Broich: "Ich will hier gar nicht weg"

SID
Freitag, 02.05.2014 | 13:30 Uhr
Thomas Broich wechselte 2010 zu den Brisbane Roar
© getty
Advertisement
World Cup
45 Min. nach Abpfiff: Schaue die WM-Highlights auf DAZN
World Cup
Brasilien -
Costa Rica (Highlights)
World Cup
Nigeria -
Island (Highlights)
World Cup
Serbien -
Schweiz (Highlights)
World Cup
Belgien -
Tunesien (Highlights)
World Cup
Südkorea -
Mexiko (Highlights)
World Cup
Deutschland -
Schweden (Highlights)
World Cup
England -
Panama (Highlights)
World Cup
Japan -
Senegal (Highlights)
World Cup
Polen -
Kolumbien (Highlights)
World Cup
Saudi-Arabien -
Ägypten (Highlights)
World Cup
Uruguay -
Russland (Highlights)
World Cup
Spanien -
Marokko (Highlights)
World Cup
Iran -
Portugal (Highlights)
World Cup
Australien -
Peru (Highlights)
World Cup
Dänemark -
Frankreich (Highlights)
World Cup
Nigeria -
Argentinien (Highlights)
World Cup
Island -
Kroatien (Highlights)
J2 League
Fagiano -
Tokyo Verdy
World Cup
Südkorea -
Deutschland (Highlights)
World Cup
Mexiko -
Schweden (Highlights)
World Cup
Schweiz -
Costa Rica (Highlights)
World Cup
Serbien -
Brasilien (Highlights)
World Cup
Senegal -
Kolumbien (Highlights)
World Cup
Japan -
Polen (Highlights)
World Cup
Panama -
Tunesien (Highlights)
World Cup
England -
Belgien (Highlights)

Am Sonntag kann Thomas Broich mit Brisbane Roar zum dritten Mal australischer Fußball-Meister werden. Im Interview spricht er über seinen sportlichen Erfolg und das Leben "Down Under".

In Deutschland galt Thomas Broich immer nur als Feingeist. Er war der Sonderling, der Klavier spielte und Bücher las, während die anderen an der Playstation zockten. Nicht nur für die Medien war der Hochtalentierte ein Außenseiter.

"Auch innerhalb der Truppe war ich ein wenig isoliert", sagt der heute 33-Jährige. Manch oberflächlichem Geist mag erst durch die faszinierende Dokumentation "Tom meets Zizou" klar geworden sein, welch tiefgründiger und interessanter Charakter Broich ist - wenn überhaupt. So oder so: Die Branche verschlang ihn, Broich nahm Reißaus - und fand sein "persönliches Paradies".

"Deutsches Finale" in Sydney

Am Sonntag spielt der gebürtige Münchner mit Brisbane Roar im "deutschen" Finale gegen die Western Sydney Wanderers mit Jerome Polenz um seinen dritten Meistertitel in Australien. Zum besten Spieler der Saison wurde er schon gewählt, obwohl inzwischen Stars wie Alessandro del Piero in der A-League spielen. Er hat in jeder Saison die meisten Tore aufgelegt, ist der meistgefoulte Spieler und gilt für viele gar als der Beste, der je "Down Under" gekickt hat.

Doch nicht nur aus sportlichen Gründen ist Broich in Australien glücklich. Wenn er am Montag nächster Woche in den Flieger nach Deutschland steigt, tut er dies dennoch mit etwas Vorfreude: "Ich kann Zeit mit meiner Mutter, meinen Kumpels und meinen Katzen verbringen. Das ist immer ein Highlight des Jahres." Aber Heimweh, versichert der frühere Kölner, Mönchengladbacher und Nürnberger "habe ich keines und eigentlich will ich hier auch gar nicht weg."

Karriereende in Australien denkbar

Der Kontakt in die Heimat hat sich "auf ein Mindestmaß reduziert, je mehr ich hier mein eigenes Leben habe". Als Australier fühlt der siebenmalige U21-Nationalspieler sich aber "überhaupt nicht, und das wird sich auch nicht ändern. Ich fühle mich sehr wohl, aber es ist sonnenklar, dass ich Deutscher bin." Dass er sich einbürgern lassen will, um für die "Socceroos" bei der WM 2014 zu spielen, war deshalb auch "nur ein Medienthema. Aber keines für den Verband und keines für mich."

Klar ist jedoch: Broich hat in Brisbane einen Vertrag bis 2017. Seine Karriere will er in Australien beenden und eigentlich will er auch darüber hinaus dort bleiben. "Ich bin schon auf den Geschmack gekommen", sagt Broich.

Broich als Lockvogel

Derzeit versucht er sogar, einigen befreundeten Spielern den Wechsel nach Australien schmackhaft zu machen. "Wir haben einige Baustellen im Team, und ich wüsste schon den ein oder anderen, der da reinpasst", erklärt er schmunzelnd.

Am anderen Ende der Leitung macht sich dann meist Überraschung breit. "Interessant finden Sie es alle", sagt Broich: "Aber sie müssen es auch sacken lassen. Es ruft ja nicht jeden Tag einer an und fragt, ob man am anderen Ende der Welt spielen will." Zumal man in Australien "nicht gerade rosig" verdienen kann.

Doch überzeugende Argumente wird Broich schon haben. Denn wer kann schon von sich behaupten, im Paradies zu spielen?

Thomas Broich im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung