Wayne Rooneys größtes Verbrechen

SID
Montag, 24.02.2014 | 17:26 Uhr
So mancher englische Fan macht sich Sorgen um Wayne R.
© getty
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Während Mihajlovic lustige Details über die Essgewohnheiten von AC-Coach Seedorf ausplaudert, schockt Al Ahly die Verantwortlichen der Rossoneri. In Spanien merkt man, dass selbst Zeitschinden gelernt sein muss und man seinen Tag trotz Geburtstag und 3:1-Sieg gegen Barcelona noch verhunzen kann. Die Premier League witzelt über ein schmerzhaftes Denkmal einer Legende und kleines, dickes Rooney.

Serie A

Von Oliver Birkner

Zähne des Spieltags: Man traf sich nach langen Jahren mal in Marassi wieder: Sinisa Mihajlovic (Samp-Coach) und Clarence Seedorf (Milan-Gegenüber) spielten 1995/96 gemeinsam bei Sampdoria und Miha erinnerte sich an einige Anekdötchen. "Clarence futterte ständig nur Chips, pausenlos. Später kaufte ihm der Klub einen schwarzen Mercedes mit schwarzen Ledersitzen und getönten Scheiben. Kam er abends in unserem Quartier an, konnte man erst erkennen, dass Seedorf am Steuer saß, wenn er lächelte und die weißen Zähne zu sehen waren." Zum Glück lächelte Seedorf beim Wiedersehen in schwarzem Anzug und schwarzem Schal, so dass ihn Mihajlovic zur Umarmung rasch erkannte. Der Niederländer ließ die Chips dann für 90 Minuten in der Kabine und siegte 2:0. Ganz so freudig lief die Rückfahrt womöglich nicht ab. Denn Ergebnisse hin oder her, es gibt derzeit drängendere Probleme im Hause Milan.

Als hätte der AC nicht schon genug Sorgen kam jetzt auch noch Al Ahly aus Kairo daher und feierte per afrikanischem Supercup den 19. Internationalen Titel, einen mehr als Milan (und Boca Juniors). All das schöne Briefpapier und die Grußkarten müssen in den Müll, der Mannschaftsbus gehört neu lackiert. Der stolze Schriftzug (übrigens ebenfalls auf Trikotsätzen) "Klub mit den meisten Titeln der Welt" ist Geschichte. Ganz so leicht will man jedoch nicht nachgeben: "Ich werde bei der FIFA nachfragen, vor allem wegen Al Ahlys Trophäe im Afro-Asiatischen Cup, der mir ein bisschen soso lala erscheint", kündigte Geschäftsführer Adriano Galliani an. "Das sind bestimmt wahnsinnig spannende Partien, doch ob jener Pokal tatsächlich zählen darf, gilt abzuwarten." Stimmt, so ein bisschen Kolonial-Attitüde kann schließlich nie schaden. Was erlaube Afrika und Asien? Ein eigener Wettbewerb zwischen beiden Kontinenten? Unerhört. Da muss die FIFA endlich intervenieren!

Ohr des Spieltags: Langsam wird das Ohrendrehen wirklich unheimlich. Abgeschrieben, aussortiert, doch nach dem 3:2 in Livorno, einem Tor und einem Assist bilanziert Luca Toni jetzt schon insgesamt 13 Treffer und sieben Vorlagen in 2049 Spielminuten für Hellas Verona. Selbst der Kumpel aus Bayern Zeiten, Franck Ribery, forderte über die Gazzetta dello Sport: "Luca, ich erwarte dich bei der WM in Brasilien - du musst zurück in die Nationalelf." Der 36-Jährige bleibt weiterhin bescheiden: "Ich habe einfach Riesenbock auf Fußball. Nimmt Prandelli mich mit, freue ich mich wie ein Junge an Weihnachten. Falls nicht, drücke ich den Azzurri eben vor dem Fernseher die Daumen." In der gegenwärtigen Form wäre Toni als Alternative durchaus zu gebrauchen.

Und sonst? Ein surreales Klima herrschte in Rom, wo über 40.000 gegen den gewöhnungsbedürftigen Lazio-Präsidenten Claudio Lotito protestierten. Die Aktion war rund einen Monat lang übers Internet und Radiosender vorbereitet worden. Massenweise Spruchtafeln "Tritt ab!" der Kurven und Tribünen und anhaltende Gesänge (der Geschmackloseste "Lotito, du musst sterben") lenkten die Tifosi völlig vom 3:2-Sieg über Sassuolo ab - die Tifosi verfolgten die 90 Minuten beinahe komplett desinteressiert und widmeten sich lieber Pfiffen und ihrem Protest. Lotito, der Lazio 2004 aus der Pleite gerettet hatte, wird aus mehreren Lagern seit Jahren vorgeworfen, er würde den Verein zu Grunde richten. Für Ruin klingen Platz 5, 4, 7 und ein Pokalsieg aus den letzten drei Jahren eigentlich ganz ordentlich.

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Seite 2: Rooneys Blick in die Zukunft und Bergkamps Schmerzen

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