Alfredo Di Stefano gestorben

SID
Montag, 07.07.2014 | 17:48 Uhr
Die Fußball-Welt trauert um Alfredo Di Stefano
© getty
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Die Fußball-Welt trauert um einen ihrer größten Stars: Das argentinisch-spanische Idol Alfredo Di Stefano ist drei Tage nach seinem 88. Geburtstag an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Dies bestätigte der spanische Fußball-Verband am Montag.

Die Legende von Real Madrid hatte am Freitag einen Herzinfarkt erlitten, musste wiederbelebt und in ein künstliches Koma versetzt werden. Am Ende verlor der wohl größte Fußball-Star der 50er-Jahre diesen Kampf.

Das Herz hatte ihm schon lange zu schaffen gemacht. Seit einem Herzinfarkt im Jahr 2005 trug er einen Schrittmacher und einen vierfachen Bypass.

"Der Kompletteste"

Für Franz Beckenbauer war Di Stefano "der kompletteste Spieler der Welt". Zwischen 1956 und 60 hatte "Don Alfredo" Real Madrid zu fünf Titeln in Folge im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger-Wettbewerb der Champions League geführt. In dieser bis heute erfolgreichsten Phase der Klubgeschichte wurde der "Mythos Real Madrid" und des "weißen Balletts" begründet.

Di Stefano, dessen Vorfahren aus Italien stammen, bestritt gleich für drei Nationen Länderspiele: 6 für Argentinien, 4 für Kolumbien und 31 für Spanien. Seine Fans nannten den Sohn eines Viehzüchters aus Buenos Aires ehrfürchtig "La Saeta Rubia", den "blonden Pfeil".

Er genoss den Ruhm, vor allem aber das Spiel. "Der Fußball hat mir alles gegeben. Ich habe ihn immer als Mannschaftsspiel verstanden und habe immer deutlich gemacht, dass ich nicht vergöttert werden will, sondern einfach nur spielen", sagte er einst: "Und dazu muss man laufen und schwitzen."

Debüt für Argentinien

Für die Gauchos hatte er 1947 bei der Copa America debütiert, wurde später aber nicht mehr eingeladen, weil er seit dem Spielerstreik 1948 in Kolumbien spielte. Die Partien für Kolumbien waren von der FIFA nicht als offizielle Länderspiele anerkannt. So konnte er 1956 nach Erlangung der spanischen Staatsbürgerschaft auch noch für die Iberer spielen.

Bei einer WM kam Di Stefano aber nie zum Einsatz: 1958 verpasste Spanien die Qualifikation, vier Jahre später hinderte ihn eine Muskelverletzung.

Europas Fußballer des Jahres

Dennoch war er eine Ikone des Fußballs. 1957 und 1959 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres gewählt, bei der FIFA-Wahl zum Spieler des Jahrhunderts wurde er Vierter. Hinter Pelé, Franz Beckenbauer und Johan Cruyff, aber vor beispielsweise Diego Maradona, Michel Platini oder Eusébio.

Neben den fünf Europapokalen gewann er 14 nationale Meisterschaften und wurde zehnmal Torschützenkönig in Argentinien, Kolumbien oder Spanien. Für Real erzielte er in 510 Spielen stolze 418 Tore, insgesamt waren 818 Treffer in etwas mehr als 1100 Einsätzen.

Erfolgreicher Trainer

Als Trainer führte er den FC Valencia 1971 zum Meistertitel und 1980 später zum Europapokalsieg im Wettbewerb der Pokalsieger.

Auch Real und den argentinischen Renommierklub River Plate trainierte er je zweimal. Ehrenpräsident der Königlichen aus Madrid durfte er sich seit 2000 nennen, seit 2008 war er Ehrenpräsident der UEFA.

Reaktionen zum Tod von Alfredo Di Stefano

Joseph S. Blatter (FIFA-Präsident): "Ich bin sehr traurig, seit ich von Di Stefanos Tod gehört zu habe. Er war der kompletteste Spieler, den ich je gesehen habe. Mein Lieblingsspieler. Eine Legende ist von uns gegangen. Ich habe seine Zeit bei Real Madrid besonders aufmerksam verfolgt. Ich war ein junger Sportreporter. Später hatte ich das Privileg, ihn bei Real Madrid kennenzulernen. Wir wurden guten Fußball-Freunde. Ich werde ihn nie vergessen."

Cristiano Ronaldo (Weltfußballer von Real Madrid): "Das ist ein sehr trauriger Tag. Für mich, für alle Madridistas, für die ganze Welt des Fußballs. Don Alfredo hat uns verlassen, aber die Erinnerung an ihn wird für immer in unseren Herzen leben. Legenden sterben nie. Danke für alles, Maestro."

Iker Casillas (Torhüter von Real Madrid): "Ruhe in Friede, Don Alfredo, Größter von allen, Legende von Real Madrid. Du wirst immer bei uns sein, und ich werde Dich nie vergessen, Maestro."

Real Madrid (in einer Pressemitteilung): "Präsident Florentino Perez und die Klub-Verantwortlichen drücken ihr tiefstes Mitgefühl und alle Liebe für seine Kinder, seine Familie und Freunde aus. Real Madrid trauert auch mit den Fans überall auf der Welt. Wir haben den besten Spieler aller Zeiten verloren."

Sir Bobby Charlton (Weltmeister 1966 mit England): "Ich war tief erschüttert, als ich die Nachricht gehört habe. Als einer der Stars der legendären Real-Mannschaft war er einer der besten Spieler, die ich je getroffen habe, und zudem ein extrem intelligenter Fußballer. Er war jemand, den ich wirklich respektiert habe, erst als ich ihn von den Tribünen des Bernabeu gesehen habe und dann, als ich gegen ihn gespielt habe. Ich hatte das Privileg, ihn einen guten Freund nennen zu dürfen. Die Fußball-Welt hat einen großen Fußballer und einen großen Mann verloren."

Jose Mourinho (Ex-Trainer von Real Madrid): "Ich habe mit großer Bestürzung vom Tod Alfredo Di Stefanos gehört, einem wunderbaren Mann, den ich während meiner Zeit in Madrid kennen lernen durfte. Meine Gedanken sind in erster Linie bei seiner Familie und seinen Freunden, aber es ist ein trauriger Tag für den gesamten Fußball und alle Fans, wenn wir einen so besonderen Mann verlieren. Alfredo war der beste Spieler in der Geschichte von Real Madrid und einer der größten aller Zeiten. Ruhe in Frieden, Alfredo."

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