Das Herz des "Panthers" schlägt nicht mehr

Eusebio mit 71 Jahren gestorben

SID
Sonntag, 05.01.2014 | 12:49 Uhr
Eusebio ist weithin auch unter dem Spitznamen "Der schwarze Panther" bekannt
© getty
Advertisement
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
UEFA Europa League
Do19:00
Sturm Graz -
Fenerbahce
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
RB Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Javor
Super Cup
Sa21:00
Monaco -
PSG
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Emirates Cup
So15:00
RB Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Super Liga
So19:00
Rad -
Crvena zvezda
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer 04 Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Ligue 2
Mo20:45
Auxerre -
Lens
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
Ligue 2
Fr20:00
Lens -
Nimes
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Club Friendlies
Sa16:45
RB Leipzig -
Stoke
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So15:15
SC Freiburg -
Turin
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal

Eusebios wundersamer Aufstieg zum Idol einer ganzen Generation begann im Elend. Aus den Slums von Maputo kämpfte sich der "Schwarze Panther" bis ganz nach oben, mit seinem unwiderstehlichen Stil wurde er zu einem der besten Spieler der Fußball-Geschichte. Am Sonntag starb Eusebio im Alter von 71 Jahren an einem Herzstillstand - ganz Portugal trauert um seinen Volkshelden.

"Sein Leben ist ein Vermächtnis für alle, die den Fußball lieben. Diese Nachricht ist brutal. Einige Menschen sollten uns nie verlassen", schrieb der nationale Verband FPF in seiner Würdigung eines ganz Großen. "Wir erinnern an das Talent und den Charakter eines Mannes, der unseren Fußball zu einem Aushängeschild in der Welt machte."

Eusebios Biograph John Malheiro hatte den Tod des WM-Torschützenkönigs von 1966 bestätigt. "Sein Herz hat um 3.30 Uhr Lissaboner Zeit aufgehört zu schlagen", sagte er dem Fernsehsender "RTP": "Seine Gesundheit war zerbrechlich, aber er wird unsterblich bleiben. Eusebio war ein Symbol besonders in den 60er Jahren, als in Portugal die Diktatur herrschte."

"O Rei", der König, wie sie ihn ehrfürchtig nannten, war vor allem für die dunkelhäutige Bevölkerung seines Landes eine Ikone. Mit seiner kraftvollen und zugleich künstlerisch-leichtfüßigen Spielweise hat er Generationen von Fußballern inspiriert - auch Portugals heutigen Superstar Cristiano Ronaldo.

"Für immer und in Ewigkeit, ruhe in Frieden, Eusebio!", twitterte der Torjäger von Real Madrid am Sonntagmorgen betroffen.

Einer der ersten modernen Mittelstürmer

Eusebio da Silva Ferreira war einer der ersten Mittelstürmer moderner Prägung, in 15 Jahren bei Benfica Lissabon begründete er einen Mythos.

Zehnmal führte er den berühmtesten Klub des Landes zur Meisterschaft, 1962 zum Triumph im Europokal der Landesmeister, er war Europas Fußballer des Jahres 1965, zweimal europäischer Torschützenkönig, traf in 301 Liga-Spielen 317-mal. Vor Benficas Estadio da Luz zeugt eine Bronzestatue des Idols von diesem Glanz.

"Er hat so schöne Tore geschossen", sagte Pele, einer der wenigen Fußballer seiner Zeit, die ihm ebenbürtig waren: "Alle beim FC Santos, auch ich, hielten ihn für einen großartigen Spieler."

Selbst Englands Raubein Nobby Stiles, Gegenspieler Eusebios bei Portugals 1:2-Niederlage im WM-Halbfinale 1966, meinte: "Er war gleichzeitig ein Gentleman, ein sehr respektvoller Mensch und ein außerordentlicher Spieler."

Debüt mit 15 Jahren

In ärmlichsten Verhältnissen war Eusebio als viertes von neun Kindern eines Weißen und einer Dunkelhäutigen in Portugals rücksichtslos ausgebeuteter Kolonie Mosambik geboren worden.

Mit 15 debütierte er beim Sporting Clube de Lourenço Marques, zeigte derart viel Talent, dass Juventus Turin den Teenager verpflichten wollte. "Mein Mutter wollte aber darüber nichts von niemandem hören", erinnerte sich Eusebio.

Mit 36 Toren schoss er den Klub zur Landesmeisterschaft und wechselte als 18-Jähriger nach Portugal. Die Legende will es, dass Benficas Trainer-Idol Bela Guttmann nach Eusebios erstem Training nur stammelte: "Das ist Gold, das ist Gold."

WM-Torschützenkönig 1966

Auf seinem Höhepunkt wurde Eusebio bei der WM 1966 mit neun Treffern Torschützenkönig, die Portugiesen feierten als Dritter ihren größten Erfolg.

Im Viertelfinale gegen Nordkorea (5:3) drehte Eusebio einen 0:3-Rückstand fast im Alleingang mit vier Toren. "Das war mein Tag. Jeder Spieler träumt davon, eines Tages ein Spiel zu wenden. Und an diesem Tag war ich es", schwärmte er einst.

Seine Karriere bestand aber nicht nur aus Glanz. Auch bei Benfica ließ man Eusebio den damals üblichen Rassismus der menschenverachtenden portugiesischen Kolonialzeit spüren und ihn für ein Minimalgehalt spielen.

Wechsel ins Ausland verboten

Portugals Staatspräsident Antonio de Oliveira Salazar untersagte ihm höchstpersönlich den lukrativen Wechsel: "Eusebio ist das wertvollste Staatseigentum von Portugal. Er darf nicht ins Ausland wechseln."

Erst 1975 bekam Eusébio die Freiheit in Lissabon geschenkt. Mit 31 Jahren ging er nach Nordamerika und tingelte dort - auf der Suche nach dem großen Geld - zwischen den USA und Kanada hin und her, ehe er drei Jahre später seine Karriere beendete.

Seine letzten Jahre verbrachte er kränkelnd, schon 2011 sorgte sich die ganze Nation um den kurz vor seinem 70. Geburtstag mit einer Lungenentzündung kämpfenden Eusébio. Am frühen Sonntagmorgen versagte sein großes Herz den Dienst.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung