WM in Katar 2022

Europarat fordert Neuvergabe

SID
Dienstag, 27.01.2015 | 13:57 Uhr
Die Zukunft der FIFA wird bereits in Zweifel gezogen
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
CSL
Sa13:35
Tianjin Teda -
Guangzhou R&F
Segunda División
Sa21:00
Getafe -
Teneriffa (Finale Rückspiel)
Serie A
So00:00
Santos -
Sport Recife
J1 League
So12:00
Tosu -
Urawa
CSL
So13:35
Guangzhou -
Hebei
Serie A
So21:00
Gremio -
Corinthians
Serie A
So21:00
Ponte Preta -
Palmeiras
Serie A
So23:30
Bahia -
Flamengo
Serie A
Mo00:00
Chapecoense -
Atlético Mineiro
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa

Von wegen alles sauber: Die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der WM 2022 an das Wüstenemirat Katar haben einen neuen Höhepunkt erreicht - die Politik beschwört bereits den Untergang der FIFA herauf. Der zuständige Ausschuss des Europarats bezeichnete den Vergabeprozess für die Endrunde am Dienstag als "zutiefst illegal" sowie "völlig vergiftet" und hat von der FIFA eine Neuvergabe gefordert.

Laut den Abgeordneten habe der Untersuchungsbericht ("Garcia-Report") "extrem dubiose Praktiken" ans Licht gebracht. Dass die FIFA dennoch an der WM in Katar festhalte, ist laut des britischen Labour-Abgeordneten Michael Connarty eine "Farce". Der Verfasser der Entschließung sieht darin den Versuch, die "Affäre zu ersticken".

Der Präsident des DFB kommentierte den Vorstoß des Europarats zurückhaltend. Es müssten "Beweise auf den Tisch", was "unsauber oder noch schlimmer gelaufen ist", sagte Wolfgang Niersbach, der Ende Mai als Nachfolger seines Vorgängers Theo Zwanziger in die FIFA-Exekutive gewählt werden will.

Niersbach glaubt nicht an eine Neuvergabe. "Meine Informationen sehen so aus, dass der Fall aus Sicht der FIFA und der Ethikkomission abgeschlossen ist und dass an der Vergabe nicht gerüttelt werden soll", äußerte der 64-Jährige: "Gibt es neue Aspekte - dann bitte offenlegen."

Mutlu: "Über Zukunft der FIFA diskutieren

Anders sieht das die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Sie sieht den Anfang vom Ende der FIFA gekommen. "Korruption, Vetternwirtschaft und Gewinnsucht scheinen weiterhin der faulige Kern dieser Organisation zu sein", sagte Sportpolitik-Sprecher Özcan Mutlu: "Wenn die FIFA und ihr Exekutivkomitee sich einer Strukturreform verweigern, werden wir bald nicht mehr über die problematische Vergabe von Meisterschaften, sondern ganz konkret über die Zukunft der FIFA diskutieren müssen."

Connarty hat nach eigenen Angaben Einsicht in Dokumente erhalten, die von englischen Medien in den vergangenen Monaten immer wieder auszugsweise veröffentlicht wurden. Diese Dokumente würden vor allem die Zahlung von Schmiergeldern des Katarers Mohammed bin Hammam belegen.

Das ist allerdings nicht neu. Das frühere Mitglied des Exekutivkomitees wurde wegen Korruption von der FIFA längst lebenslang gesperrt. Das genügt dem Europarat allerdings nicht. Die Argumentation der FIFA, wonach Katar nicht für Verfehlungen Bin Hammams verantwortlich gemacht werden könne, reiche nicht aus, um eine "von Illegalität behaftete Prozedur" zu bestätigen.

Forderung zur Einhaltung der Grundrechte

In der Entschließung des Europarats wird Katar zudem erneut aufgefordert, die Grundrechte ausländischer Arbeitsmigranten einzuhalten.

Die Entschließung wird nun dem Plenum der Versammlung vorgelegt, im April soll darüber abgestimmt werden. Die Entschließung ist rechtlich nicht bindend, da der Europarat institutionell nicht mit der Europäischen Union (EU) verbunden ist

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der am 29. Mai zum fünften Mal gewählt werden will, wurde zur Debatte des Plenums eingeladen. Die Versammlung rechnet damit, dass der Schweizer der Einladung folgt.

Im Dezember hatte die FIFA die Veröffentlichung des "Garcia-Reports" beschlossen. Die beiden deutschen Gutachter Hans-Joachim Eckert und Martin Nolte sind allerdings zu dem Schluss gekommen, dass darin keine Beweise zu finden sind, die eine Neuvergabe rechtfertigen würden.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung