Fussball

"Das ist für Amerikaner schwer zu verstehen"

SID
Vor den USA trainierte Jürgen Klinsmann die deutsche Nationalelf und den FC Bayern
© Getty

Jürgen Klinsmann hat auch als Nationaltrainer der USA nichts von seinem Ehrgeiz und Reformwillen verloren. Der ehemalige Teamchef der DFB-Auswahl sieht den Fußball in den USA zurzeit in einer "Übergangsphase", wie der 47-Jährige in einem Interview auf fifa.com erklärte.

Um zu den großen Fußballnationen aufzuschließen, ist laut Klinsmann jedoch "eine ganz andere Arbeitsweise erforderlich, auf allen Ebenen". Diese werde "vom Weltfußball diktiert und von den Teams, die in Europa auf dem allerhöchsten Niveau spielen", sagte Klinsmann.

Neben Strukturveränderungen innerhalb des Verbandes stellt der frühere Weltklassestürmer vor allem die mentale Komponente in den Vordergrund: "Man muss leiden, um ganz nach oben zu kommen. Ich lege Wert auf beständige Leistungen und Erfolgshunger." Als Nationalspieler müsse man "30 Minuten zu früh beim Training sein. Ich will, dass meine Spieler diese Einstellung annehmen."

Nach seiner Ansicht unterscheidet sich der Fußball von den klassischen US-Sportarten: "Die Spieler gestalten das Spiel, egal auf welchem Niveau. Das ist für Amerikaner schwer zu verstehen. Im Fußball haben wir sozusagen elf Quarterbacks auf dem Feld."

Talente noch nicht "angezapft"

Ein weiteres Augenmerk liegt für Klinsmann in der frühzeitigen Entdeckung und Förderung von Talenten. "Es gibt definitiv Talente in den USA, die noch nicht angezapft sind", schränkt aber ein, dass "ein Großteil der technischen Entwicklung von Fußballern im Alter von sechs bis zwölf Jahren" erfolgt. Aber "so weit sind wir noch nicht."

Der Welt- und Europameister Klinsmann hat das US-Nationalteam im Juli 2011 von Bob Bradley übernommen.

In sieben Spielen unter Klinsmanns Leitung gewann die Mannschaft bislang lediglich zwei Mal und verlor vier Partien.

Zuvor war er im April 2009 als Trainer des Bundesligisten FC Bayern München entlassen worden.

Jürgen Klinsmann im Steckbrief

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