Ghiggia stirbt am Final-Jahrestag

SID
Freitag, 17.07.2015 | 09:06 Uhr
Ghiggia sorgte für das Aus der Brasilianer bei der WM 1950
© getty
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Die Fußballwelt trauert um den letzen WM-Helden von 1950. Im Alter von 88 Jahren starb am Donnerstag der Uruguayer Alcides Ghiggia an einem Herzinfarkt. Kuriose Fügung des Schicksals: Exakt 65 Jahre zuvor, am 16. Juli 1950, hatte das Uru-Idol mit seinem Siegtor zum 2:1 im entscheidenden WM-Spiel gegen Gastgeber Brasilien das weltberühmte Maracana-Stadion in Rio de Janeiro zum Schweigen gebracht.

Bei der WM 1950 spielten die Vorrundensieger Brasilien, Uruguay, Spanien und Schweden in einer Finalphase mit dem damaligen Modus jeder gegen jeden den Weltmeister aus.

Am letzten Spieltag hätte der gastgebenden Seleção ein Remis zum Titel gereicht, doch Rechtsaußen Ghiggia zerstörte mit seinem Siegtor zehn Minuten vor Spielende die WM-Träume der Brasilianer. Das Spiel vor offiziell 173.850 - vermutlich aber weit mehr - Zuschauern ging als Maracanazo in die Fußball-Historie ein.

Ghiggia, nach dessen Tod nun kein Akteur mehr aus dem WM-Finalspiel lebt, erzielte 1950 in allen vier WM-Spielen Uruguays jeweils ein Tor. Ein Kunststück, das er mit dem Brasilianer Jairzinho (WM 1970/6 Spiele, 7 Tore) teilt.

"Der Papst, Frank Sinatra und ich"

Dabei hatte er sein Debüt im Celeste-Trikot erst rund zwei Monate vor der Endrunde gegeben. Berühmt wurde auch sein Spruch: "Nur drei Personen in der Geschichte haben das Maracanã mit einer einzigen Geste zum Schweigen gebracht: der Papst, Frank Sinatra und ich."

Drei Jahre nach der WM zog es Ghiggia nach Italien zum AS Rom. Nach acht Jahren beim Hauptstadtklub wechselte er zum AC Mailand, wo er in seiner einzigen Saison 1962 Meister wurde. Ghiggia erwarb zudem die italienische Staatsbürgerschaft und bestritt neben seinen zwölf Länderspiel-Einsätzen für Uruguay auch fünf Spiele für die Squadra Azzurra.

Laut Uruguays Tageszeitung El Pais lebte der WM-Veteran, der 2012 nach einem schweren Autounfall mehrere Tage im Koma lag, zuletzt in Las Piedras, rund 35 Kilometer vor den Toren Montevideos, wo er noch einen Supermarkt leitete.

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