Montag, 12.01.2015

SPOX-Meinung zur Weltfußballer-Wahl

Ronaldo: Ein würdiger Champion

Cristiano Ronaldo ist zum dritten Mal Weltfußballer des Jahres. Er hat auch 2014 Unglaubliches geleistet und die Auszeichnung deshalb verdient. Ein Kommentar von Thomas Gaber.

Cristiano Ronaldo wurde zum dritten Mal Weltfußballer des Jahres
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Cristiano Ronaldo wurde zum dritten Mal Weltfußballer des Jahres

Nach den branchenüblichen Danksagungen an Trainer, Mitspieler und die Familie folgte Cristiano Ronaldos Kampfansage: "Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Preis drei Mal gewinnen kann. Ich hoffe, dass es damit jetzt nicht vorbei ist: ich will diesen Preis fünf Mal gewinnen."

Eine klare Botschaft in Richtung seines größten Konkurrenten. Lionel Messi wurde zwischen 2009 und 2012 vier Mal in Folge Weltfußballer des Jahres. Noch liegt Ronaldo zurück, aber wie Messi in den Jahren zuvor hat der Portugiese diesen Titel verdient - auch 2014.

Die nackten Zahlen sind - wieder einmal - unfassbar: 61 Tore in 61 Spielen, für Real Madrid 56 Treffer in 52 Spielen. In der Champions-League-Saison 2013/14 traf er 17 Mal, die Torjägerliste der laufenden Saison in der Primera Division führt er mit 26 Treffern in 17 Partien an.

Die Torjägerliste der Primera Division

Auch wenn er verletzungsbedingt dem CL-Finale gegen Atletico Madrid nicht seinen Stempel aufdrücken konnte, hatte er enormen Anteil an La Decima, dem zehnten Landesmeistertitel für Real.

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Nach wie vor stören sich viele Beobachter des Fußballs an Ronaldos manchmal gewöhnungsbedürftigem, mitunter auch lächerlich anmutendem Gehabe. Seine Muskel-Pose nach dem verwandelten Elfmeter zum 4:1 im CL-Finale dient vielen als Beweis für Ronaldos beachtliche Selbstverliebtheit.

CR7 wird gerne als Ego-Zocker dargestellt, dem es nur wichtig ist, selbst zu glänzen. Dabei ist er mit zehn Vorlagen auch bester Assistgeber der Saison in Spanien.

Beim Ballon d'Or zählen rein sportliche Aspekte und hier ist Ronaldo nicht das Geringste vorzuwerfen. Dass er bei der WM nur Mitläufer war, lag zum einen an seiner im Saisonendspurt erlittenen Knieverletzung, die ihn mehr behinderte als gedacht, zum anderen an der nicht wettbewerbsfähigen portugiesischen Mannschaft.

Alles in allem hat Ronaldo auch 2014 Außergewöhnliches auf dem Platz geleistet und deshalb ist die Auszeichnung gerechtfertigt. Seine Beständigkeit ist schlichtweg beeindruckend.

