Das Wochenende der Schande

Von SPOX
Vor dem Coppa-Finale kam es in Rom im und um das Stadio Olimpico zu schweren Ausschreitungen
© getty

Der Calcio steht nach den Randalen rund ums Coppa-Finale unter Schock. In Spanien schleicht sich ein Real-Fan ins Camp Nou, während in der Premier League Herzen gebrochen werden und Spieler reihenweise Tränen vergießen.

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Premier League

Von Raphael Honigstein

Der Herzensbrecher des Spieltags: Liverpool gegen Manchester City, das ist nicht nur das Duell zweier Mannschaften, sondern auch das der beiden Toure-Brüder. "Es ist sehr schwer, unglaublich schwer", sagte Citys Yaya, "die Familie sollte ausgeglichen sein, aber sie ist gespalten. Der Sport kann Herzen brechen". Das ist sicherlich richtig. Ein Toure wird Meister, der andere nur Zweiter, im Moment sieht es stark nach einem Triumph von City (3:2 gegen Everton am Samstag) aus.

City könnte den Titel wie vor zwei Jahren wegen der besseren Tordifferenz gewinnen, "ich möchte das aber eigentlich nicht mehr miterleben", sagte Yaya Toure. Bruder Kolo war in dieser Saison ehrlich gesagt eher für die Gegentreffer beim FC Liverpool zuständig, und was das Brechen von Herzen angeht, kennt er sich auch ganz gut aus.

Im November 2012 hatte er sich gegenüber seiner Geliebten als ein französischer Gebrauchtwagenhändler namens "Francois" ausgegeben (kein Witz) und war mit dieser Geschichte ein paar Monate lang durchgekommen.

Abstieg des Spieltags: Felix Magath ist der erste deutsche Trainer in der Premier League. Nein, er war der erste deutsche Trainer in der Premier League. Sein FC Fulham steht nach dem 1:4 in Stoke als Absteiger fest. Für Magath war es persönlich der erste Abstieg überhaupt, "es fühlt sich schlimmer als die zwei verlorenen WM-Endspiele an" erklärte er.

Gerne würde er den Wiederaufstieg mit den West-Londonern anpeilen, "wir müssen junge Spieler aus der Nachwuchsakademie heranführen." Die Schuld an dem Niedergang wies er übrigens Vorgänger Rene Meulensteen zu. "Im Winter wurden acht neue Spieler geholt - es war unmöglich, eine gute Truppe zusammen zu stellen. Ob er damit "nur acht neue Spieler" meinte?

Man darf gespannt sein, ob die Cottagers den Weg in die Zweitklassigkeit mit dem 60-Jährigen bestreiten wollen.

Und sonst so? Nach dem 0:0 von Chelsea gegen Norwich wurde an der Stamford Bridge viel geweint. Das lag weniger an dem unansehnlichen 0:0, als an dem bevorstehenden Abschied der Chelsea-Legenden John Terry, Frank Lampard, Petr Cech und Ashley Cole. Das Quartett hat von Mourinho keine Garantie für die nächste Saison bekommen, Cole schluchzte stark auf dem Platz.

Zum Heulen war das Spiel allerdings auch. Mourinho erklärte, dass er von dem abstiegsgefährdeten Gegner ein "crazy" Spiel erwartet hatte, doch diesen Gefallen hatten ihm die "Kanarienvögel" nicht getan. Nun hat Mou ein kleines Problem. Ergebnisfußball ohne Ergebnisse verzeiht Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch in der Regel nicht.

Der Portugiese wird zwar im Gegensatz zu seinen titellosen Vorgängern nicht sofort gefeuert werden, aber im nächsten Jahr müssen Pokale ran.

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