Donnerstag, 23.10.2014

Es-Schalker als Bad-Boy bekannt

Jones: "Selbst schuld am Image"

Jermaine Jones blüht seit seinem Wechsel in die MLS auf und führte seinen schwach gestarteten neuen Klub New England Revolution schon einen Spieltag vor Saisonende in die Playoffs. Der 32-Jährige äußerte sich jetzt in einem Interview offen über sein Image, die Stärken der amerikanischen Liga und seinen ungewöhnlichen Transfer.

Jermaine Jones haftet ein Bad-Boy-Image an
© getty
Jermaine Jones haftet ein Bad-Boy-Image an

Auch in den USA hat Jones mit seinem Ruf als Bad Boy zu kämpfen, doch der Defensivmann erklärte im "Kicker": "Ach, mein Bad-Boy-Image, daran war ich ja selbst schuld. Aber, dass ich älter und ruhiger geworden bin, jetzt Kinder habe, das interessiert irgendwie keinen, auch hier nicht. Aber ich habe immer gesagt: Amerika hat mir eine neue Chance gegeben, mit der Nationalelf und der Weltmeisterschaft. Dafür bin ich dankbar."

Trotzdem werde "gerne ein altes Image weiterverkauft. Ich bin keine Primadonna, sondern versuche ein Teil der Mannschaft zu sein. Aber ich lasse mich auch nicht verbiegen. Doch es ist auch eine Frage, wie man wahrgenommen wird."

Schalke sei hierfür das beste Beispiel: "Wenn ich etwas gesagt habe, war es böse. Aber wenn es Kevin-Prince Boateng sagte, dann war es gut. Dabei sind wir eigentlich genau die gleichen Typen. Aber das ist alles Geschichte. Ich hatte eine super Karriere in Europa, jetzt läuft es gut hier."

Jones: "Musste mir das alles erkämpfen"

Allerdings war das zunächst nicht absehbar, noch vor einem halben Jahr hatte Jones wenige Interessenten in den USA. "Das ist doch ganz normal", so der gebürtige Frankfurter: "Ich kam nicht aus der MLS und ging dann nach Europa, sondern bin in Deutschland aufgewachsen. Ich musste mir das alles erkämpfen und habe mir wohl über die WM in den USA einen Namen gemacht."

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Dort habe er bewiesen, dass er mit den ganz Großen mithalten könne - wenngleich das in der MLS noch nicht an oberster Stelle stehe: "Man kann es nicht mit Deutschland oder einer Topliga in Europa vergleichen, dafür ist die MLS noch immer zu neu. Aber dass viele Mannschaften inzwischen wirklich sehr gute Talente haben, brauche ich nicht zu erwähnen. Und die Athletik hier ist teilweise der Wahnsinn."

Klinsmann riet zu MLS-Wechsel

Trotz des insgesamt schwächeren Niveaus fiel seine Entscheidung für die USA bewusst: "Ich hatte ja Angebote aus Europa. Aber für mich war schnell klar, dass ich nach all den positiven Effekten der WM hier in Amerika spielen und den Fußball weiter anschieben möchte. Auch Jürgen Klinsmann hat mir dazu geraten."

Doch der tatsächliche Wechsel verlief offenbar auf kuriose Art und Weise. "So ganz genau weiß ich das selbst nicht", antwortete Jones auf die Frage, wie er zu seinem neuem Klub kam: "Ich unterschrieb einen Vertrag mit der MLS, dann erfuhr ich, dass zwei Vereine an mir interessiert sind, und dass offenbar das Los entscheidet, wo es für mich hingeht. Also habe ich mit meiner Familie in Los Angeles einfach abgewartet."

Seine Familie blieb allerdings auch nachdem klar war, wo es für Jones hingeht, in Kalifornien: "Ja, ich fliege zwischen Boston und L. A. hin und her. Das ist schon okay."

Jermaine Jones im Steckbrief

Adrian Franke

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