Fussball

Wenn du willst, bin ich Manuel Neuer

Von SPOX
Montag, 01.12.2014 | 18:48 Uhr
"Shit" (Ben Foster)
© getty

Im Juventus Stadium gibt's dank eines Altmeisters NBA-Action zu sehen, in der Premier League dribbelt sich ein Keeper um den Verstand und ein Promi macht Leeds unsicher. Spanien steht nach den Fan-Ausschreitungen unter Schock.

Serie A

Von Oliver Birkner

NBA des Spieltags: Coast to Coast und Buzzer Beater, für einen Vorabend transformierte sich das Juventus Stadium in einen Court der NBA. Zunächst gab es im 139. Turiner Ligaderby da einen gewissen Bruno Peres. Bruno who? Der offensive Rechtsverteidiger kickte vor ein paar Jahren in der zweiten brasilianischen Liga, ging dann zu Santos, wo er letztlich den Stammplatz verlor. Torino verpflichtete den 24-Jährigen kurz vor Schluss der Transferglocke. Coach Giampiero Ventura besaß scheinbar kein großes Vertrauen und meldete den Brasilianer nicht einmal für die Europa League. Toro lag in der 22. Minute 0:1 hinten, und dieser Bruno Peres nahm am eigenen Sechzehner den Ball an. Er ließ Gegner und Teamkollegen staunend stehen, überbrückte 78 Meter in elf Sekunden und hämmerte die Kugel diagonal an den Innenpfosten. Von dort sprang sie zum Ausgleich ins Tor.

Es hatte sich in der Tat gelohnt, auf Torinos ersten Derbytreffer seit quälend langen zwölf Jahren zu warten. Das Husarenstück erinnerte an George Weah, der im Milan-Dress gegen Hellas vor genau 18 Jahren für sein Coast to Coast im San Siro 90 Meter und 14 Sekunden benötigte. Würde Peres das Trikot von Real, Barca oder sonst einer Eliteeinheit tragen, hätten sich die Zeitungen weltweit voller Ruhmes-Artikel überschlagen. So blieb ihm am Ende nicht einmal Freude über ein Remis, geschweige denn einen Sieg, den man gegen Juventus zuletzt vor 19 Jahren errang. Sechs Sekunden vor Ende der Schluss-Sirene jagte Andrea Pirlo einen Buzzer Beater aus knapp 25 Metern in die linke Ecke zum sehr glücklichen 2:1. Einige Toro-Tifosi beschimpften daraufhin ihre Benjamine direkt hinter der Trainerbank. Coach Ventura klammerte sich ans Plexiglas und deutete plastisch an, ihnen den Hals durchzuschneiden. Peres' Meisterwerk war leider schon wieder vergessen.

Erleichterung des Spieltags: Der "Corriere dello Sport" titelte am Montag in seiner Florenz-Ausgabe: "Fernandez und Mario Show. Es ist wirklich wahr: Gomez hat getroffen!" 259 Tage nach seinem letzten Tor gelang dem Deutschen beim 4:0 der Fiorentina in Cagliari endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Zudem schrieb er sich einen Assist zu Mati Fernandez' zweitem Treffer an und lief zum ersten Mal als Kapitän der Viola auf. Nach den langwierigen Verletzungen und zuletzt Pech bei Aluminium war es dem Deutschen wirklich zu gönnen. "Hoffentlich gibt es an einem speziellen Tag bald wieder Grund zum Jubeln", sagte Gomez. Gibt es bereits am Freitag, wenn die Fiorentina auf den Erzrivalen Juve trifft. Gegen die Turiner zählen Tore in der Florenz-Seele mindestens vierfach.

Und sonst? In schweren Zeiten hilft man sich gerne mit Nostalgie über die Runden, und da kam den Milanisti der Samstag gerade recht. Am Morgen traf ein gewisser Christian für den AC-Nachwuchs, wenige Stunden später dessen Bruder Daniel. Der erste ist Verteidiger und 18, letzterer 13 Jahre alter Stürmer - beide tragen den Nachnamen Maldini. "Unfassbar, dass zwei Maldinis an einem Tag getroffen haben", freute sich Opa Cesare. Womöglich bringen beide irgendwann neuen Verve in ein Milan, das sich momentan unter der Last des großen Namens bieder durch die Liga ackert. Es waren andere Zeiten, als Kapitän Cesare 1963 den ersten AC-Landesmeisterpokal hochreckte und Sohn Paolo das später gleich fünf Mal erledigte. Auf geht's Christian und Daniel, Milan würde die Thronfolger einer faszinierenden Dynastie gerne so schnell wie möglich mit offenen Armen empfangen.

Einiges drehte sich am Wochenende um Sport und Frauen. Zunächst analysierte Gianluca Vialli: "Die Roma ist nicht mehr so sexy wie in der letzten Saison, aber immer noch eine geile Schnitte." Vielleicht verweist der neuseeländische Rugby-Spieler Kelly Haimona demnächst auf die Römer. In Padova fragten ihn die Tifosi per Plakat: "Hast du auch ne Muschi für uns?" Hai (Du hast) und mona (Muschi im Veneto-Dialekt) - wahrlich kein Name für einen Sportler in Italien. Kellys Antwort steht übrigens noch aus.

Serie A: Pirlos Buzzer Beater und der glückliche Mario

Premier League: I wanne be Manuel und Mini-Me

Primera Division: Spanien nach den Ausschreitungen unter Schock

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