"Ich hätte Stuttgart nie verlassen dürfen"

SID
Damals war die Welt noch in Ordnung: Timo Hildebrand im Trikot des VfB Stuttgart
© Getty

Timo Hildebrand hat erstmals erhebliche Fehler in seiner Karriere eingeräumt: "Im Nachhinein muss ich sagen: Ich hätte Stuttgart nie verlassen dürfen."

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Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand hat erstmals erhebliche Fehler in seiner Karriere eingeräumt. "Im Nachhinein muss ich sagen: Ich hätte Stuttgart nie verlassen dürfen. Ich muss mir eingestehen, dass ich mir selbst nicht genug vertraut habe. Ich war nicht ich selbst. Ich habe zu sehr die Ängste anderer Leute angenommen, überdies hatten Teile meines damaligen Umfelds nicht den besten Ruf", sagte der 32-Jährige dem "Kicker".

Es hänge ihm nach, "dass viele denken: Timo ist ein guter Torwart, aber ein schwieriger Typ. Das ist das Einzige, was meiner Karriere diesen negativen Touch gibt. Aus der Emotion heraus sage ich zu oft Dinge, die negativ rüberkommen. Das schreckt die Leute ab", führte Hildebrand aus. Auch zuletzt in Hoffenheim habe er "nicht den richtigen Ton getroffen. Ich hoffe für mich, dass ich das überwunden habe." Er wolle sich künftig "positiv einbringen".

Zukunft ist völlig offen

Wo sich Hildebrand aber in Zukunft einbringen darf, ist völlig offen. Noch ist er nur die Nummer drei bei Sporting Lissabon in Portugal. Das Kapitel ist jedoch in zwei Wochen beendet.

"Es gab viele schwierige Momente, aber ein komplett verlorenes Jahr war es nicht. Seit zwei Monaten sehe ich Licht am Ende des Tunnels, obwohl ich nicht weiß, wie es weitergeht", sagte Hildebrand.

Er hofft nun auf eine neue Chance in der Bundesliga, wo er zuletzt in Hoffenheim unter Vertrag stand: "Ich habe eine Chance, meine Zukunft positiv zu gestalten. Ich hoffe und ich glaube, dass ein Platz für mich frei ist. Das Karussell dreht sich in den nächsten Wochen."

Dass er in Lissabon ein Jahr ohne Spielpraxis war, sieht der siebenmalige Nationalspieler nicht unbedingt als Nachteil. Jörg Butt sei damals bei seinem Wechsel von Benfica Lissabon zu Bayern München "in der gleichen Situation wie ich" gewesen: "Er kam wieder zurück, wurde deutscher Meister und spielte auch Champions League."

Gastspiel in Hoffenheim lief schief

An ein Karriereende denkt Hildebrand nicht: "Ich hatte genug Zeit, mir zu überlegen, was ich will. Ich liebe diesen Sport viel zu sehr. Ich werde im Sommer top vorbereitet sein und sehen, wohin mein Weg führt."

Hildebrand war 2007 mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister geworden und anschließend zum FC Valencia nach Spanien gewechselt. Dort konnte er allerdings Vereinsikone Santiago Canizares nicht verdrängen.

Nach seinem Gastspiel in Hoffenheim, das von Januar 2009 bis Sommer 2010 dauerte und das Einzige in seiner Karriere gewesen sei, "was wirklich schieflief", wechselte er zu Sporting. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus.

Timo Hildebrand im Steckbrief

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