Dienstag, 03.07.2012

Entscheidung am Donnerstag in Zürich

DFB und DFL für Torlinientechnologie

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) befürworten die als wahrscheinlich geltende Einführung der Torlinientechnologie, sehen vor der Regel-Revolution aber noch Klärungsbedarf.

Testaufbauten für die Hawk-Eye-Technologie in England
© Getty
Testaufbauten für die Hawk-Eye-Technologie in England

"Um ein Höchstmaß an sportlicher Gerechtigkeit im Sinne eines fairen Wettbewerbs zu erzielen, stehe ich der Einführung einer Torlinientechnologie grundsätzlich positiv gegenüber. Es ist allerdings unerlässlich, dass neben den technischen Grundlagen auch die sportlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen praxisnah und trotzdem verbindlich geklärt sind", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball.

Das International Football Association Board (IFAB) wird am Donnerstag am Sitz des Weltverbandes (FIFA) in Zürich über den Einsatz der lange Zeit umstrittenen Torlinientechnologie entscheiden. Die elementare Frage "Tor oder nicht Tor?" soll demnach mit großer Wahrscheinlichkeit in Zukunft nicht mehr dem menschlichen Auge der Schiedsrichter überlassen, sondern mit technischen Hilfsmitteln beantwortet werden.

Entweder Hawk-Eye oder GoalRef

Als Systeme kommen das sogenannte Hawk-Eye oder GoalRef infrage. Das Hawk-Eye basiert auf sieben Kameras auf dem Stadiondach und hinter jedem Tor. Beim GoalRef werden Ball, Tor und Torlinie mit Antennen ausgestattet.

Ähnlich wie Rauball sieht es auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Der DFB stehe dem Thema offen gegenüber, aber es müssten noch viele Fragen beantwortet werden. Denn geklärt werden müsse, in welchen Ligen und Wettbewerben die Torlinientechnologie zum Einsatz komme und welche Kosten auf die Verbände und Vereine zukämen.

Bei der Entscheidung am Donnerstag haben DFB und DFL kein Mitspracherecht. Die acht IFAB-Mitglieder sind traditionell die Vertreter der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland sowie vier hochrangige FIFA-Funktionäre. FIFA-Boss Joseph Blatter ist für eine Regel-Revolution, UEFA-Präsident Michel Platini ist strikt dagegen und plädiert für einen weiteren Einsatz der Torlinien-Assistenten wie bei der EM.

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