Sonntag, 26.04.2015

WM-Vergabe 2022 nach Katar

24 Mrd. Euro in Lobbyarbeit geflossen

Wie die englische New Mail on Sunday nun offenlegt, hat der Wüstenstaat Katar für die Vergabe der Fußball-WM rund 24 Mrd. Euro für Lobbyarbeit aufgewendet. Zu den prominentesten Profiteuren gehören unter anderem UEFA-Präsident Michel Platini und der ehemalige FIFA-Vize-Präsident Jack Warner aus Trinidad und Tobago.

UEFA-Präsident Michel Platini werden immer wieder enge Verbindungen nach Katar nachgesagt
© getty
UEFA-Präsident Michel Platini werden immer wieder enge Verbindungen nach Katar nachgesagt

Die kontroverse Vergabe der Fußball-WM soll demnach durch direkte und indirekte Bezuschussungen sichergestellt worden sein. Bei den indirekten Aufwendungen soll es sich vor allem um katarische Auslandsinvestitionen handeln, von denen die Wahlberechtigten schließlich profitiert haben sollen.

Der europäische Fußballpräsident Platini erhielt angeblich indirekte Zuschüsse von ca. 20 Milliarden Euro. Die Summe setzt sich unter anderem aus dem Kauf von Paris Saint-Germain durch die katarische QSI, der Bestellung von Flugzeugen des französischen Airbus-Unternehmens und dem Kauf der Ligue-1-TV-Rechte durch ein Tochterunternehmen der QSI zusammen.

Milliardenbeträge sollen auch nach Paraguay und Thailand geflossen sein. Die Funktionäre Nicolas Leoz (ca. 1,86 Milliaden Euro) und Worawi Makudi (1,72 Milliarden) sollen dabei in Sachen Energie-Infrastruktur und Gas- und Öl-Lieferungen sowie bezahlte Reisen für Paraguays Präsident Fernando Lugo profitiert haben.

Kopien von Konto-Überweisungen

Zusätzlich führte der britische Politiker Michael Connarty an: "Die Mindestsumme für eine Zustimmung [zur WM-Vergabe nach Katar] betrug 50.000 US-Dollar." Die Beweislage sei offensichtlich und legte dazu Kopien von Konto-Überweisungen vor. Diese beweisen angeblich auch die Überweisung von umgerechnet etwa 1,3 Millionen Euro auf Privatkonten von Warner, die für den Stimmenkauf und die Vertuschung der Zahlungen gedacht gewesen seien.

Nach früheren Meldungen der britischen Sunday Times soll Katar über das ehemalige FIFA-Exekutivmitglied Mohamed Bin Hamman 30 nationalen afrikanischen Vertretern hohe Summe gezahlt haben, um eine Vergabe der WM nach Katar sicherzustellen. Die New Mail on Sunday geht nun von einer konkreten Summe von ca. sieben Millionen Euro aus, die angeblich in den Kreisen des afrikanischen Verbands verteilt wurden.

Bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 hatte sich Katar zuvor mit 14 zu 8 Stimmen gegen die die WM-Bewerbung der USA durchgesetzt.

Oliver Mehring

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