Fussball

Rummenigge besorgt über Finanzsituation

SID
Freitag, 15.04.2011 | 13:58 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge zeigt sich besorgt über die Finanzsituation europäischer Vereine
© Getty

Karl-Heinz Rummenigge hat sich einmal mehr besorgt über den Zustand europäischer Vereine gezeigt. Die Finanzsituation einiger Klubs sei kritisch, aber nicht aussichtslos.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat sich einmal mehr besorgt über den Zustand europäischer Fußball-Vereine gezeigt.

"Die Finanzsituation einiger Vereine ist kritisch, aber nicht aussichtslos", sagte Rummenigge in einem "Focus"-Interview und ergänzte: "In den vergangenen Jahren haben die Klubs zwar ihre Umsätze deutlich steigern können, noch stärker stiegen allerdings die Ausgaben. Das ist das Kernproblem."

Gutes Zeugnis für deutsche Klubs

Den deutschen Vereinen stellte Rummenigge jedoch ein gutes Zeugnis aus. Sie seien überwiegend gesund. Die "schwarzen Schafe" seien in Spanien, Italien und England zu suchen.

"Klubs, die mitunter sehr erfolgreich in der Champions League spielen, machen so viele Verluste wie die komplette Bundesliga zusammen. Aus diesem Grund wird nun Financial Fairplay eingeführt", sagte Rummenigge, Vorsitzender der Europäischen Klub-Vereinigung ECA.

Die UEFA hatte zuletzt neue Lizenzierungsregeln eingeführt, damit Spielergehälter und Ablösesummen nicht noch weiter explodieren. Ab der kommenden Saison 2011/12 dürfen die Vereine nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen.

Rummenigge: "Unsere Fans wollen Titel"

Momentan weisen mehr als die Hälfte aller Vereine in Europa Verluste aus. In der Saison 2009/10 stieg das Minus auf 1,2 Milliarden Euro. Insgesamt haben die mehr als 700 europäischen Vereine eine Schuldenlast von 19 Milliarden Euro.

Rummenigge nannte die Zahlen "besorgniserregend. Sie können den Fußball aber nicht mit dem Maschinenbau oder der Chemieindustrie vergleichen, schließlich müssen wir unseren Fans keine Dividende bezahlen. Unsere Fans wollen Titel."

Die Vereine von den neuen Lizenzierungsregeln zu überzeugen, sei nicht einfach gewesen, "besonders bei den großen Klubs sind wir auch auf großen Widerstand gestoßen", führte Rummenigge weiter aus: "Deshalb ist UEFA-Chef Michel Platini persönlich zu den Investoren wie Chelsea-Geldgeber Roman Abramowitsch, Ex-Milan-Präsident Silvio Berlusconi und Scheich Mansour Bin Zayed Al Nayhan von Manchester City hingefahren und hat sie über die Problematik informiert."

Der FC Bayern erfülle die neuen Kriterien seit Jahren. "Es heißt, auch Arsenal London, der FC Barcelona und Real Madrid würden gut wirtschaften. Platini hat gewarnt, dass von den 32 Mannschaften, die dieses Jahr an der Champions League teilnehmen, elf Vereine die Fairplay-Regeln nicht erfüllt hätten", sagte Rummenigge.

Die UEFA-Fünfjahreswertung

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