Blitzlichter aus Europa

Flirt-Nachhilfe für Ryan Gosling

Von SPOX
Montag, 10.11.2014 | 18:28 Uhr
"Baby take off your coat, real slow"
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Während man in Italien Spiele im römischen Kolosseum plant, gehen die Engländer am neu entdeckten Charme von Samuel Eto'o zu Grunde. Ex-Oasis-Frontmann zerstört die Gitarre einer United-Legende und in Spanien werden im Zuge der Internationalisierung jetzt sogar schon Nachnamen übersetzt. Die Blitzlichter aus Europas Topligen.

Serie A

Von Oliver Birkner

70 des Spieltags: Soeben hat sich Carlos Tevez gedreht. Er entledigt sich in der eigenen Hälfte eines Gegenspielers. Dann rennt Carlos. 20 Meter, 30. Schneidet wie ein Messer durch die warme Parma-Butter. Carlos rennt. 40, 50, 60. Lässt ein Hütchen stehen, legt den Ball am nächsten vorbei. Hinter ihm hecheln einige Parma-Stangen in scheußlich erbsengrünen Gewändern. Carlos ist bei 70 Metern angekommen, das reicht nun aber auch. Er sieht auf und schiebt die Kugel leger rechts unten ein.

Ein Wahnsinnstor bei Juves 7:0-Demolierung der Gäste und eine nette Visitenkarte für Tevez' Rückkehr in die argentinische Nationalelf nach drei Jahren. Das Blatt "Marca" nannte den Treffer "maradoniano", in der Heimat feierte man den Stürmer als "Tevezdona". Naja, zu Dieguito besteht dann doch noch reichlich Platz nach oben, aber es war schlicht das genialste Tor seit der Eröffnung des Juventus Stadium Mitte 2011. Zuletzt siegte Juventus in der Serie A in dieser Höhe gegen Ascoli und bei den Torschützen wie Paolo Rossi oder Michel Platini ahnt man, dass es lange her ist - am 11. September 1983. Im Radio hieß es am Sonntag übrigens: "Juve mahlt die Heimspiele wie der Müller aus Grimms Märchen." Oder so ähnlich.

Zirkus des Spieltags: Der American Dream kennt keine Grenzen. Vom Tellerwäscher zum Millionär oder vom Stadio Olimpico ins Kolosseum. Dort, so schlug der Bostoner Presidente der Roma James Pallotta kürzlich vor, könnte man doch auch mal Kicken. Stimmt. Das Colosseo steht seit Jahrhunderten eh bloß unnütz hinter Touristen-Neppern in Gladiatorentrachten rum. Der Kultusminister äußerte Sicherheitsbedenken, und überhaupt würde die interne Arena gar keine offiziellen Maße für eine Fußball-Partie bieten.

Mit den Maßen sind Amerikaner jedoch nicht so pingelig, Mark Twain überlieferte die Länge nach einer Rom-Reise einst mit großzügig verschätzten 300 Metern. Pallotta mag nicht aufgeben und schwenkte als möglichen Spielort auf den Circus Maximus um. Partien gegen Topteams aus Europa sollen dort stattfinden, übertragen im Pay-TV weltweit, regte Pallotta an. Eventuell könnte man bei den Bayern nachfragen, die ihre Pilgerfahrt nach Rom jüngst gewiss erbaulich fanden. Bei 621 Metern Länge könnten womöglich fünf CL-Vorrunden-Kicks gleichzeitig stattfinden. Hoffentlich verrät Pallotta, Miteigner der Boston Celtics, niemand, dass ein Basketball-Court akkurat ins Pantheon passen würde.

Und sonst? Sechshundertzweiundzwanzig ist ausgeschrieben eine quälend lange Zahl. So viele Tage auf ein Ligator zu warten, gleichermaßen qualvoll. Stephan El Shaarawy hatte für Milan in der Serie A zuletzt am 24. Februar 2013 im Mailänder Derby getroffen - es folgten Verletzungen, Formtiefs und Stille um den "Pharao". Dem Sohn eines Ägypters (und für Silvio Berlusconi deshalb meist "der kleine Ägypter") gelang am Samstag bei Sampdoria endlich wieder ein Erfolgserlebnis, und der Außenstürmer brach daraufhin in Tränen der Erleichterung aus. Zur Belohnung erhielt der Pharao seine erste Länderspielnominierung seit Juni 2013 in der Hoffnung, sechshundertzweiundzwanzig nie wieder lesen zu müssen.

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