Fussball

"Er wäre nie mehr zur Ruhe gekommen"

SID
Franz Beckenbauer (r.) findet Blatters Rücktritt vernünftig
© getty

Der Rücktritt von FIFA-Boss Sepp Blatter schlägt hohe Wellen. Franz Beckenbauer findet die Entscheidung vernünftig, Michel Platini mutig. Wolfgang Niersbach warnt davor, zu glauben, dass nun alle Probleme gelöst seien. In England und in den Niederlanden bricht Jubel aus.

UEFA-Boss Michel Platini: "Es war eine schwierige Entscheidung, eine mutige Entscheidung, und die richtige Entscheidung."

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Eine Tragik, warum er es sich selber und uns allen das nicht erspart hat, dass er das früher gemacht hätte. Die Entscheidung ist absolut richtig, man könnte auch sagen, sie war irgendwo überfällig. Ein Aufbruch, den die FIFA dringend braucht, ist nur mit einem neuen Mann an der Spitze möglich. Denn ungeachtet des Wahlsieges beim Kongress ist ja keine Ruhe eingekehrt. Ich habe keinerlei Informationen, ob möglicherweise neue Dinge aufgetaucht sind, die mit den Untersuchungen in Amerika zu tun haben."

Reinhard Rauball (DFL-Präsident): "Dies ist ein guter Tag für den Weltfußball. Sepp Blatter hat der FIFA mit seinem Rücktritt einen großen Dienst erwiesen. Alle, die für eine Reform der FIFA ernsthaft eingetreten sind, sind nun gefordert, mit konstruktiven Vorschlägen zur Einheit des Fußballs beizutragen. Glaubwürdigkeit und Transparenz müssen dabei an oberster Stelle stehen. Es gilt nun, möglichst schnell inhaltlich, strukturell und personell tragfähige Lösungen für die Zeit nach Sepp Blatter zu erarbeiten und auf den Tisch zu legen. Denn klar ist auch: Mit dem Rücktritt alleine sind noch lange nicht alle Probleme gelöst."

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Jérôme Champagne (ehemaliger FIFA-Präsidentschaftskandidat): "Wie alle Außenstehenden war ich von der Geschwindigkeit und Härte der Entscheidung überrascht. Ich bin beeindruckt, denn es war eine schwierige Entscheidung. Er (Joseph S. Blatter, d. Red) opfert sich selbst, um die Reformen voranzutreiben."

FIFA-Compliance-Kommissions-Chef und Interimsboss Domenico Scala: "Die Entscheidung Blatters verdient höchsten Respekt, diesen Schritt hat er für den Fußball und für die Fifa getan. Wir müssen das Fundament der FIFA ändern. Wir werden nun die Voraussetzungen für die Neuwahlen knüpfen."

Sala Sabra, Vizepräsident des jordanischen Fußball-Verbandes: "Ali bin Al Hussein ist für Neuwahlen bereit. Der Prinz würde den Vorsitz sofort zu übernehmen, wenn sie ihn fragen würden".

Sunil Gulati (Präsident des US-Fußball-Verbandes USSF): "Die Entscheidung von Präsident Blatter ist eine außergewöhnliche und sofortige Chance für einen positiven Wandel in der FIFA. Es ist der erste von vielen notwendigen Schritten für tiefgreifende und wichtige Reformen innerhalb der FIFA. Wir nehmen den heutigen Tag als Anlass zum Optimismus und Glauben für jeden, der die Leidenschaft für unser Spiel teilt."

Ex-Bundesligaprofi Hans Sarpei: "Der Rücktritt von Blatter ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist ein Sieg der Fans und Medien über die Funktionäre!"

Thomas Bach (IOC-Präsident): "Wir respektieren diese Entscheidung von Präsident Blatter sehr, zurückzutreten und den Weg für eine neue FIFA-Führung freizumachen, die die nötigen Reformen einleitet."

Frank-Walter Steinmeier (Bundesaußenminister): "Ich habe gesagt: ein Neuanfang ist richtig. Und ich finde es gut, dass Sepp Blatter das mit seinem Rücktritt möglich gemacht hat. Die Diskrepanz zwischen den Funktionären und Fans war noch nie so groß wie jetzt. Dunkle Machenschaften und Geldgier auf der einen Seite, und Einsatz und Herzblut von Menschen, die sich gemeinnützig einsetzen, auf der anderen Seite."

Franz Beckenbauer (DFB-Ehrenspielführer, zur Bild-Zeitung): "Es war eine vernünftige Entscheidung von Sepp Blatter. Der Druck wurde zu groß. Er wäre nie mehr zur Ruhe gekommen, ob er Schuld an den Skandalen trägt oder nicht. Das Problem der FIFA liegt in seinem System."

