DFB-Präsident erklärt Bereitschaft, Platz bei der FIFA einzunehmen

Niersbach: "Würde Platz einnehmen"

SID
Dienstag, 25.11.2014 | 09:58 Uhr
Wolfgang Niersbach erklärt seine Bereitschaft, sich in das Exekutivkomitee der FIFA wählen zu lassen
© getty
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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, sich in das Exekutivkomitee der FIFA wählen zu lassen. "Wenn die Kollegen aus dem DFB-Präsidium, die Profi- und Amateurvertreter, das auf der Sitzung am Freitag in Weimar möchten, dann denke ich, dass ich zustimmen werde."

Das sagte der 63-Jährige am Montagabend im "Audi Star Talk" bei "Sky".

Nominierungsfrist für die Kandidaten auf einen Platz in der FIFA-Exekutive ist der 24. Januar. Die UEFA wird dann auf seiner Sitzung im März in Wien seine Kandidaten benennen, die sich dann auf dem FIFA-Kongress Ende Mai in Zürich zur Wahl stellen. Bei einer erfolgreichen Kandidatur würde Niersbach seinen Vorgänger als DFB-Präsident, Theo Zwanziger, in der Exekutive ablösen.

Niersbach betonte im Star Talk, dass er sich vor allem der Bedeutung dieses Amtes beugen würde. "Ich reiße mich nicht darum, weil es weitere 30 Tage sind, die man unterwegs ist. Aber es ist immens wichtig, bei aller Kritik, die im Moment über die FIFA verbreitet wird, dass man als deutscher Fußball in diesem Gremium des Weltfußballs vertreten ist", so der DFB-Chef.

Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball hatte Niersbach bereits als geeigneten Kandidaten genannt, im Exko nach der Krise um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 einen Umbruch einzuleiten. Der DFB-Präsident selbst sieht derzeit eine "Situation, die uns alle sehr belastet und auch nervt", sagte Niersbach: "Das gebe ich ganz offen zu."

Katar sorgt für Unruhe

Seit der Vergabe an Katar (2. Dezember 2010) herrsche "diese Unruhe", sagte er: "Man hat ein Gemisch von Vermutungen, Verdachtsmomenten, Beschuldigungen und Spekulationen. Und keiner blickt mehr richtig durch. Man hatte gehofft, durch den Bericht der Ethikkommission für Klarheit zu sorgen. Stattdessen ist neue Unsicherheit entstanden." Das Schlimmste sei, "dass man gar nicht so richtig erkennt, wie das Ganze beendet werden kann. Dass endlich mal klipp und klar gesagt wird, das ist die Entscheidung, die Entscheidung pro Katar 2022 war sauber oder sie war nicht sauber", sagte er.

Zur Motivation des FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter, sich gegen den Widerstand aus Europa in die fünfte Amtszeit wählen lassen zu wollen, berichtete Niersbach: "Er hat mir gesagt, dass er von vielen anderen Landesverbänden, von anderen Kontinenten gebeten wurde, weiterzumachen."

"Hoeneß hat Anteil an WM-Titel"

In diesem Rahmen äußerte sich Niersbach auch zu Uli Hoeneß und schrieb dem Macher des FC Bayern einen besonderen Anteil am WM-Erfolg zu: "Ich habe ihn nicht besucht, sondern ihm nach der Weltmeisterschaft einen Brief´geschrieben. Sinngemäß mit dem Inhalt, dass auch er seinen Anteil an unserem Erfolg hat! Wegen diesem speziellen FC Bayern Gewinner-Gen - das hat man ja besonders im Endspiel bei Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Thomas Müller gesehen."

Außerdem sprach er sich für eine Rückkehr Hoeneß' auf die Fußballbühne aus: "Ich denke, der Tag kommt, dass sich sprichwörtlich die Türen wieder öffnen. Also auch in die Bereiche des Fußballs und des FC Bayern München hinein. Ich zähle mich auch zu denjenigen, die sich sehr freuen, wenn wir ihn wieder begegnen."

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