Pique and the money to blow

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald
Montag, 14.09.2015 | 16:03 Uhr
Arm, aber nicht leichtfertig: Pique hätte gerne eine heiße Freundin und viel Geld. Oh, wait...
© getty
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Dass beim Calcio gern gewettet wird, ist hinlänglich bekannt. Nun hätte sich Gerard Pique in der Serie A fast arm gemacht. Wenn wir schon bei monetären Mitteln sind: In der Premier League zahlt man Geld (manche behaupten zu viel Geld) für Lässigkeit und in LaLiga wirbt Messi für die beste Erfindung seit dem Internet.

Serie A

Von Oliver Birkner

Trieb des Spieltags: "Ab einem gewissen Alter werden Triebe und Anstöße immer seltener", sagte Milan-Manager Adriano Galliani und mit 71 Jahren muss er das schließlich wissen. Was er damit nun zum 0:1 im Derby gegen Inter verraten wollte, blieb allerdings auf ewig schleierhaft. Immerhin zeigte sein AC in einem nicht großartigen Derby eine anständige Leistung und trieb und stieß bisweilen wie es das Alter eben erlaubte. Dennoch steht man nach drei Partien mit nur drei Punkten da, während der traditionelle Sommermeister Inter durch neun Zähler mal wieder vom Titel träumt. In Turin hingegen gehört Scudetto nach dem 1:1 gegen Chievo gegenwärtig zum Tabuvokabular. Ein Punkt nach drei Spieltagen - für Juventus bedeutet diese Bilanz den schlechtesten Saisonstart seit 53 Jahren. Das sei schon ungewöhnlich für Chievo, meinte ein Fan des Verona-Vorstadtklubs nach dem Schlusspfiff in Turin und erklärte: "Normalerweise lässt der Spitzenreiter sich nicht so spät den Sieg bei einem Kellerkind nehmen." Mit dem vermeintlichen Abstiegskandidaten spielte er auf Titelverteidiger Juve an, gegen den die als Tabellenführer angereisten Gäste lange geführt und erst in der 83. Minute per Elfmeter den Ausgleich durch Paulo Dybala hingenommen hatten. Eine noch junge Saison lässt dem Chancenlosen zuweilen Raum für lindernde Ironie, um wenige Wochen einmal sorglos das Leben der Luxuriösen zu imitieren. Selbst Perparim Hetemaj durfte aus 20 Metern eine Führung im Juventus Stadium feiern, der finnische Nationalspieler hatte zuletzt vor 134 Spielen am 2. April 2011 getroffen. Juve fehlte die Leichtigkeit zu kontern, mit dem ersten Punkt nach drei Spielen hätte man immerhin die Abstiegsränge verlassen. Und überhaupt muss Coach Max Allegri nicht um die Einstellung seines Negativrekords fürchten: 2008 verlor er mit Cagliari die ersten fünf Ligaspiele.

Zehn Millionen des Spieltags: Sollte das Nachholspiel Sampdoria gegen Bologna am heutigen Montagabend ebenfalls 2:2 enden, würde ein Rekord aufgestellt. Denn noch nie in der Serie-A-Geschichte endeten fünf Partien eines Spieltags mit diesem Resultat. Vier Mal notierte der Sonntag ein 2:2, das gab es lediglich in der neunten Runde 1997/98. Barcelonas Gerard Pique hatte am Sonntag wohl nicht übermäßig viel zu erledigen und befand das italienische Kuriosum dermaßen spannend, dass er am Nachmittag twitterte: "Wenn Lazio gegen Udinese und das Mailänder Derby auch noch 2:2 ausgehen, schenke ich jedem Retweet ein Barca-Trikot." Womöglich lief ihm ein kalter Schweißfilm über den Körper, als binnen kurzer Zeit 78.000 Menschen auf einen katalanischen Gratis-Stoff hofften. Mit Beflockung kostet das offizielle Teil akkurate 136 Euro, das hätte Pique rund 10,6 Millionen Euro vom Festgeldkonto entfernt. Natürlich übernachtet der Spanier nicht unter der Brücke, doch mal eben zehn Millionen Tacken für einen Langeweile-Tweet über Kaffee und Kuchen muss schließlich auch nicht sein. Lazio und Inter bewahrten ihn letztlich vor Shakiras Donnerwetter mit zwei Siegen. "Schade, doch bei der nächsten Gelegenheit werde ich die Aktion wiederholen", schrieb Piqué. Statistisch wäre das also in 18 Jahren. Interessenten sollten sich den Termin im Smartphone-Kalender vormerken.

Und sonst? Weniger ist manchmal voller Stolz mehr. Am Wochenende gab das zuletzt bankrotte Parma nach dem Zwangsabstieg in der höchsten Amateurklasse sein Heimdebüt. In der Serie D, Gruppe D duelliert man sich nun mit Fortis Juventus aus der Toskana statt der Juventus aus Turin. Das neue Parma registrierte 9.000 Jahreskarten und wurde im strömenden Regen von über 10.000 Tifosi aus der Stadt bis zum Stadion euphorisch geleitet. Der Präsident des neuen Klubs Parma Calcio 1913 heißt Nevio Scala, der Trainer Luigi Apolloni. Beide erlebten aktiv die Vereins-Glorie der 1990er mit Triumphen im Europapokal der Pokalsieger und UEFA-Cup. Nun arbeiten sie gratis, um Parma wieder nach ganz oben zu führen. Chapeau!

Serie A: Pique und Money to blow

Premier League: Vom Geld für Lässigkeit

Primera Division: Messi und die coolste Socke

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