Von Loddar bis Messi: Die Weltfußballer seit 1991
Seit 1991 kürt die FIFA offiziell den Weltfußballer des Jahres. Den Anfang machte Lothar Matthäus, damals in Diensten von Inter
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1992 krönte sich Marco van Basten vom AC Milan zum besten Spieler des Planeten
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Auch 1993 kam der Weltfußballer von einem italienischen Verein: Roberto Baggio von Juventus Turin
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Brasilien wurde 1994 Weltmeister, der Barca-Stürmer Romario traf fünf Mal und wurde zum besten Spieler der Welt gewählt
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Der bisher einzige Weltfußballer aus Afrika. George Weah zauberte für Paris St. Germain und wechselte dann zum AC Milan
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1996 wechselte Ronaldo vom PSV Eindhoven zum FC Barcelona und wurde als bester Spieler der Welt ausgezeichnet
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Ein Jahr später wiederholte Ronaldo das Kunststück, mittlerweile im Trikot von Inter Mailand
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1998 schoss Zinedine Zidane Frankreich zum Weltmeistertitel und wurde zum ersten Mal zum Weltfußballer gewählt
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Rivaldo vom FC Barcelona wurde der letzte Weltfußballer des vorigen Jahrtausends
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Nach einem Jahr Pause setzte sich Zinedine Zidane 2000 wieder die Krone des besten Fußballers auf
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Luis Figo bekam den Ballon d'Or 2001 von Real Madrid-Legende Alfredo di Stefano (M.) überreicht
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Die letzte Sternstunde von Il Fenomeno. Ronaldo machte Brasilien 2002 zum Weltmeister und sich zum dritten Mal zum Weltfußballer
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2003 war Zinedine Zidane mal wieder nicht zu stoppen. Der Franzose wurde zum dritten Mal als Weltfußballer ausgezeichnet
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2004 ist das Jahr von Ronaldinho. Der Barca-Star führte die Katalanen zum ersten Meistertitel seit 2000
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Ronaldinho verteidigte 2005 seinen Titel. Nach einem fantastischen Auftritt im Bernabeu bejubelten ihn sogar die Fans von Real Madrid
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Als einziger Abwehrspieler schaffte es Fabio Cannavaro 2006 in die Phalanx. Auch dank seiner überragenden Leistungen wurde Italien Weltmeister in Deutschland
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2007 gab es zwei große Titel für Kaka. Mit Milan gewann er die Champions League und er selbst die Wahl zum Weltfußballer
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Cristiano Ronaldo freute sich 2008 über die Trophäe für den Weltfußballer
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Sechs Titel in einem Jahr waren Grund genug: Lionel Messi wurde Weltfußballer des Jahres 2009
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2010 verteidigte der Dribbelkünstler aus Argentinien trotz enttäuschender WM seinen Titel
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Und auch 2011 war er der alles überragende Mann: Messi gewinnt zum dritten Mal in Folge den "FIFA Ballon d'Or"
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Der vierte Streich hintereinander! Auch 2012 führt kein Weg am 91-Tore-Mann aus Argentinien vorbei.
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Die fünfte Auszeichnung in Folge verhinderte Cristiano Ronaldo 2013 mit beeindruckenden 69 Toren
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Erfolgreiche Titelverteidigung: Ronaldo wird auch 2014 Weltfußballer - mit 62 Toren in 62 Spielen
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2015 war dann wieder Lionel Messi dran und erhielt seinen fünften Ballon d'Or
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2015 war dann wieder Lionel Messi dran und erhielt seinen fünften Ballon d'Or
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Es mag sein, dass diese Wahl vom Wunsch nach Spektakel unterwandert wird. Dass Tore zu schießen mehr Gewicht hat, als Tore zu verhindern. Sonst hätte es vielleicht schon einmal ein Torhüter geschafft, als bester Fußballer der Welt ausgezeichnet zu werden. Oliver Kahn oder Iker Casillas hätten es verdient gehabt.

Genauso wie im letzten Jahr Manuel Neuer. Hätte der Weltmeister den Titel gewonnen - niemand hätte sich beschweren dürfen. Im Fall von Cristiano Ronaldo aber eben auch nicht.

Mit der Wahl zum Welttorhüter des Jahres ist Neuers Vormachtstellung als derzeit bester Keeper der Welt ohnehin zementiert worden. Die Tatsache, dass es nicht für den Ballon d'Or gereicht hat, kann Neuer verschmerzen. Dass er hinter Messi nur Dritter wurde, ist dagegen ein Witz.

Cristiano Ronaldo im Steckbrief

Thomas Gaber

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Thomas Gaber(Chef vom Dienst)

Thomas Gaber, Jahrgang 1976, ist gebürtiger Münchner und Gründungsmitglied von SPOX. Nach dem Magister-Abschluss der Politikwissenschaft (2004) folgten Praktikum und Volontariat bei Sport1.de. 2007 Wechsel zu SPOX als Ressortleiter Fußball. Seit Mitte 2012 als Chef vom Dienst verantwortlich für den Inhalt der Homepage. Außerdem Reporter des FC Bayern München. Kernressorts: Fußball, Tennis, Golf.

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