Ronaldo ist Weltfußballer des Jahres

SID
Cristiano Ronaldo gewinnt nach 2008 zum zweiten Mal den Ballon d'Or
© getty

Der Traum von der Wahl zum Weltfußballer bleibt für Franck Ribéry unerfüllt. Der französische Offensivspieler vom deutschen Triple-Gewinner Bayern München musste bei der Gala des Weltverbandes FIFA am Montag in Zürich Real Madrids Superstar Cristiano Ronaldo den Vortritt lassen. Jupp Heynckes wurde wie erwartet zum Welttrainer gekürt, während Nadine Angerer und Silvia Neid einen aus deutscher Sicht perfekten Tag abrundeten.

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Ribéry, der mit dem deutschen Rekordmeister 2013 fünf Titel gewonnen hatte, ging ebenso leer aus wie Superstar Lionel Messi (FC Barcelona). Ronaldo nahm den Preis mit Tränen in den Augen entgegen.

Dennoch triumphierte im edlen Züricher Kongresshaus der deutsche Fußball. Nationaltorhüterin Nadine Angerer wurde als Weltfußballerin des Jahres geehrt, Ex-Bayern-Coach und Triple-Gewinner Jupp Heynckes sowie Bundestrainerin Silvia Neid sind die Trainer des Jahres. In der Mannschaft des Jahres 2013 stehen in Philipp Lahm und Manuel Neuer zudem erstmals zwei Nationalspieler - zusammen mit dem untröstlichen Ribéry.

Nach seiner überragenden Saison 2012/13 galt der kleine Franzose Ribéry, der immerhin Europas Fußballer des Jahres ist, lange als großer Favorit auf den Goldenen Ball. Ronaldo gewann keinen Titel, Messi plagte sich mit Verletzungen durch die Saison. "Es ist eine Ehre, überhaupt hier zu sein", sagte Ribéry noch vor der Gala im legeren weißen T-Shirt. Am Ende landete er mit 1127 Punkten hinter Lionel Messi (1205) sogar nur auf Platz Drei.

Fragwürdige Fristverlängerung

Mit 1365 Punkten gewann letztlich "CR7", der im Kalenderjahr 69 Treffer erzielt hatte. "Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, jedes Jahr ist eine neue Herausforderung und ich versuche immer, mich zu verbessern", sagte Ronaldo. Gegen Spieler wie Messi und Ribéry zu spielen, "macht mich stolz".

Die FIFA stellte klar, dass das Ergebnis nicht durch die fragwürdige Fristverlängerung der Abstimmung begünstigt wurde. Ronaldo konnte zwar so in den WM-Play-offs mit vier Toren gegen Schweden noch einmal auf der großen Bühne glänzen - laut FIFA habe sich in dem betreffenden Zeitraum aber nur die Anzahl der Stimmen verändert, nicht das Ergebnis.

Ob FIFA-Boss Joseph S. Blatter nach seiner peinlichen Ronaldo-Parodie zudem auf eine Art Konzessionsentscheidung hingearbeitet hat, um Reals Superstar nicht gänzlich zu verprellen, bleibt Spekulation. "Ich glaube, dass Thema ist abgeschlossen", sagte Ronaldo, der laut spanischen Medien mit seiner gesamten Familie in die Schweiz gereist war: "Wir hatten ein telefonisches Gespräch und es ist erledigt."

Heynckes wird Welttrainer

An der Wahl von Heynckes ging hingegen kein Weg vorbei. Der 68-Jährige, der sich mit 1806 Punkten deutlich gegen BVB-Coach Jürgen Klopp (766) und Manchester-Ikone Sir Alex Ferguson (711) durchsetzte, prägte das Fußball-Jahr 2013. Seinem Nachfolger bei den Bayern und Vorgänger als Trainer des Jahres, Pep Guardiola, hinterließ der Heynckes, der als Spieler Welt- und Europameister wurde, die derzeit beste Mannschaft der Welt.

"Ich freue mich, dass ich meine Karriere mit einer solchen Auszeichnung krönen kann. Das ist etwas, was ich mir vor zehn Jahren nicht erträumt hätte", sagte Heynckes mit leicht brüchiger Stimme. "Man sollte nicht so vermessen sein, zu glauben, dass man den Erfolg alleine beigeschafft hat." Das letzte Jahr "war genau der richtige Zeitpunkt, um zu sagen: Das war's", meinte Heynckes. Klopp sagte: "Ich bin eigentlich nur hier, um Jupp zu gratulieren. Das war die großartigste Trainerleistung."

Nadine Angerer tritt in Birgit Prinz´ Fußstapfen

Großen Anteil an einem großen Titel hatte auch Nationalspielerin Nadine Angerer, die im EM-Finale im Sommer gegen Norwegen mit zwei gehaltenen Elfmetern zur Heldin wurde. Sie wurde mit 612 Punkten als erste Torhüterin überhaupt und zweite Deutsche nach Birgit Prinz (2003 bis 2005) geehrt. "Ich bin überrascht und stolz und dankbar", erklärte Angerer, die wie gewohnt mit Hut auf die Bühne gekommen war.

Der Triumph im Finale verhalf zudem Neid zur Auszeichnung, Triple-Gewinner Ralf Kellermann (VfL Wolfsburg) ging hingegen leer aus. Neid bedankte sich vor allem bei DFB-Präsident Wolfgang Niersbach für die Unterstützung. "Ich freue mich über die Auszeichnung und sehe sie als Anerkennung für den gesamten deutschen Frauenfußball", sagte sie.

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