Niersbach: "Hätte Blatter großen Abschied gewünscht"

Vitali Mutko (Russlands Sportminister): "Der Rücktritt hat mich überrascht. Es ist aber offensichtlich, dass er die FIFA schützen will und erwartet, dass die Reformen in der Organisation weitergeführt werden."

Greg Dyke (Präsident des englischen Fußball-Verbandes FA): "Großartig für den Fußball."

Niederländischer Fußball-Verband KNVB (bei Twitter): "Blatter tritt zurück! Dafür haben wir hart gekämpft."

Gary Lineker (ehemaliger englischer Nationalspieler, bei Twitter): "Blatter ist zurückgetreten. Ich kann es noch gar nicht glauben."

Hans-Joachim Watzke (Vorstandsvorsitzender des Borussia Dortmund): "Das ist sehr gut für den Fußball. Die Umstände haben mich allerdings überrascht: Wenn ich mich am Freitag wählen lasse, und am Dienstag fällt mir dann ein, dass ich zurücktrete - das habe ich auch noch nie erlebt. Wie die UEFA sich dargestellt hat, war auch nicht so, dass ich dachte: Wie großartig, dass der europäische Fußball so vertreten wird!"

Theo Zwanziger (ehemaliger Präsident des DFB, zum Spiegel): "Er erweist dem Fußball damit einen großen Dienst. Es ist ein guter Tag für den Fußball. Blatter wird gespürt haben, auf welch massive Proteste seine Wahl gestoßen ist. Das hat ihn kaum kalt gelassen."

Luis Figo (Ex-FIFA-Präsidentschaftskandidat, bei Facebook): "Ein guter Tag für die FIFA und für den Fußball. Der Wechsel kommt nun doch. Ich habe am Freitag gesagt, dass dieser Tag früher oder später kommen wird. Da ist er! Nun sollten wir - verantwortungsvoll und in aller Ruhe - einen weltweiten Konsens und eine Lösung finden, um eine neue dynamische, transparente und demokratische Ära in der FIFA zu beginnen."

Michael van Praag (KNVB-Vorsitzender und Ex-FIFA-Präsidentschaftskandidat): "Was für eine schöne Nachricht. Ich weiß noch nicht, ob ich noch einmal kandidiere. Am kommenden Wochenende nehme ich an der UEFA-Vorstandssitzung in Berlin teil. Danach denke ich über meine Zukunftspläne nach."

Claudia Roth (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages): "Das ist eine große Erleichterung. Da fällt mir der erste kleine Stein von dem ganzen Gebirge vom Herzen. Das ist ein überfälliger Schritt. Spätestens wenn der Generalsekretär in Verdacht gerät, kann Blatter nicht mehr sagen, er weiß von nichts. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Jetzt braucht es profunde Reformen von Anfang an."

Diashow: Die internationalen Pressestimmen zum Blatter-Rücktritt

Özcan Mutlu (sportpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen): "Der Rücktritt war überfällig und ist ist eine Chance für den Neuanfang der FIFA. Jetzt müssen die Reformer alles auf den Kopf stellen. Dafür sind Strukturreformen unabdingbar! Neuanfang FIFA bedeutet auch Neuanfang in den Kontinentalverbänden, auch der UEFA. Aufklärung über die vergangenen Vergaben und Wahlen sind ebenso nötig. Wir fordern die Neuvergabe der Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 Qatar!"

Frank Steffel (CDU, MdB und Obmann im Sportausschuss): "Nach dem Rücktritt von Joseph Blatter ist nun endlich der Weg für einen Neuanfang bei der FIFA frei! Der Verband sollte sich nun die Zeit nehmen um sich grundlegend zu reformieren und um verlorengegangenes Vertrauen wieder zu bekommen. Ein neuer Mann an der Spitze allein reicht dazu nicht aus. Als Fußball-Fan hoffe ich darauf, dass die FIFA zu diesem Schritt bereit ist!"

Sylvia Schenk, (Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International, bei Sky): "Der Rücktritt kam nicht völlig unverhofft. Ich hatte schon das Gefühl, er könnte sich wählen lassen und dann hinschmeißen. Er hat einen eleganten Weg gewählt. Es ist der Versuch, nochmal einen starken Abgang hinzulegen. Die FIFA kann umstruktiert werden , die Chance ist jetzt da. Jetzt müssen die, die Kritik geübt haben, konstruktiv mitarbeiten."

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