SPOX-Europareise - Hinrunde 2014/15, Teil 1

Die Bayern aus Eindhoven

Von Benedikt Treuer
Donnerstag, 08.01.2015 | 12:29 Uhr
Der PSV Eindhoven ist das Maß aller Dinge in der niederländischen Eredivise
© getty
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Deutschland, England, Spanien, Italien: Die großen Ligen Europas stehen fast jeden Tag im Fokus. SPOX hat sich auf dem Rest des Kontinents umgesehen und zieht ein Hinrundenfazit einiger ausgewählter Länder. In Teil 1 mit dabei: Die Rückkehr von Olympique Lyon, Hollands FC Bayern und ein überraschender Aufsteiger in Österreich.

Frankreich: Ligue 1

Die Hinrunde kompakt: Im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren tut sich Topfavorit PSG noch schwer. An keinem der bislang 19 Spieltage stand das Team von Laurent Blanc an der Tabellenspitze - weil diesmal auch Marseille und Lyon eine richtig starke Saison spielen. Zum ersten Mal seit 2010 heißt der Herbstmeister deshalb nicht Paris Saint-Germain.

Europareise Teil 2: Wie zu Alex Fergusons Zeiten

Die Hoffnung lebt also, dass es mal wieder ein spannendes Saisonfinale geben könnte, nachdem der Scheichklub aus der Hauptstadt zuletzt zweimal vorzeitig die Meisterschaft entschied. Hinter Marseille (41), Lyon (39) und PSG (38) ist auch Saint-Etienne mit 36 Zählern in Reichweite, um noch ein Wörtchen mitzureden.

Sichtlich schwer hatte es der AS Monaco, die Abgänge von James Rodriguez und Radamel Falcao wegzustecken. Nach einem schwachen Saisonstart kamen die Monegassen zuletzt aber wieder besser in Fahrt und haben sich auf Rang fünf vorgearbeitet. Mit dem Titel wird das Fürstentum 2015 aber wohl nichts zu tun haben.

Ligue 1: Tabelle und Statistiken im Überblick

Auch im Tabellenkeller geht es eng zu: Den Elften Nizza und den Achtzehnten aus Evian trennen gerade einmal drei Punkte. Auch Bastia (mit 18 Punkten auf Platz 19) hat Anschluss zum rettenden Ufer. Für Aufsteiger Caen wird es dagegen schwer werden, die Klasse zu halten - auch wenn der Rückstand von vier Punkten auf den ersten Blick nicht uneinholbar scheint. Aber: Erst dreimal gingen die Nordfranzosen siegreich vom Feld.

Positive Überraschung: Olympique Lyon. Der Serienmeister nach der Jahrtausendwende musste sich in den letzten Spielzeiten damit abfinden, hinter PSG, Marseille und auch Lille nicht mehr die ganz große Nummer zu sein - nicht in Frankreich und erst recht nicht in Europa.

Nach Platz fünf im Vorjahr hatte Lyon kaum einer zugetraut, vorne mitspielen zu können. Zumal in Bafetimbi Gomis der gefährlichste Angreifer zu Swansea gewechselt war. Doch der ist längst vergessen. In dieser Saison trumpft Alexandre Lacazette groß auf. Lyons Topstürmer zeichnete sich schon für 17 Tore verantwortlich, sieben Mal davon zum wichtigen 1:0.

Lacazette ist das Gesicht der jungen Mannschaft um Corentin Tolisso, Nabil Fekir, Yassine Benzia, Clinton N'Jie und Co. Die Truppe von Hubert Fournier, der im Sommer aus Reims kam und Lyon wieder wettbewerbsfähig gemacht hat, eilt in Richtung Champions League - mindestens.

Negative Überraschung: OSC Lille. Tabellendritter der Vorsaison, in dieser Spielzeit am vierten Spieltag noch Tabellenführer - und dann? Der Meister von 2011 ist in der Vorrunde bis auf Rang 13 abgestürzt, zwischenzeitlich fand sich der hochgehandelte Klub sogar auf Platz 15 wieder.

Auch in der Europa League sowie im Pokal strich der OSC bereits die Segel. Eine gebrauchte Saison, die beim Blick auf die Tabelle sogar noch schlimmer werden könnte: Nur zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Rene Girard und sein Team brauchen 2015 dringend neue Ideen.

Der Trainer gesteht die bisher schwache Saison ein und nimmt seine Spieler in die Pflicht: "Würden wir mit dem Ziel in ein Spiel gehen, es nicht gewinnen zu wollen, würden wir wohl besser spielen als im Moment." Gut möglich, dass Lille im Winter auf dem Transfermarkt tätig wird.

Players to watch: Neben Alexandre Lacazette, den sowieso schon halb Europa auf dem Zettel hat, ist sicherlich auch Teamkollege Fekir ein weiteres Eisen im Feuer. Der 21-jährige Mittelfeldmann erzielte in 15 Spielen sieben Tore und legte fünf weitere auf. Mit dieser Torgefahr ist der Linksfuß zu einem der wichtigsten Faktoren in Lyons Offensivspiel geworden.

Auch Morgan Sanson hat seine Einsatzzeit bei Montpellier genutzt, um sich 2014 weiter in den Fokus zu kicken. Der 20-jährige offensive Mittelfeldspieler, der in allen 19 Ligue-1-Spielen auf dem Platz stand, überzeugt mit Schnelligkeit und technischer Versiertheit. Immerhin drei Mal hat der französische U-21-Nationalspieler schon getroffen. Bei HSC gibt er im Mittelfeld den Takt an.

Seite 1: Frankreich - Lacazette schießt Lyon wieder nach oben

Seite 2: Belgien - die Krux mit der Tabelle und der Absturz von Lüttich

Seite 3: Niederlande - die Bayern aus Eindhoven und ein deutscher Goalgetter

Seite 4: Österreich - überraschender Aufsteiger und enttäuschende Wiener

Seite 5: Schweiz - oben alles beim Alten, ganz unten Markus Babbel

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