Lasst Messis Popo!

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald
Montag, 11.05.2015 | 13:10 Uhr
Von Lionel Messi ist ein etwas verstörendes Video aufgetaucht
© getty
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Vor neun Jahren ist Lionel Messi während einer TV-Sendung Ungeheuerliches widerfahren. Der AC Milan braucht vier Eier, Mario Balotelli unterstützt Jerome Boateng und Louis van Gaal coacht mit Weinkarte.

Serie A

Oliver Birkner

Frechheit des Spieltags: Wirklich unerhört, was sich Parma am Sonntag erlaubte. Da ist der insolvente Tabellenletzte längst abgestiegen und wagt sich tatsächlich, eine starke Partie gegen Napoli abzuliefern. Die Süditaliener benötigen im Rennen um einen Champions-League-Platz dringend Siege, Parma-Keeper Antonio Mirante sicherte das 2:2 in Hälfte zwei jedoch mit sechs formidablen Paraden gegen Gonzalo Higuain und Sturmpartner. Der Argentinier war darüber dermaßen angefressen, dass er Mirante nach Spielschluss zumindest per Faust ordentlich einen reindrücken wollte. Leider verhinderten Teamkollegen und Betreuer den finalen High Noon der beiden.

"Das war wirklich ekelhaft, was Higuain und andere Spieler uns während der Partie vorwarfen", zischte Coach Roberto Donadoni. "In der Schlussphase beschwerten sie sich ständig: Ihr seid doch bankrott und abgestiegen, warum hängt ihr euch noch so rein? Als ob wir bis zum Saisonende alle Punkte verschenken würden." So in etwa hatte Napoli sich die Butterfahrt in den Norden offensichtlich vorgestellt. Es wäre schließlich ziemlich mühsam gewesen, bei knapp 30 Grad mit eigener Kraft um den Verdienst zu ackern.

Eventuell wollte Parma letztlich jene fünf unerschrockenen Tifosi belohnen, die sich letzten Montag mit der Fähre zum Gastspiel ins sardische Cagliari aufgemacht hatten und den Gästeblock recht überschaubar füllten. Wahre Vereinstreue.

Vier Eier des Spieltags: Gewöhnlich werden Regeln während der Saison nicht geändert. Doch da Inters schläfriges Tempo kaum Hoffnungen auf einen Europapokalplatz versprach, drückte der Verband ein Auge zu und reformierte die Statuten. Bei Auswärtsspielen wird den Mailändern seit zwei Wochen die Aufgabe erleichtert und der Gegner in den letzten 30 Minuten auf neun Spieler reduziert. In beiden Fällen (Udine und Lazio) langte es zu einem mühsamen 2:1-Erfolg. Stadtrivale Milan muss weiterhin gegen elf Gegner kicken, dafür kündigt sich für den Sommer opulente finanzielle Unterstützung an.

Patron Silvio Berlusconi hatte beim Wahlkampf am Wochenende zunächst mit Widrigkeiten zu kämpfen, als er beim Verlassen des Rednerpults stolperte und auf die Nase krachte. "Das waren sicher die Kommunisten", verwies er lächelnd auf sein traditionelles Lieblingsfeindbild. Später enthüllte er, die AC-Mehrheit nun doch schweren Herzens abtreten zu wollen. "Aber nur an jemanden, der jährlich mindestens 200 Millionen Euro in den Klub investiert. Ansonsten bleibe ich Präsident und baue ein neues Team aus lediglich Italienern auf."

Ein Profil für die kommenden Neuzugänge erstellte Sky-Experte Giancarlo Marocchi: "Milan braucht jetzt dringend Profis nicht mit zwei, sondern mit vier Eiern!" Aber bitte keine Kommunisten.

Und sonst? Antonio Cassano hat der Serie A seit dem Abschied aus Parma vor fünf Monaten wirklich gefehlt. Zum Glück will er im Sommer wieder einsteigen: "Ich brauche den Fußball", gestand er aus dem Urlaub und legte nebenher eine messerscharfe Analyse über den Status quo des Calcio ab. "Die Serie A ist belanglos - Juve wird die nächsten zehn Jahre Abomeister und bei der Qualität könnte mein Opa noch problemlos mitkicken." Dann dürfte die Rückkehr ja kein Problem sein.

Serie A: Vier Eier für Milan und Cassanos kickender Opa

Premier League: In vino veritas und Boateng-Buddy Balotelli

Primera Division: Messi-Belästigung und 16 gehaltene Elfmeter

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