"Basta mit dem Geld für die Lesben!"

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald
Montag, 18.05.2015 | 16:51 Uhr
Dem Frauenfußball in Italien könnte es bald schlecht gehen. Sehr schlecht...
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In Italien schert man sich einen feuchten Dreck um Frauenfußball. Auf der Insel dreht sich alles um Steven Gerrard - wäre da nicht Twitter und Jenna Jameson. Und in der Primera Division heißt es: Beißen, dass..?

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Oliver Birkner

Kieferkrampf des Spieltags: Jede Woche gegen Milan antreten? Das wünschen sich in dieser Saison eine Menge Angreifer. Insbesondere Domenico Berardi. Im Januar 2014 knipste der Sassuolo-Stürmer beim 4:3 gegen den AC vier Mal und sorgte für die Entlassung von Max Allegri. Am Sonntag gelangen dem 20-Jährigen nun drei Treffer, mit denen er Milan mit 3:2 zurück in die Lombardei schickte.

"Ich werde den Verband per Mail fragen, ob wir nächste Saison nicht 38 Partien gegen die Rossoneri machen können", sinnierte Berardi, der von Juventus ausgeliehen ist. Dann würde Sassuolo womöglich ein Platz in der Champions League winken. Milan hingegen bleibt zu wünschen, dass die restlichen 180 Minuten dieser desaströsen Spielzeit möglichst schnell verstreichen. 21 Punkte in 20 Partien 2015, insgesamt zwölf Niederlagen und 49 Gegentore in 36 Spielen und mit zwölf Platzverweisen stolzer Rekordhalter der Serie A.

Den Zeitlupenauftritt am Sonntag kommentierte die "Gazzetta dello Sport" stimmig: "Milan ließ den Ball dermaßen langsam laufen, dass die Hälfte der Zuschauer vom Gähnen an schweren Kieferkrämpfen litt." Coach Filippo Inzaghi meinte trotzdem: "Mir gefällt die Arbeit - ich wünschte, diese Saison würde nie zu Ende gehen." Gott bewahre!

Lesben des Spieltags: Über Frauenfußball darf jeder seine eigene Meinung vertreten. Der Präsident der italienischen Amateurligen, Felice Belloli, gab seine kürzlich recht deutlich zum Ausdruck. Der Verband habe kaum Geld, da könne man die Kohle nicht an die Förderung von Frauenfußball verschwenden. Die müssten eben selbst die finanziellen Mittel auftreiben. Belloli schloss mit dem eloquenten Slogan: "Basta mit dem Geld für diese paar Lesben!"

Und sonst? Ohnehin palavern italienische Funktionäre am liebsten unverblümt. Vor einigen Wochen polterte Verbandsberater und Lazio-Präsident Claudio Lotito: "Ich habe letztens mit dem Serie-B-Chef geredet und gesagt, er solle mir nicht diese Scheiß Carpi und Frosinone hochschicken. Die kennt doch keine Sau. Wenn diese Klubs aufsteigen, bekommen wir bald keinen Pfennig mehr vom TV. Die vom Fernsehen wissen doch gar nicht, dass das beschissene Frosinone überhaupt existiert."

Am Samstag entschied der vorletzte Spieltag der zweiten Liga übrigens über den zweiten direkten Aufsteiger: Meister Carpi folgte das beschissene Frosinone.

Serie A: Kieferkrampf, italienische Lesben und das beschissene Frosinone

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