Fussball

Rummenigge: EU-Pläne sind "katastrophal"

SID
Karl-Heinz Rummenigge findet die Pläne der EU zur Reform des Transfersystems nicht berauschend
© getty

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat die Pläne der Europäischen Union zur Reform des Transfersystems im europäischen Vereinsfußballs scharf kritisiert.

"Das ist eine Initiative der EU-Kommission, also der Politik. Und ich muss offen und ehrlich sagen: Alle Entscheidungen der letzten 20 Jahre, die die Politik im Fußball getroffen hat, waren für den Fußball katastrophal", sagte Rummenigge in einem Gespräch mit dem "Münchner Merkur" und der "tz" (Samstags-Ausgaben).

Die Politiker, fügte Rummenigge an, "haben die Materie einfach nicht ganz verstanden. Ich sage: Der Fußball bedarf keiner großen Korrekturen, man muss uns jetzt nicht ins Steuer hinein greifen." Die EU-Kommission will im Fußball und anderen Profi-Sportarten über eine Fairplay-Gebühr auf Transfersummen die finanzielle Balance zwischen großen und kleineren Klubs verbessern. Überdies sind Obergrenzen für festgeschriebene Ablösesummen geplant.

Politik und Sport sollte getrennt werden

Rummenigge hält grundsätzlich wenig von der Einflussnahme der Politik auf den Sport. "Wenn ich mich nur an das Bosman-Urteil erinnere, dreht sich mein Magen noch heute um! Da hat die Politik dem Fußball ein Ei ins Nest gelegt wie nie zuvor eine Institution. Niemals gab es eine negativere Beeinflussung. Bosman hat dazu geführt, dass die Transfersummen explodiert sind! Bosman hat dazu geführt, dass die Gehälter explodiert sind! Ich würde sagen, die Spieler und die Berater reiben sich noch heute die Hände, aber die Vereine und Verbände waren die, die Zeche gezahlt haben", sagte er.

Bis zum Bosman-Urteil Ende 1995 "hatten wir das perfekte System im Fußball", betonte Rummenigge: "Durch Bosman ist alles in Frage gestellt worden. Früher konnten ja auch mal Klubs aus Belgien oder den Niederlanden in ein internationales Finale einziehen. Das ist heute alles nicht mehr möglich. Da hat sich die Politik ein Eigentor geschossen."

Karl-Heinz Rummenigge im Steckbrief

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