Kein Rücktritt, kein Schuldbewusstsein

"Blattini" macht weiter

SID
Dienstag, 29.09.2015 | 23:07 Uhr
Michel Platini will weiterhin FIFA-Präsident werden
© getty
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna

Joseph S. Blatters Fußball-Imperium zerfällt jeden Tag ein bisschen mehr, doch der 79 Jahre alte FIFA-Präsident sitzt den ungeheuerlichen Skandal einfach aus. Nach der Rücktrittsverweigerung des Schweizers liegt die Zukunft des bröckelnden Weltverbands allein in den Händen der Ethikjäger und Justizbehörden - und die arbeiten die Skandal-Schlüsselfiguren langsam ab.

Am Dienstag traf es Jack Warner: Der frühere FIFA-Vizepräsident wurde lebenslang aus dem Verkehr gezogen.

"In seinen Ämtern als Fußballfunktionär war er ein Drahtzieher von Systemen, die die Gewährung, Annahme und den Empfang verdeckter und illegaler Zahlungen beinhalteten, sowie anderer Systeme zur Bereicherung", begründete die FIFA-Ethikkommission die Sperre für alle fußballrelevanten Tätigkeiten. Warner (72), ehemaliger Chef des Kontinentalverbandes CONCACAF (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik), kämpft derzeit in seinem Heimatland gegen eine Auslieferung in die USA, wo ihn ein Prozess erwartet. Sein Name tauchte auch im Strafverfahren gegen Blatter auf.

Dem FIFA-Boss wird vorgeworfen mit Warner, damals Präsident des karibischen Verbandes KFU und bis 2011 im FIFA-Exekutivkomitee, im Jahr 2005 einen für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen zu haben. Es geht um Beträge in zweistelliger Millionenhöhe - die dann vermeintlich in Warners Taschen flossen.

"Seriöse Amtsführung"

Trotz des Verdachts gegen Blatter sprach die Ethikkommission aber zunächst keine Suspendierung gegen den 79-Jährigen und/oder UEFA-Präsident Michel Platini (60), der sich ebenfalls keiner Schuld bewusst ist, aus.

Nun folgen Anhörungen und Verhandlungen - ob und wann Hans-Joachim Eckert, der deutsche Richter in der FIFA-Ethikkommission, Sanktionen verhängt, ist völlig offen. Bis dahin bleibt alles, wie es ist.

"Mit Blick auf die aktuellen Vorgänge gehört für mich zu einer seriösen Amtsführung, erst einmal sehr genau hinzuschauen, um was es geht und ob hier tatsächlich ein Fehlverhalten vorliegt", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (64) der Frankfurter Rundschau zum "Fall Platini". Der französische Chef der UEFA, der Blatter Anfang 2016 beerben will, hat vom FIFA-Boss Anfang 2011 zwei Millionen Schweizer Franken (1,83 Millionen Euro) überwiesen bekommen - laut der Bundesanwaltschaft eine "treuwidrige Zahlung".

Es sei nun abzuwarten, "zu welchen Einschätzungen die Behörden oder die FIFA-Ethikkommission dabei kommen", sagte Niersbach. Er habe in einem Telefonat mit UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino "deutlich hinterlegt, dass wir als Deutscher Fußball-Bund eine aktive, transparente Darlegung der Vorgänge erwarten. Der Vorgang lässt einige Fragen offen, und es muss vor allem auch im ureigenen Interesse von Platini sein, schnellstmöglich Antworten darauf zu geben."

Keine Zweifel an der Integrität

Platini bekräftigte am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, dass er für das Amt als FIFA-Präsident kandidieren werde, damit er "die Führungsreformen, die zur Wiederherstellung der Ordnung und Glaubwürdigkeit des Weltfußballs notwendig sind, veranlassen kann".

Es bestehe "kein Zweifel" an seiner Integrität, da er die Zahlung rechtmäßig als Honorar für eine Tätigkeit "zwischen 1998 und 2002 als Angestellter der FIFA" erhalten habe. Die bei der FIFA erzielten Einkommen "habe ich den zuständigen Behörden vollumfänglich und wie gesetzlich vorgeschrieben deklariert", schrieb der UEFA-Chef am Montag in einem Brief an seine Verbände, die ihn geschlossen bei der noch nicht gecancelten FIFA-Wahl am 26. Februar 2016, die aktuell zur Farce zu werden droht, unterstützen sollen.

"Kaiser" Franz Beckenbauer würde dort gerne einen externen Kandidaten als Sieger sehen. Einen, "der zwar ein Fußballfreund, aber irgendwo in der Wirtschaft tätig ist, einen Wirtschaftsgiganten, um das System ein bisschen zu verändern", sagte Beckenbauer bei Sky Sport News HD: "Das System ist das Problem." Momentan vor allem eins von "Blattini".

"Das Bild der UEFA"

"Ich bin mir bewusst, dass diese Ereignisse mein Bild in der Öffentlichkeit und meinen Ruf beeinträchtigen können", und damit auch das Bild der UEFA", schrieb Platini, der seine "ganze Energie" für die Aufklärung der "Unklarheiten oder Missverständnisse" aufbringen wolle.

Die Verteidigungsstrategie dabei ist die gleiche wie beim FIFA-Präsidenten. "Nichts Illegales oder Unzulässiges" habe Blatter getan, sagte dieser laut seines Anwalts den Mitarbeitern in der abgeschotteten FIFA-Zentrale in Zürich. Der Schweizer werde wie geplant bis zum Außerordentlichen Kongress im Februar FIFA-Präsident bleiben und kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. Die anrüchige Zahlung an Platini sei "eine zulässige Vergütung", die "ordnungsgemäß innerhalb der FIFA abgerechnet" worden sei.

Zur Mithilfe gezwungen werden könnte bald der frühere costa-ricanische Fußballchef Eduardo Li, dessen Auslieferung in die USA am Dienstag bewilligt wurde. Dort erwartet ihn sein Prozess wegen der Annahme von Bestechungsgeldern.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung