Blitzlichter aus Europa

Wenn Sir Alex zur Rasur bittet

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald
Montag, 02.03.2015 | 11:53 Uhr
Haargel (o.) und David Beckham
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
Serie A
FrLive
Flamengo -
Chapecoense
CSL
Sa13:35
Tianjin Teda -
Guangzhou R&F
Segunda División
Sa21:00
Getafe -
Teneriffa (Finale Rückspiel)
Serie A
So00:00
Santos -
Sport Recife
J1 League
So12:00
Tosu -
Urawa
CSL
So13:35
Guangzhou -
Hebei
Serie A
So21:00
Gremio -
Corinthians
Serie A
So21:00
Ponte Preta -
Palmeiras
Serie A
So23:30
Bahia -
Flamengo
Serie A
Mo00:00
Chapecoense -
Atlético Mineiro
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa

David Beckham plaudert aus dem Nähkästchen und erklärt die wahre Bedeutung des "Hairdryer treatments" von Sir Alex. In Italien werden inzwischen sogar Trainerbänke verkauft und Messis fürchterlicher Leistungsabfall ist nun auch endgültig erklärt.

Serie A

Von Oliver Birkner

Strafzettel des Spieltags: Kommt ein Erstliga-Präsident zum Bürgermeister. Er entschuldigt sich für die Verspätung, denn die Polizei habe ihm gerade seinen Citroen beschlagnahmt. Nur weil auf dem Wagen unbezahlte Strafzettel in Höhe von läppischen 1.900 Euro lasteten. Diese pingelige Polizei. Jenes Szenario ereignete sich übrigens tatsächlich, als Parma-Presidente Giampietro Manenti zu einem Krisengespräch tuckerte. Und wer jetzt noch hofft, Manenti würde die heilig versprochenen Abermillionen zur Rettung des mit rund 200 Millionen Euro verschuldeten FC Parma wirklich anschaffen, der sollte schleunigst den Arzt seines Vertrauens aufsuchen. Man könnte beinahe Tränen lachen, wenn es nicht so traurig wäre, wie sorglos ein Traditionsklub zugrunde gewirtschaftet wurde. Erst kürzlich wurde die Trainerbank zum Geldmachen versteigert und ein Zähler abgestellt, so dass das Stadio Tardini praktisch ohne Stromversorgung herumödet. Teammanager Alessandro Melli verriet: "2009 versprach Ex-Präsident Tommaso Ghirardi den Profis eine stattliche Siegprämie. Tags drauf lieh er sich dafür bei mir 100.000 Euro, die ich erst drei Jahre später zurückbekam." Jeden Tag eine frische Humoreske.

Ghirardi, der im letzten Jahr pünktlich vor dem Kentern ohne persönlichen Schaden verkaufte, trägt fraglos die Hauptschuld an der gesunkenen Titanic Parma. "Man kommt sich wie Aas mitten in der Wüste vor, umringt von Geiern und Schakalen", klagte Coach Roberto Donadoni. Bei einigen interessanten Jugendspielern und Profis wurde schon angeklopft, denn sollte Parma demnächst in die Insolvenz gehen, wären sie ablösefrei. Zwischendurch lassen es Liga und Verband mit einer sportlichen Entscheidung gemütlich angehen. Zu zwei Partien trat Parma aus Protest (Gehälter stehen seit Juli aus) schon nicht an, die Liga trifft sich kommenden Freitag. Genauso lax kontrollierte sie offenbar auch Parmas Bücher. Vor einigen Wochen arbeitete sie hingegen ungemein flugs und eifrig an Reformen der Fernsehbilder, als es zwischen Juventus und Milan um eine vermeintliche Abseitsstellung ging. Das ist die bittere Realität. Hoffnung und Geld sind in Parma jedenfalls am Ende, den letzten Stolz will man sich aber bewahren: Am Sonntag traf sich der Kader zum Familienkick vor lauten Gesängen tausender der treuesten Tifosi und Ex-Coach Nevio Scala bot an, Parma künftig selbst im Amateurlager gratis zu trainieren. Das Versprechen wird er wohl bald einlösen müssen.

Kamelle des Spieltags: Der Prinz tanzt weiter holprig auf. Auch bei Inters schaler 0:1-Heimniederlage gegen die Fiorentina lieferte Lukas Podolski eine, nennen wir sie mal, eher mittelmäßige Vorstellung. "Von Podolski kommt zu wenig", zürnte Trainer Roberto Mancini hinterher und verschwieg, dass in seinem Team im regelmäßigen Rhythmus so mancher Kicker zu wenig bringt - beispielsweise die vogelwilden Desperados aus der Villa Kunterbunt, die auf dem Spielbogen nominell zu Verteidigern deklariert werden. Doch Italien hat sich vorerst auf Poldi eingeschossen, und so bekam der Deutsche heftige Kommentare um die Ohren. "Mit Podolski spielt Inter zu zehnt. Er fügt dem Team Schaden zu", urteilte die "Gazzetta dello Sport". "Im Januar kam ein starker Angreifer (nicht Podolski) und einer, der die Mannschaft nicht versteht (Podolski)", schrieb der "Corriere dello Sport", während der "Corriere della Sera" anmerkte: "Podolski: nicht erschienen. Wurde nur einmal auffällig, als er beim Ausführen einer Ecke mit dem Fuß gegen die Fahnenstange knallte." Sollte Poldi demnächst durch Tore auffallen, wird er für die Gazetten sicherlich zum neuen Inter-Heros. Zwischen Pest und Himmelreich gibt es im Calcio kaum Platz, da kann Lukas mal bei Mario Gomez nachhören.

Und sonst? Im vergangenen Jahr konnte auch Miro Klose davon ein Lied singen, als man ihm oft vorwarf, er würde sich eher für die WM schonen, denn für Lazio einsetzen. Alles Geschichte. Am Sonntag gelang ihm im 103. Ligaeinsatz sein 40. Tor. Eine nette Quote. Auguri, Mito Klose!

Serie A: Vogelwilde Desperados & Poldis Fahnendebakel

Premier League: Sextape & Frisurenmeister Sir Alex

Primera Division: Ninja Turtle Messi und der vierfache Bueno

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung