Zahlungen für Afrika und IT-Kosten

Medien: FIFA wollte 40 Mio. Euro

SID
Samstag, 24.10.2015 | 14:21 Uhr
Eine Spende an Afrika sollte ein Zeichen der Solidarität sein
© getty
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Die finanziellen Bedingungen des Weltverbandes FIFA für die Organisatoren der WM 2006 in Deutschland sind womöglich über die Hintergründe der WM-Affäre hinaus noch fragwürdiger.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Samstag unter Berufung auf Akten der Bundesregierung und des Organisationskomitees, dass die FIFA 2003 unerwartet 40 Millionen Euro vom deutschen Organisationskomitee verlangt hat - 33 Millionen Euro für IT-Kosten und sieben Millionen Euro "zum Zeichen der deutschen Solidarität mit Afrika".

Den SZ-Angaben zufolge löste die FIFA-Forderung von Ende Juni 2003 beim WM-OK große Verärgerung und letztlich auch die Einschaltung des Bundeskanzleramtes aus.

Letztlich kam Mitte August des gleichen Jahres nach Verhandlungen auch über den Rückkauf von diversen Rechten durch die künftigen WM-Gastgeber offenbar eine Einigung auf eine "Lizenzzahlung" von 20 Millionen Euro zustande - ohne neuerliche Erwähnung einer Afrika-Spende. Die Summe soll laut Bericht in den Jahren 2005 und 2006 in zwei Tranchen überwiesen worden sein.

"Einmaliger Vorgang"

Wie die SZ mit Hinweis auf die Akten schreibt, soll WM-Chef Franz Beckenbauer die FIFA-Absicht mit Unmut als "einmaligen Vorgang" bezeichnet haben. In einem Entwurf einer Antwort an die FIFA haben die WM-Organisatoren außerdem auf "eine unzulässige Vermischung" mehrerer Kostenbereiche und "erhebliche EU-rechtliche Bedenken" hingewiesen.

Die gleichzeitige Einforderung des IT-Geldes und einer Solidaritätsabgabe für Afrika wurde demnach von den deutschen WM-Machern als "glatter Bruch des Organisationsabkommens" mit der FIFA bewertet.

Insbesondere die verlangte "Afrika-Spende" rückt auch wieder die Methoden der FIFA in ein zweifelhaftes Licht. In seinem Brief an das deutsche OK begründete der Weltverband die Summe mit der "Sicherung von Know-How-Transfers für die WM 2010" in Südafrika. Die FIFA stellte darin ihre erste Teilforderung für den 1. Juli 2014 fällig.

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