Die Transfer-Blockbuster in Europa

Agüero und Co.: Jung, gut, teuer

Von Thomas Gaber
Dienstag, 02.08.2011 | 19:00 Uhr
Drei der teuersten Transfers in Europa: Sergio Agüero, Javier Pastore und Alexis Sanchez (v.l.)
© Getty
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Sergio Agüero, Javier Pastore, Alexis Sanchez und Co.: Sie sind jung, gut und teuer. Warum gab Liverpool 22,8 Mio. Euro für Downing aus? Wie plant Mourinho mit Coentrao und ist de Gea gut genug für Manchester United? Die elf Top-Transfers in Europa im Gesamtwert von 276,6 Millionen Euro.

Sergio Agüero (23)

Alter Verein: Atletico Madrid

Neuer Verein: Manchester City

Ablösesumme: 43 Millionen Euro

Der am meisten genannte Name in Sachen Sommer-Transfers ist vom Markt. Mit Manchesters Angebot wollte und konnte kein Konkurrent mithalten.

Citizens-Coach Roberto Mancini machte die Verpflichtung eines Nachfolgers für den wechselwilligen Carlos Tevez zur Chefsache. "Sollte Carlos gehen, wonach es derzeit aussieht, brauchen wir unbedingt einen Spieler, der ihn ersetzen kann und am besten noch mehr Qualität hat", so Mancini wenige Tage vor Agüeros Unterschrift.

Im September 2006 feierte Kun sein Länderspieldebüt für Argentinien, als er für Tevez eingewechselt wurde. Jetzt soll er seinen Landsmann bei ManCity beerben. Tevez ist immer noch Spieler von Manchester, sein Abschied steht aber bevor. Vor einigen Wochen war man sich mit dem brasilianischen Klub Corinthians über einen 40 Millionen Euro schweren Deal bereits einig, dieser platzte jedoch quasi in letzter Minute. Nun verhandelt City angeblich mit Inter.

Tevez schoss in zwei Jahren für Manchester 53 Tore in 86 Spielen, Agüero traf in 175 Ligaspielen für Atletico Madrid 74 Mal. Jorge Valdano verglich Agüero kürzlich mit Romario: "Er hat die gleichen Anlagen: schnell, wendig, trickreich, kaltschnäuzig. Agüero hat keine Angst, auch in nahezu aussichtslosen Situationen seine Tricks auszupacken. Und wenn er auf die Schnauze fällt, versucht er's beim nächsten Mal wieder."

City hat im Angriff ein Überangebot: Balotelli, Dzeko, Adebayor, Agüero. Adebayor steht vor einer Rückkehr zu Real Madrid und Balotelli wird in Mailand gehandelt, denn Mancini setzt vor allem auf Neuzugang Agüero: "Wenn ich nicht von ihm überzeugt wäre, hätten wir wohl kaum so viel Geld bezahlt."

 

Javier Pastore (21)

Alter Verein: US Palermo

Neuer Verein: Paris St. Germain

Ablösesumme: 43 Millionen Euro

Bis zuletzt waren neben Paris St. Germain auch der FC Chelsea, Real Madrid, Milan und Juventus Turin am Argentinier interessiert. "Ich habe mich für PSG entschieden, weil dort ein sehr spannendes Projekt entwickelt wird, bei dem ich gerne mithelfe", begründete Pastore seinen Wechsel.

Kritiker behaupten, dass Pastore aufgrund seiner fehlenden Dynamik nicht geeignet sei für die Premier League und sich deshalb für Frankreich entschieden habe.

Pastore hat läuferische Defizite, mit dem Ball am Fuß kann er aber "wahre Wunderdinge" (PSG-Coach Antoine Komnouare) anstellen. Von seiner Spielweise her ähnelt der klassische Zehner Kaka. "Ich wollte ihn immer imitieren. Ich habe auch einmal seinen Vater Bosco getroffen und selbst der hat mich mit seinem Sohn verglichen. Dann stimmt das wohl", so Pastore.

Bei PSG soll der 21-Jährige im 4-2-3-1 die offensive Mittelfeldreihe mit den Außenspielern Jeremy Menez und Nene bilden.

