Der teutonische Gigant schlägt erstmals zu

SID
Montag, 02.09.2013 | 09:16 Uhr
Freude pur: Auch Guiseppe Rossi feiert mit dem "teutonischen Gigant"
© getty
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Mario Gomez macht in der Serie A erstmals äußerst positiv auf sich aufmerksam. Restlos begeistert zeigt man sich in Italien aber vom omnipräsenten Arturo Vidal und Allegris Petting-Versuchen. In der Premier League ist der FC Liverpool das Nonplusultra und Arsenals Aufschwung ist nur der Presse geschuldet, während in La Liga die Piranhas geboren wurden und der ultimative Beweis erbracht wurde, dass Messi und Neymar auch gemeinsam können. Dies und mehr von unseren Korrespondenten in Europa.

Serie A

Von Oliver Birkner

Die Marios des Spieltags: Vor einigen Monaten setzte Milan-Manager Adriano Galliani seinen Stürmer Mario Balotelli auf Rang fünf der weltbesten Stürmer hinter Leo Messi, Cristiano Ronaldo, Zlatan Ibrahimovic und Radamel Falcao. Das reicht Mario freilich nicht: "Ich will in diesem Jahr der beste Angreifer Europas werden. Momentan sehe ich nur Messi und Ronaldo vor mir, doch die Dinge können sich schnell ändern." Und als ihn letzten Mittwoch jemand mit Ibrahimovic verglich, lächelte Balo: "Ein enormes Kompliment für Ibra." Da wird sich der Schwede zweifelsohne gefreut haben.

Wie dem auch sei, der Saisonbeginn gestaltete sich typisch Balotwitter - er verbringt ja ersichtlich die meiste Zeit beim Zwitschern. Viel lamentierendes Spazieren, dafür jedoch auch geniale Momente, ein wichtiges Tor in der CL-Qualifikation und beim 3:1 gegen Cagliari ein Treffer und zwei Assists. Bald kann er schon demonstrieren, wie der Vergleich gegen Messi aussieht - in den Gruppenkicks gegen Barcelona. Wenn's schiefläuft? Egal. Wie sagte er am Sonntagabend: "Kritiker interessieren mich nicht die Bohne." Mario Gomez nach etlichen Jahren im Geschäft erst recht nicht. Die Medien grummelten, als der Deutsche vor einer Woche aus sieben Metern statt das leere Tor den Pfosten traf. Von den Fiorentina-Tifosi gab es trotzdem lautstarke "Mario Gomez"-Rufe, weil er bislang formidabel fürs Team ackert. Am Sonntag bei Genua setzte er die Kugel zunächst erneut ans Aluminium - die Kritiker-Meute wetzte womöglich gerade die Messer, da gelang ihm das erste Florenz-Tor, später legte er zum 5:2-Endstand nach. Der "teutonische Gigant" ("Corriere dello Sport") erhielt reichlich Lob von Coach Vincenzo Montella: "Wie sich Mario die letzten 20 Minuten reingehängt hat, war unglaublich. Gewinnertypen bringen dir eben das gewisse Extra." Leider dauert es noch zwei Monate, bis die beiden Marios aufeinandertreffen.

Krieger des Spieltags: Mit einem Schuss Polemik und trotz der unterschiedlichen Position könnte man die Frage aufwerfen: Kostete Gareth Bale rund 100 Millionen Euro, was müsste dann Arturo Vidal wert sein? Der Ex-Leverkusener knüpft im dritten Juve-Jahr an seine kongenialen Leistungen an. Zwei Treffer gegen Lazio schraubten die Bilanz auf 24 Treffer in 83 Partien, wobei Netzen eigentlich nicht zu seiner primären System-Aufgabe gehört.

Dabei machte der "Krieger" übrigens zehn Mal das wichtige 1:0. Die Turiner setzten ein wichtiges Signal zum kontinuierlichen Qualitäts-Aufbau, als sie im Sommer lukrative Angebote von Real Madrid und den Bayern ausschlugen. Vidal charakterisierte eine Zeitung nicht ganz so falsch vor wenigen Monaten: "Oft erobert er den Ball, spielt ihn dann auf den Flügel zu sich selbst, passt in die Mitte, wo dann Vidal zur Stelle ist und trifft."

Und sonst? Und wo wir schon bei Vidals Pressing sind, zeichnete sich der TV-Kommentator des Duells Milan gegen PSV durch eine eigentümliche Bezeichnung des Forecheckings aus: "Die Niederländer kommen mit dem erhöhten Petting der Allegri-Truppe nicht zurecht." Nun ja, drei Mal war er ja auch drin.

Wenn man demnächst einige Tausend Zuschauer bei den Partien im römischen Stadio Olimpico vermisst, liegt das wohl am alternierenden Ausschlussverfahren. Letztes Wochenende blieb die Nordkurve bei Lazios Heimspiel wegen rassistischer Affenlaute im Supercup gegen die Juventini Paul Pogba, Kwadwo Asamoah und Angelo Ogbonna geschlossen. Am Sonntag traf es nun die legendäre Südkurve der Roma beim Kick gegen Hellas Verona, da einige ihrer Ultras am vergangenen 12. Mai Milans Mario Balotelli beleidigt hatten. So suchten sie sich vor dem Stadion halt eine andere Beschäftigung und attackierten zunächst die anreisenden Gästefans, nach der Partie den Verona-Mannschaftsbus. Nachdem der aus dem Stadion gefahren war, schnellten einige vermummte Ultras aus Gebüschen und torpedierten den von der Polizei eskortierten Bus mit einem Steinhagel, der mehrere Fenster zertrümmerte. Fazit: Einige Idioten lernen's nie und Fußball vor einer leeren Kurve ist tatsächlich wie Petting.

Serie A: Der teutonische Gigant und die Omnipäsenz

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Primera Division: Diego Simeone und seine Piranhas

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