Blitzlichter aus Europa

"Wenn ihr kickt, bringen wir euch um"

SID
Montag, 11.11.2013 | 15:47 Uhr
Geleitschutz der anderen Art: Nocerinas Ultras "verabschieden" ihr Team
© Youtube
Advertisement
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Def y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
RB Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
RB Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer 04 Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Club Friendlies
Sa16:45
RB Leipzig -
Stoke
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So15:15
SC Freiburg -
Turin
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal

In Italien geht ein Drittliga-Spiel in die Historie ein. Die Rückkehr von Javier Zanetti wird wie ein Fest gefeiert und Juves Llorente rechtfertigt sich für seine Abseitsposition. In Spanien wird ein 16-jähriger Debütant gefeiert und Cristiano Ronaldo bleibt der König von Madrid. Arsene Wenger will viele Geschenke kaufen. Dies und mehr von unseren Korrespondenten aus ganz Europa.

Serie A

Von Oliver Birkner

Schande des Spieltags: Zweifelsohne wird das Drittliga-Derby Salernitana gegen Nocerina (Distanz rund 20 Kilometer) auf Ewigkeit einen Weltrekord behalten: Acht Verletzte beklagten die Gäste in den ersten 20 Minuten, drei Auswechslungen waren bereits nach 60 Sekunden über die Bühne gegangen. In Minute 21 brach der Referee die Partie ab, da bloß noch sechs tapfere Nocerina-Profis auf dem Feld standen.

Nun könnte man von historischem Pech sprechen, wenn die Verletzungen nicht allesamt vorgetäuscht gewesen wären. Präventiv war den Gästefans aus Gründen öffentlicher Sicherheit die Stadionteilnahme untersagt worden, im Vorfeld hatte sich die Rivalität beim ersten Derby seit 25 Jahren immens hochgeschaukelt. Am Morgen vor dem Duell bedrohten 200 Nocerina-Ultras dann "ihr" Team: "Wenn wir nicht ins Stadion dürfen, werdet ihr auch nicht spielen. Wenn ihr kickt, bringen wir euch um."

Wer die Situation in einigen Flecken der Region Campania kennt, weiß, dass die Einschüchterung keiner flapsige Theken-Lappalie gleichkam. Erst kürzlich musste Benevento-Stürmer Felice Evacuo per Video im Netz öffentlich um Vergebung bitten - er hatte die Fans seines Ex-Klubs nach der Partie gegen den Rivalen gegrüßt und erhielt daraufhin Morddrohungen.

So simulierten die eingeschüchterten Profis lieber mal muskuläres Zwicken und die gesamte Führungsriege des Klubs legte kollektiv das Amt nieder. Kurz zuvor ließ der Sportchef ernsthaft noch verlauten: "Da war nichts vorgetäuscht. Aus Zeitgründen konnten wir uns nicht aufwärmen, deshalb die vielen Zerrungen." Aha.

Als Rahmen hatten die Tifosi gar noch ein kleines Flugzeug organisiert, das mit dem Spruchband "Respekt für Nocera und die Ultras" über das Stadion der Farce flog. Am Abend organisierten die Nocerina-Ultras dann ein spontanes Fest über die sozialen Netzwerke: "Alle auf die Piazza zum Feiern - wir haben gewonnen!" Am Abend nach dem absurdesten Kick der Calcio-Geschichte gab es mal wirklich rein gar nichts zu Feiern.

Zentimeter des Spieltags: Abgesehen vom absolut verdienten 3:0-Sieg der Juventus gegen Napoli drehte sich die Diskussion zunächst um den Führungstreffer durch Fernando Llorente. Sky Italia maß eine Abseitsstellung von 21 Zentimetern, was in TV und Netz reichlich anzügliche Kommentare auslöste, bei denen meist XXX-Legende Rocco Siffredi eine Rolle spielte. Llorente wurde die Aussage untergejubelt, da könne er nichts machen, 21 habe er eben im Ruhezustand. Sometimes size does matter. Glücklicherweise gab es andere Geschosse, über die man sportlich reden durfte. Andrea Pirlos famos formidablen Fahrstuhl-Freistoß zum 2:0 und die Rakete von Paul Pogba zum Endstand, obwohl er den Ball nicht gerade fachkundig gestoppt hatte.

Und sonst? Letzte Woche auf der Bank, nun wieder auf dem Platz: Javier Zanettis Einwechslung in der 83. Minute gegen Livorno löste im San Siro einen Jubel aus, als hätte Inter gerade den Scudetto erlangt. Es war der erste Einsatz des ewigen Capitano, seit die Achillessehne des 40-Jährigen vor sechs Monaten und zwölf Tagen gerissen war.

"Es war nicht einfach, sich in meinem Alter nach so einer Verletzung zurückzubeißen", sagte Zanetti mit feuchten Augen - den Pathos nahm man ihm durchaus ab. Die wenigen Minuten nutzte der 40-Jährige sogar noch, um den 2:0-Endstand einzuleiten und das komplette Team eilte zum Argentinier, um ihn für den Treffer zu feiern.

Einige Partien wird man ihn noch bestaunen dürfen, denn nicht umsonst nennt man ihn den "bionischen Mann", Noch-Präsident Massimo Moratti hält ihn für einen Bewohner des Planeten Krypton. "Eine Menge junger Spieler sollten sich ein Beispiel an Zanettis zehn Minuten nehmen", sagte Trainer Walter Mazzarri. Nicht bloß an denen.

Seite 1: Serie A - Der Bionische Mann ist zurück

Seite 2: Premier League - Wengers Weihnachts-Shopping

Seite 3: Primera Division - Ein Ex-Ultra debütiert

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung