Dienstag, 24.02.2015

Stimmen zur Winter-WM 2022

"Wir sind im Stich gelassen worden"

Die WM 2022 in Katar wird wohl im November und Dezember ausgetragen, die Vertreter der großen Ligen sind teilweise alles andere als begeistert. Vor allem Engländer und Niederländer sind bedient. Karl-Heinz Rummenigge fordert eine Entschädigung.

Richard Scudamore fühlt sich von der FIFA im Stich gelassen
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Richard Scudamore fühlt sich von der FIFA im Stich gelassen

DFL-Boss Andreas Rettig: "Ein verkürzter Spielplan kann nicht heißen, dass die gleiche Anzahl an Spielen in kürzerer Zeit absolviert werden muss. Die FIFA muss nun konkret aufzeigen, wie eine Lösung aussehen kann, die allen Belangen Rechnung trägt."

Franz Beckenbauer: "Als die Entscheidung damals bekannt gegeben wurde, war meine erste Reaktion: Ok, wenn schon Katar, dann im Winter. Im Sommer mit Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad kann man nicht spielen, auch wenn der Emir damals gemeint hat, er will die Stadien auf angenehme 25 Grad runterkühlen. Aber warum solch ein Aufwand, wenn ich einen Winter mit besten Temperaturen habe und nichts künstlich machen muss?"

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge: "Für die Fußballfamilie stellt die Neuterminierung der WM 2022 eine sehr schwierige und anspruchsvolle Aufgabe dar. Die weltweiten Terminkalender im Jahr 2022/23 müssen darauf abgestimmt werden, es wird eine große Kompromissbereitschaft von allen verlangt. Den europäischen Klubs und Ligen kann aber nicht zugemutet werden, allein den Preis für die Verlegung der WM in den Winter zu bezahlen. Wir erwarten ebenso die Bereitschaft, den Schaden für die Klubs zu kompensieren."

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Premier-League-Chef Richard Scudamore: "Das ist enttäuschend. Es ist die falsche Entscheidung. Wir sind von der UEFA im Stich gelassen worden."

Ligue-1-Chef Frederic Thiriez: "Das wäre die schlechteste Lösung für die europäischen Ligen. Was machen die Spieler, die nicht für die WM nominiert werden die zwei Monate über? Und die Klubs würden zwei Monate ohne Einnahmen bleiben. Die Fernsehanstalten werden das Interesse an den nationalen Wettbewerben verlieren und sie könnten finanzielle Ausgleichszahlungen fordern. Das wäre ein Desaster."

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Jetzt sind die Terminplaner gefragt, bestmögliche Lösungen zu finden, was sicher nicht einfach, aber auch nicht unmöglich ist. Es fällt schwer sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ein WM-Finale kurz vor Weihnachten stattfinden soll."

DSV-Boss Franz Steinle: "Dass es hier zu Interessenskollisionen kommen wird, liegt auf der Hand. Insofern ist es für uns nach wie vor unverständlich, dass sich die FIFA erst zu einem so späten Zeitpunkt Gedanken darüber macht, welche klimatischen Verhältnisse in Katar herrschen. Zu der Zeit finden bereits zahlreiche hochkarätige Skisport-Veranstaltungen statt."

Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen: "Eintracht Frankfurt wird wirtschaftlichen Schaden nehmen. Das ist eine prekäre Situation und höchst unerfreulich. Die zu befürchtenden Auswirkungen auf den Bundesliga-Spielplan werden die Businesskunden und Dauerkarteninhaber verärgern, wenn die Spiele im Januar, Februar und März dienstags und mittwochs stattfinden würden. Bundesliga-Fußball ist ein Wochenend-Geschehen."

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HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer: Aus Sicht eines professionellen Fußballklubs ist so eine Terminierung eigentlich undenkbar. Aber wir warten gespannt ab, wie die Vorschläge zur Durchführung des Turniers inklusive der Folgen für Ligen, Vereine und Spieler aussehen.

Stellungnahme des niederländischen Verbandes: "Der KNVB sagte schon zu einem früheren Zeitpunkt, dass wir eine Verlegung in den Winter nicht begrüßen. Der KNVB vertritt die Meinung, dass bei einer solch gravierenden Änderung der komplette Auswahlprozess des Landes aufgerollt werden muss."


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