Sprichwörtlich in letzter Sekunde

Von Fabian Herbers
Dienstag, 03.09.2013 | 14:40 Uhr
Kaka, Arnautovic, Fellaini oder Bale - sie alle haben kurz vor Schluss noch den Verein gewechselt
© getty
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Die Transferzeit ist seit gestern vorbei und die großen internationalen Klubs haben mal wieder auf den letzten Drücker zugeschlagen. Mit dabei: Mesut Özil. Überhaupt war England sehr nachtaktiv. Auch die Franzosen haben einiges in petto. In Italien blieb es dagegen relativ ruhig. Ein Überblick.

Gareth Bale (ca. 90 Mio., von Totteham Hotspur zu Real Madrid)

Ein Waliser wird zum teuersten Fußballer der Erde. Oder zum zweitteuersten. Ob die Ablöse nun knapp über oder knapp unter der Summe liegt, die Real 2009 für Cristiano Ronaldo überwies, ist noch nicht geklärt. Sicher ist nur, dass Gareth Bale Real Madrid zwischen 90 und 100 Millionen Euro wert ist. Plus Gehalt und Prämien. Der Königstransfer 2013 zog sich über Monate hin. Dass Bale ein Madrilene würde, war lange klar. Nur wann ist nie sicher gewesen. Zeitweise war Bales Trikot mit der Nummer 11 sogar schon im Online-Shop von Real Madrid zu kaufen, obwohl er noch bei Tottenham unter Vertrag stand. "Vergesst das Geld, das sie für ihn bezahlt haben, sie haben sich damit fast die Weltherrschaft gesichert", so Dean Saunders, ehemaliger walisischer Stürmer-Star. Ein nicht zu übersehender Fakt.

Mit der Verpflichtung von Bale wird es ein heißer Tanz auf der linken Seite mit Cristiano Ronaldo. Auch wenn sich der Waliser hinten anstellt ("Cristiano ist der Chef") und kein klassischer Außenstürmer (Ronaldo) ist, so kann es gut sein, dass der extrovertierte Portugiese gegen seinen Willen sein Spiel umstellen muss. Sollte Bale seine bekannten Offensivläufe auch in Madrid runterspulen, wird die linke Seite sehr offen sein. Gut möglich, dass Ronaldo von nun an als vorderste Spitze aufläuft.

Mesut Özil (50 Mio., von Real Madrid zum FC Arsenal)

"Ich bleibe bei Real Madrid, das ist sicher. Und ganz ehrlich: Ich habe keine einzige Sekunde an einen Wechsel gedacht." Liest man das Özil-Interview im "Kicker" vom 29. August, beschleicht einen nicht wirklich das Gefühl, als habe er Angst gehabt, Madrid demnächst verlassen zu müssen. Doch nur vier Tage später ist der deutsche Nationalspieler zu den Gunners verfrachtet worden. "Manchmal entwickeln sich die Dinge aber anders, als ich sie selbst vor wenigen Tagen noch erwartet hätte", so der 24-Jährige nach dem Deal.

Was war passiert? Ganz einfach: Gareth Bale. Real wollte ihn mit aller Macht, Real bekam ihn. Einer aus dem Mittelfeld musste gehen, Präsident Florentino Perez entschied sich für Angel di Maria und gegen Mesut Özil. Ein Schritt, der den Real-Fans missfiel und sie dazu verleitete, während der Bale-Vorstellung "Özil no se vende" ("Özil ist nicht zu verkaufen") zu skandieren. Aber Arsenal fragte an und kaufte den Deutsch-Türken für 50 Millionen Euro. Noch nie haben die Engländer so viel Geld für einen Spieler ausgegeben. Nicht mal im Ansatz. Özil soll der Schlüssel zum langersehnten Titel sein. Seinen Stammplatz wird er sicher haben - auch ein Vorteil für Lukas Podolski?

Marouane Fellaini (32 Mio., vom FC Everton zu Manchester United)

Der Transfer von Marouane Fellaini zu Manchester United zog sich bis zur allerletzten Sekunde hin - zum Schluss konnte sich der Belgier dann doch noch über den Wechsel freuen. "Ich bin begeistert. Jeder Spieler träumt davon, für Manchester zu spielen", so der Belgier im Anschluss. Um sich diesen Traum zu erfüllen, musste Fellaini aber lange bangen. Doch nun ist er Uniteds wichtigster Transfer.

