Donis Avdijaj im Porträt

Zwischen Bad Boy und Musterprofi

Von Michael Berndt
Mittwoch, 27.05.2015 | 16:04 Uhr
Seit seinem Wechsel zu Sturm Graz bringt Donis Avdijaj wieder anständige Leistungen
© imago
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In der Junioren-Bundesliga bombte Donis Avdijaj bei Schalke 04 nach Belieben. Doch Querelen mit dem Klub verhinderten sein Bundesliga-Debüt. Nach dem Wechsel zu Sturm Graz macht sich der vermeintliche Chaos-Kicker für die Königsblauen interessant - während auf Schalke der Baum brennt.

49 Millionen Euro. Diese Zahl ziert den Vertrag von Donis Avdijaj bei Schalke 04. Eine Ausstiegsklausel, die nur von gestandenen Profis wie Marco Reus oder Mario Götze bekannt ist. Beide sind bekanntlich Nationalspieler und deren Summe war trotzdem deutlich günstiger. Avdijaj hingegen verdiente sich dieses Preisschild mit seinen Leistungen in der Jugendschmiede der Knappen.

In seiner B-Jugend-Saison 2012/2013 versorgte der gebürtige Osnabrücker die Gegnerschaft nach Belieben mit reichlich Gegentoren. Am Ende standen 44 Tore und 13 Vorlagen in 25 Partien auf seinem Konto. Dieses Scoreboard blieb auch Manager Horst Heldt nicht verborgen und er stattete den beidfüßigen Träger der Fritz-Walter Medaille-Träger im März 2014 - nach einer erneut torreichen A-Jugend Saison als Junioren-Vizemeister - mit einem gutdotierten Profi-Kontrakt aus.

Regionalliga West statt Bundesliga-Debüt

Anstatt eines kometenhaften Aufstiegs a la Julian Draxler oder Max Meyer, kam Avdijaj nur in der zweiten Mannschaft der Knappen zum Einsatz. In der Regionalliga West gab es statt FC Bayern nur FC Hennef 05. Gegen Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Köln spielte er nur in der U23.

Dort erzielte er in der Hinrunde der aktuellen Saison vier Treffer bei einem Assist. Bei den Profis kam er zu keiner Minute Spielzeit. Nur einmal durfte der "49-Millionen-Mann" Champions-League-Luft schnuppern. Allerdings blieb Avdijaj unter Coach Jens Keller beim Auswärtsspiel gegen Chelsea nur die Reservistenrolle.

Kleiner Unfall - großer Imageschaden

Während seine Leistungen auf dem Platz weniger für Aufsehen sorgten, spekulierte die Bild über ein illegales Autorennen in Altessen, bei welchem der 18-jährige seinen 160.000 Euro teuren Mercedes SL in einen Lamborghini gesteuert haben soll. Doch es stellte sich als ein harmloser Auffahrunfall bei niedriger Geschwindigkeit heraus.

Trotzdem äußerten sich die Gelsenkirchener Verantwortlichen erstmals kritisch zum Karrierestart ihres Schützlings: "Donis hat das Zeug, um wie Max Meyer für Furore zu sorgen. Aber Talent reicht nicht, es kommt auch auf den Kopf an", so S04-Manager Horst Heldt gegenüber der Bild. Jugendtrainer Jürgen Luginger stimmte ein: "Donis muss erstmal mit sich ins Reine kommen, denn in dieser Verfassung hilft er uns nicht weiter." Klare Worte, auf die klare Tatsachen folgten. Avdijaj musste den Verein vorerst verlassen. Zweifelsohne auch eine erzieherische Maßnahme durch die Schalke-Bosse.

Bad Boy zu Sturm - Gegenbild Sane im Fokus

Im Januar - nach Anfragen aus der 2. Liga - folgte die Leihe zu Sturm Graz bis zum Sommer 2016. Das anfängliche Gefühl der Degradierung bei Avdijaj wich schnell der Begeisterung für die Chance im österreichischen Oberhaus. "Ich bin überzeugt, dass der Schritt nach Graz jetzt genau der Richtige ist. Die guten Gespräche mit Trainer Franco Foda und die sportliche Perspektive haben letztlich den Ausschlag gegeben. Langfristig ist mein Ziel weiterhin, mich bei Schalke durchzusetzen", so Avdijaj.

Während Avdijaj anfangs beim deutschen Trainer nur zu Kurzeinsätzen kam, ging bei Schalke der Stern des Leroy Sané auf. In Abwesenheit der verletzten Stars Julian Draxler und Jefferson Farfan spielte sich der 19-jährige in die Stammelf von Roberto di Matteo. Sein Schlenzer-Tor im Bernabeu-Stadion beim 4:3-Sieg im CL-Achtelfinale gegen Real Madrid, seine Zielstrebigkeit und seine Bescheidenheit im Interview danach zeichnen das komplette Gegenbild zu Donis Avdijaj.

"In Deutschland regiert der Neidfaktor"

Addijaj, Sohn von Kriegsflüchtlingen aus dem Kosovo fällt gerne durch eine markige Wortwahl auf und gibt sich unbeirrt selbstbewusst. Angesprochen auf seine hohe Ablösesumme von 49 Millionen Euro äußerte Avdijaj gegenüber RevierSport, dass "viele eben die Absicht haben, drauf rumzuhacken. Da regiert in Deutschland eben der Neidfaktor. Anstatt Leute fair zu beurteilen, hackt man darauf herum. Da ist dieser Faktor ein gefundenes Fressen für manche."

Allerdings zahlte er auch mit guten Spielen zurück. Avdijaj, der meist als Linksaußen fungiert, schaffte mit Sturm Graz den Sprung von Platz fünf auf Europa-League Rang drei. Ende März glänzte er beim 5:0-Kantersieg gegen Altach mit einem Tor und zwei Vorarbeiten, auch in den zwei darauffolgenden Spielen trug er sich in die Torschützenliste ein. Ende April schoss der Neu-Grazer seinen ersten Doppelpack gegen Wiener Neustadt.

"Er hat seine eigene Meinung"

Indes zeigte sich auch Trainer Foda voll des Lobes für den vermeintlich skandalträchtigen Winter-Neuzugang bei sportnet.at: "Obwohl er so jung ist, hat er schon eine eigene Meinung. Solche Typen wollen wir doch alle haben. Donis hat riesige Qualität, darum haben wir ihn geholt. Wenn er fit ist, sieht man seine Qualität. Ich bin mit ihm sehr zufrieden."

Die Frage ist jedoch, ob der "Babybomber" auch tatsächlich nach der Saison in der Steiermark verbleibt. Die Knappen haben sich beim Transfer eine Rückholaktion für den Sommer gesichert. Diese Friste endet am Freitag. Da tauchen natürlich Fragen auf: Braucht Schalke den 19-jährigen 2015/2016 überhaupt? Ist es nicht besser, wenn Avdijaj noch ein Jahr Feinschliff im Nachbarland bekommt?

Schalke-Rückkehr trotz Chaos?

Eins steht jetzt schon fest: Auf Schalke herrscht das blanke Chaos. Nach einer enttäuschenden Saison bleibt die Europa-League als Trostpflaster. Trainer di Matteo zündete nicht wie gewünscht. Die Entlassungen von Top-Verdienern und Troublemakern wie Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam zeigen, dass extrovertierte Persönlichkeiten auf Schalke derzeit keinen guten Ruf haben. Ein weiterer Unruheherd könnte das Fass im Ruhrpott erneut zum Überlaufen bringen.

Personell sieht es etwas anders aus: Mit den Freistellungen von Boateng und Sam fehlen gerade zwei Stützen für die Offensive. Ihre Zukunft ist ungewiss. Außenstürmer Obasi steht bereits als Abgang fest. Über die Zukunft von Christian Fuchs und Tranquillo Barnetta wird noch entschieden. Bleiben also für die neue Saison nur die Top-Talente Meyer und Sané, Eric-Maxim Choupo-Moting sowie Weltmeister Draxler und der wiedergenesene Jefferson Farfan hinter der Spitze Klaas-Jan Huntelaar.

Horst Heldt bestätigte letzte Woche, dass die Personalie Avdijaj auf Schalke ausgiebig diskutiert wird. Ob die Königsblauen den einstigen Heißsporn nach Deutschland zurückholen oder wie die Sport Bild vermerkte, zu Fortuna Düsseldorf ausleihen, hängt nach der Entlassung Di Matteos auch vom zukünftigen Übungsleiter ab. Angeblich wartet auf Avdijaj auch ein saftiges Gehalt, das ihm bis 2019 bei den Knappen 4,1 Millionen Euro garantiere.

Bei Sturm geliebt - EL als Trumpf

In Graz würde man Avdijaj liebend gerne noch eine weitere Saison spielen sehen. Trainer Foda schätzt die spielerischen Qualitäten ebenso wie seine Art. Zudem könnte auch in Graz nach einem Sieg im letzten Ligaspiel gegen den SV Ried die Europa League zu Hause sein. Auch General Manager Gerald Goldbrich ist der Meinung und spricht bei Avdijaj von einem Musterprofi: "Ich treffe Donis außerhalb des Platzes nicht so oft, meistens ist er im Trainingszentrum und trainiert sehr fleißig, macht seinen Job anständig."

Angesprochen auf seine Zukunft hat Goldbrich eine eindeutige Meinung: "Ich würde ihm raten, unbedingt noch ein Jahr in Österreich zu spielen, wenn es Schalke erlaubt. Wir können es uns vorstellen, ihn auch nächstes Jahr im schwarz-weißen Dress zu sehen." Mit sechs Toren und drei Vorlagen in 16 Partien belegt Avdijaj aktuell Platz drei im teaminternen Scorer-Ranking.

Avdijaj bringt seine spielerischen Fähigkeiten seit seinem Wechsel zu Sturm aufs Spielfeld. Das tut Graz und der österreichischen Liga gut. Bei den Puntigamern nimmt das Riesentalent fernab der Schalker Chaos-Tage die erhoffte Entwicklung. Bleibt er in Österreich, könnte sich Avdijaj weiter als Profi etablieren. Und wer weiß? Vielleicht werden sich Avdijaj und Schalke schon vor Vertragsende in Graz in der Europa League wiedersehen - beide geerdeter und erfolgreicher.

Donis Avdijaj im Steckbrief

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