Bombenleger in der Premier League

SID
Montag, 01.04.2013 | 16:08 Uhr
Paolo di Canio ist neuer Trainer des FC Sunderland
© getty
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Skandalnudel di Canio übernimmt den FC Sunderland, während Gareth Bale auf der Insel schon besser als Messi gilt. Milan-Coach Allegri interessiert sich für die Einrichtung im San Siro und was wird eigentlich aus Iker Casillas? Dies und mehr von unseren Korrespondenten in Europa.

Serie A

Von Oliver Birkner

Spiel des Spieltags: "Und jetzt hat Napoli die drei Punkte sicher - vielleicht", sinnierte der TV-Kommentator, als Edinson Cavani traf. Ganz, ganz vielleicht aber nur, denn es war lediglich das 5:3 bei Torino in der 90. Minute. Schließlich standen ja noch 60 Sekunden Nachspielzeit an, in einer Wahnsinns-Partie mit zuvor vier Toren in der Schlussviertelstunde.

Cavani brachte nach seiner Einwechslung (65.) mal richtig Pfeffer ins Stadio Olimpico. Der Uruguayer hatte nach einem Länderspiel in Chile wegen eines verpassten Anschluss-Fluges fast zwei Tage für die Rückkehr benötigt und musste sich in Turin zu allem Überfluss fürs Erste erneut hinpflanzen. Dann ließ er die mittlerweile sicher tauben Gliedmaßen aber 25 Minuten lang endlich toben. Der Matador verursachte prompt einen Handelfmeter zum 2:2, schnibbelte einen Freistoß herrlich zum 4:3 ins Netz und sorgte per Kopf für den Endstand.

Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis freute sich kurz und holte dann zum Rundumschlag aus: "Im Ohnsorg-Theater Verband und Liga besitzt niemand auch nur ein Fünkchen Hirn, die gehören alle zum Teufel gejagt. Warum musste die Serie A nach den Länderspielen schon am Samstag spielen? Man hätte komplett auf Dienstag ausweichen können."

Am besten zeitgleich zum Viertelfinale der Champions League, Juventus hätte parallel zur Aufgabe in der Allianz Arena sicher noch eine zweite ordentliche Truppe zusammengetrommelt.

Mann des Spieltags: Das Tor des Tages gelang Parmas Amauri: Gegen Pescara stoppte er den Ball mit der Brust und traf per Fallrückzieher aus 14 Metern. Der Name Amauri stellt in dessen Heimat übrigens das Pendant zum Küken "Calimero". Eventuell könnte man den Einstiegssong der Zeichentrick-Serie nach dem Kunststück mal für ihn umschreiben. Das Ding war ja schon damals ein verteufelter Ohrwurm. "Cali-mero mit Sombrero..."

Und sonst? Um noch einmal auf Torino gegen Napoli zurückzukommen: Dort schien die Luft am Samstagabend bei den Protagonisten tatsächlich mysteriösen Schwindel zu provozieren. Neapels Blerim Dzemaili trug seinen Namen drei Mal auf die Anzeigetafel - der Schweizer hatte seit 2008 in der Serie A vorher ganze fünf Tore erzielt und bekannte nach Schlusspfiff: "Ich weiß auch nicht genau, wie ich das angestellt habe." Für Torino netzte Stürmer Barreto - nun ja, der Brasilianer wird zwar statistisch als Angreifer geführt, stolperte allerdings bis zum 30. März über zwei Jahre ohne Torerfolg umher.

Womöglich muss der AC Milan im Sommer allerhand Material im San Siro ersetzen. Coach Max Allegri bekannte nämlich: "Mir ist in meinen jetzt fast drei Jahren hier vieles unheimlich ans Herz gewachsen. Wenn ich gehen muss, packe ich das alles ein und nehme es mit - auch die Bank." Zur Sicherheit sollte der AC künftig auf verdächtige Umzugswagen im Stadionbereich achten und zumindest die Schrauben an der Bank mal ordentlich nachziehen.

Serie A: Jagt alle zum Teufel!

Premier League: Bombenleger übernimmt Sunderland

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