Champagne wirft seinen Hut in den Ring

SID
Montag, 20.01.2014 | 16:41 Uhr
Jerome Champagne hat mit Pele einen prominenten Unterstützer auf seiner Seite
© getty
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Jerome Champagne wird 2015 bei der Wahl zum Präsidenten im Fußball-Weltverband FIFA kandidieren. Am Montag erfolgte die Ankündigung des Franzosen. Auch UEFA-Chef Michel Platini wird als möglicher Konkurrent für Joseph Blatter gehandelt.

Der Kampf um die Präsidentschaft im Fußball-Weltverband 2015 wird möglicherweise zu einem Dreikampf: Am Montag warf der Franzose Jerome Champagne mit seiner Ankündigung, in 16 Monaten in Zürich kandidieren zu wollen, als Erster den Hut in den Ring.

Der Schweizer Amtsinhaber Joseph S. Blatter, der seit 1998 an der Spitze des Milliarden-Unternehmens FIFA steht, hat sich ebenso noch nicht definitiv erklärt wie UEFA-Boss Michel Platini, ein Landsmann Champagnes.

"Wir brauchen eine andere FIFA, die demokratischer ist, mehr Respekt zeigt, sich besser darstellt und mehr tut", sagte Champagne vor Medienvertretern in einem Hotel in London.

Er wolle das Ansehen der von Korruptionsskandalen gebeutelten FIFA wieder herstellen, betonte er. Champagne zeigte außerdem eine Videobotschaft von Brasiliens Fußball-Ikone Pele, der sich für den Franzosen einsetzt.

Pele: "Ich unterstütze Champagne"

"Ich kann nicht abseits stehen in einer Debatte, die so wichtig ist für die Zukunft des Fußballs. Ich unterstütze Jerome Champagne und dessen Visionen", sagte der dreimalige Weltmeister.

Die FIFA müsse die Dinge, die gut in der Vergangenheit gewesen seien, fortsetzen, aber die FIFA "muss sich zum 21. Jahrhundert und der heutigen Welt bekennen", betonte Pele.

Der FIFA-Präsidentschaftskandidat Champagne wird wohl in Kürze dem DFB einen Besuch abstatten. "Wir werden uns auf seinen Wunsch hin zeitnah zu einem persönlichen Gespräch treffen, in dem er mir seine Pläne und Ziele im Detail erläutern möchte. Erst wenn klar erkennbar ist, welche Kandidaten sich mit welchen Inhalten um das Amt des FIFA-Präsidenten bewerben, kann und wird sich der DFB positionieren", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in einer ersten Stellungnahme.

Er kenne Champagne seit vielen Jahren "und schätze ihn und seine Arbeit". Der DFB war am Montagmorgen von Champagne selbst vorab über dessen Pläne unterrichtet worden.

Blatter-Entscheidung steht noch aus

Der bald 78-jährige Blatter will sich noch vor der WM in diesem Jahr in Brasilien entscheiden, ob er für eine fünfte Amtszeit zur Verfügung steht.

Als möglicher Gegenkandidat wird sein einstiger "Ziehsohn" Platini gehandelt, der allerdings auch erst im Verlauf des Jahres bekannt geben möchte, ob er sich 2015 in der FIFA zu Wahl stellt. Das Verhältnis zwischen Blatter und Platini ist seit geraumer Zeit stark belastet.

Champagne gilt im Fußball als gut vernetzt. Im Jahr 2010 hatte sich die FIFA von ihm getrennt, allerdings hatte er als langjähriger Berater stets eine gute Beziehung zu Blatter gehalten.

Bereits von 1999 bis 2010 bei der FIFA

Bei der WM 1998 in Frankreich gehörte Champagne zum Organisationskomitee, ab 1999 arbeitete er für die FIFA. Er war stellvertretender Generaldelegierter für Sonderprojekte und schließlich bis zu seinem Ausscheiden 2010 Direktor für internationale Beziehungen.

Champagne hatte in Oman, Kuba, den USA und Brasilien auch Erfahrung im diplomatischen Dienst gesammelt. Der Franzose, der einst für France Football als freier Journalist gearbeitet hatte, war außerdem als Berater im internationalen Fußball tätig, unter anderem für die Verbände des Kosovo, von Palästina und Nord-Zypern.

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