Fabio Coentrao (23)

Alter Verein: Benfica Lissabon

Neuer Verein: Real Madrid

Ablösesumme: 30 Millionen Euro

Angel di Maria spielte Schicksal im Fußballerleben von Fabio Coentrao. In der Saison 2009/10 zog Coentrao bei Benfica Lissabon im Duell um den Platz im linken Mittelfeld gegen den Argentinier den Kürzeren und wurde zum linken Verteidiger umfunktioniert. Auf dieser Position konnte er die gesamte Saison überzeugen, inklusive WM in Südafrika.

Der FC Bayern versuchte anschließend vergeblich, Coentrao in die Bundesliga zu holen, der Portugiese wollte Lissabon nicht verlassen. Die 30 Millionen Euro, die Real Madrid an Benfica überwies, sind gut angelegt. Stellungsspiel, Zweikampfverhalten und Übersicht in der Spieleröffnung sind Coentraos Stärken. Auch offensiv hat er seine Qualitäten: in 84 Ligaspielen in Portugal erzielte er zehn Tore und bereitete 16 Treffer vor.

Durch seinen Drang nach vorne vernachlässigt Coentrao bisweilen seine Defensivaufgaben. "Er bringt alles mit, was ein Linksverteidiger braucht. Aber muss noch lernen, seinen Kopf besser einzuschalten", sagte Portugals Ikone Luis Figo.

Real-Coach Jose Mourinho hat Coentrao aber nicht nur als Linksverteidiger eingeplant. In den bisherigen Testspielen lief der 23-Jährige im linken Mittelfeld oder, wie beim 3:1 gegen Hertha BSC, im zentral defensiven Mittelfeld auf.

Bis zum ersten Pflichtspiel, dem Supercopa-Hinspiel am 14. August gegen Barca, wird Mourinho weiter testen. Einige Positionen sind noch völlig offen. Eins steht aber fest: Coentrao wird zur ersten Elf gehören.

Alexis Sanchez (22)

Alter Verein: Udinese Calcio

Neuer Verein: FC Barcelona

Ablösesumme: 26 Millionen Euro

Halb Europa war hinter dem chilenischen Flügelspieler her, insbesondere Inter, Juventus und Manchester City. Juve stieg als erstes aus, Inter wollte den Preis nicht zahlen. ManCity soll mehr Geld (Ablöse und Gehalt) als Barca geboten haben, doch Sanchez wollte unbedingt nach Spanien, woraufhin Udinese die Gespräche mit City abbrach.

Bei der WM 2010 fiel Sanchez der Weltöffentlichkeit erstmals als giftiger, schneller Offensivspieler auf, der allerdings zu oft auf eigene Faust versuchte, die Spiele für La Roja zu entscheiden. In der Heimat wurde Sanchez gar für das frühe Aus im Achtelfinale gegen Brasilien (0:3) verantwortlich gemacht.

In der letzten Saison machte Sanchez bei Udinese eine sinnvolle Metamorphose durch. Er stellte sein Ego hinten an und brachte seine Qualitäten (Sprints, Dribblings, Torabschluss) gewinnbringend für die Mannschaft ein. Sanchez schoss zwölf Tore in der Serie A und legte zehn Mal für die Kollegen auf.

Der 22-Jährige passt als ausgewiesener Flügelspieler perfekt ins Barca-System. Mit Lionel Messi hat er auf der rechten Seite den besten Offensivspieler der Welt vor sich, wird aber laut Trainer Pep Guardiola genügend Einsatzzeit bekommen.

"Alexis hatte bei unseren Transferplanungen Priorität. Er ist jung und wird uns viel Freude bereiten, auch schon in seiner ersten Saison. Ich schätze seine Hartnäckigkeit. Er gibt keinen Ball verloren und geht verbissen in jeden Zweikampf. Er spielt vertikal und ist kaum zu halten, wenn er Geschwindigkeit aufnimmt", so Guardiola.

Teil 2: Downing, Cazorla, de Gea

Teil 3: Jones, Henderson, Young, Inler

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