Donnerstag, 11.12.2014

Buffon hält nichts von zwei Stammtorhütern

"Casillas' Situation würde mich nerven"

In den vergangenen beiden Jahren verlor Iker Casillas seinen Stammplatz bei Real Madrid, auch in der laufenden Saison kam der neu verpflichtete Keylor Navas schon fünf Mal zum Einsatz. Juves Schlussmann Gianluigi Buffon hält von derartigen Wechselspielen nichts und zeigt wenig Verständnis für Casillas' Degradierung.

Gianluigi Buffon ist seit 2001 die Nummer Eins im Tor von Juventus
© getty
Gianluigi Buffon ist seit 2001 die Nummer Eins im Tor von Juventus

"Diese Situation hat mich wirklich sehr überrascht. Für einen Torhüter von seiner Qualität, bei einem Klub wie Real Madrid, ist es kaum vorstellbar, dass sein Status zur Debatte stehen könnte. Damit hätte ich nie gerechnet. Aber eine solche Situation würde mich nerven", erklärte der 36-Jährige gegenüber der "AS" und fügte hinzu: "Casillas ist ein guter Kerl und ich rede gerne mit ihm. Er war und ist ein großartiger Torwart."

Das Argument, wonach Casillas und Diego Lopez in der vergangenen Saison durch regelmäßiges Tauschen beide frisch bleiben, zählt für den Routinier zudem ohnehin nicht: "Ich würde mich bestraft fühlen. Wenn ich gut bin, will ich jedes Spiel spielen."

Von dem Modell mit zwei potentiellen Stammtorhütern, wie etwa aktuell bei Real mit Casillas und Keylor Navas oder beim FC Barcelona mit Marc-Andre ter Stegen und Claudio Bravo, hält Buffon dementsprechend insgesamt wenig: "Ich glaube, am Ende gibt es immer einen ersten und einen zweiten Torhüter, auch wenn beide wirklich gut sind."

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Buffon: Kritik nagt an Selbstvertrauen

Gleichzeitig weiß der Weltmeister aber auch um die einzigartige Position des Torhüters: "Das Problem ist, dass wir in unserem Rücken kein Absicherungsnetz mehr haben. Wenn der Torwart einen Fehler macht, weiß er, dass er schlechte Kritiken bekommt. Und wenn das bei großen Klubs wie Real oder Juventus passiert, wird die Kritik heftiger und sorgt dafür, dass man an Selbstvertrauen verliert."

Auch er selbst sei schließlich schon medial in Frage gestellt worden, stellte aber klar: "Ich dachte nur ein Mal an mein Karriereende, und das war, als ich mich am Rücken verletzt hatte. Da war es normal, Zweifel zu haben. Ich dachte damals, ich könnte jetzt Schluss machen, oder meine Karriere auf mittelmäßige Art und Weise ausklingen lassen."

Gianluigi Buffon im Steckbrief

Adrian Franke

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