Mittwoch, 19.11.2014

Wegen Agenda 2020

Medien: FIFA droht Ärger vom IOC

Die FIFA könnte in der anhaltenden Debatte über Ungereimtheiten bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 auch Ärger mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bekommen. Das geht aus Aussagen von IOC-Präsident Thomas Bach (60) in einem Interview mit der "FAZ" hervor.

Die FIFA in Person von Sepp Blatter (r.) könnte Ärger vom IOC drohen
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Die FIFA in Person von Sepp Blatter (r.) könnte Ärger vom IOC drohen

Grund ist die Empfehlung 27 in Bachs Reformwerk "Agenda 2020", die alle Verbände auf so genanntes "Good Governance" (verantwortungsvolle Führung) verpflichtet. Bei Verstößen und unbefriedigender Aufarbeitung will das IOC, die Zustimmung seiner Mitglieder bei der außerordentlichen Session am 8. und 9. Dezember in Monaco vorausgesetzt, künftig selbst Untersuchungen durchführen.

"Die Empfehlung besagt, dass die Basic Principles für alle gelten und von allen angewandt werden", sagte Bach. Für den Fall von Verstößen innerhalb eines Mitgliedsverbandes erklärte er: "Es wird zunächst eine Selbstevaluierung stattfinden. Und wenn die nicht befriedigend ist, könnte das IOC eine Evaluierung vornehmen. Danach sind weitere Gespräche und Maßnahmen möglich." Konkrete Bezüge auf die FIFA und deren Präsidenten Sepp Blatter, der auch IOC-Mitglied ist, vermied Bach.

IOC untersucht Fall Mae

Konkreter wurde Bach im Fall der Geigerin Vanessa Mae, die angeblich mit Hilfe von gefälschten Qualifikationsergebnissen zu einem Start im alpinen Riesenslalom bei den Winterspielen in Sotschi gekommen war. "Eine Manipulation in diesem Ausmaß, das wäre schon ein erschreckendes Bild", sagte Bach: "Sie würde rückwirkend von den Olympischen Spielen ausgeschlossen, ihr Name würde von den Teilnehmerlisten verschwinden. Die Vierjahressperre des Internationalen Skiverbandes würde ihr eine weitere sportliche Zukunft verbauen."

In der "FAZ" kündigte Bach auch an, dass ein Land wie Iran, das Frauen diskriminiert, keine Chance hätte, Olympische Spiele auszurichten. "Es könnten keine Olympischen Spiele in einem Land stattfinden, wo kein freier Zugang zu den Sportstätten gegeben ist", sagte er: "Eine solche Bewerbung würde in der Vorauswahl scheitern."


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