Das zentrale Mittelfeld wird ab jetzt vom Lockenkopf besetzt. David Moyes schätzt Fellaini sehr, man kennt sich noch aus gemeinsamen Zeiten in Everton. "Er hat großartige Fähigkeiten und ich glaube daran, dass er den Unterschied ausmachen kann", so der United-Trainer. Zittern dagegen muss nun Shinji Kagawa, dessen Position Fellaini streitig macht. Oder spielen sogar beide? Im Notfall könnte Kagawa auch einen Vereinswechsel anstreben.

Am letzten Transfer-Tag machte zudem ein kurioses "Twitter"-Bild die Runde. Ob das nun wirklich Fellaini ist, bleibt vage, doch bei United ist der Anhang ob der Verpflichtung des Belgiers sehr erleichtert.

Kaka (ablösefrei, von Real Madrid zu AC Mailand)

2007, da war Kaka noch beim AC Mailand, wurde der brasilianische Ballzauberer Weltfußballer des Jahres. Zwei Jahre später folgte der Wechsel zu Real Madrid - und der Abstieg eines Megastars. Er fühlte sich mit Milan immer verbunden und wollte dem finanziell angeschlagenen Verein mit seiner Ablöse helfen. Nach mehreren Verletzungen stand Kaka bei Real Madrid meist hinter Mesut Özil oder Angel di Maria und wurde bei den Königlichen nicht mehr glücklich.

Nun ist der "verlorene Sohn" zurück in Mailand und wirkt erfreut wie lange nicht mehr. "Ich kehre nach Hause zurück und bin sehr glücklich", sagte der 31-Jährige. Nach dem Abgang von Kevin-Prince Boateng ist im Milan-Mittelfeld Platz für ihn, während bei Real mit Isco, Illaramendi und Bale zu starke Konkurrenz gewartet hätte. Will er bei der WM 2014 im heimischen Brasilien dabei sein - und daran bestehen wohl kaum Zweifel - , könnte der Wechsel zurück zum AC Mailand Kakas wichtigste Entscheidung seiner Karriere gewesen sein.

Marko Arnautovic (2,8 Mio., von Werder Bremen zu Stoke City)

Zwischen Genie und Wahnsinn. CL-Sieger 2010, Riesentalent: Arnautovic kam mit einer Menge Vorschusslorbeeren nach Bremen - drei Jahre später verlässt er Werder scheinbar unfreiwillig und wechselt zu Stoke City in die Premier League. Nach seiner Suspendierung glich der Österreicher nur noch einem Schatten, seine Zukunft bei Werder war zerstört. Trotzdem sagte Arnautovic mehreren Angeboten ab, er wollte zu einem europäischen Top-Klub und nicht beispielsweise zu Celtic Glasgow.

Nun ist es Stoke City geworden. "Wir sind alle zufrieden, dass es so gelaufen und ein Schlussstrich gezogen worden ist", sagte Thomas Eichin der "Bild": "Marko hat sicherlich nicht das erfüllt, was er selbst von sich erwartet hat und was wir alle erwartet haben." Zum Schluss wollte Bremen den Stürmer mit allen Mitteln loswerden, unter dem Strich bleibt ein negativer Eindruck. Mit dem Wechsel nach England erhöht Österreichs Nationaltrainer Marcel Koller den Druck auf Arnautovic: "Man muss sich auch einmal festbeißen und zeigen, was man kann", ist sein Tipp. Für den 24-Jährigen ist es jedenfalls die allerletzte Chance.

Toby Alderweireld (7 Mio., von Ajax Amsterdam zu Atletico Madrid)

An Toby Alderweireld wurde in den letzten Monaten aus allen Richtungen gezerrt. Tottenham Hotspur wollte den Belgier, auch Bayer Leverkusen war am Innenverteidiger interessiert. Nun ist er auf den letzten Drücker zu Atletico Madrid gewechselt.

"Ich wollte zu einem europäischen Top-Klub wechseln. Ich bin froh, dass es geklappt hat", meinte der Belgier im Anschluss. Atletico musste in der Schlussphase offenbar noch mit Spartak Moskau, Liverpool und Everton kämpfen. In der Primera Division soll Alderweireld in der Innenverteidigung oder auf der rechten Abwehrseite agieren. Für ihn ist es jedenfalls der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt.

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