zu akzeptieren, dass das hier gelegentlich vorkommt. Es ist aber sicherlich nicht die beste Lösung.

Seite 1: Raeder über sprachliche Improvisation, das Ungewisse und Mourinho

Seite 2: Raeder über Barrieren für Keeper in Portugal und FCB-Nachwuchsspieler

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung