Porto-Coach Andre Villas Boas im Porträt

Yodas Lehrling greift nach den Sternen

Von Daniel Reimann
Donnerstag, 17.02.2011 | 11:10 Uhr
Mit 33 Jahren der jüngste Trainer des FC Porto aller Zeiten: Mourinho-Lehrling Andre Villas Boas
© Imago
Advertisement
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses
Primera División
Levante -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
FC Turin
Championship
Middlesbrough -
Sunderland
Ligue 1
Nizza -
Dijon
Serie A
Cagliari -
Hellas Verona
Serie A
Chievo Verona -
Neapel
Serie A
Florenz -
AS Rom
Serie A
Juventus -
Benevento
Serie A
Lazio -
Udinese
Primera División
Celta Vigo -
Bilbao
Eredivisie
PSV -
Twente
Ligue 1
Marseille -
Caen
Serie A
Atalanta -
SPAL
Primera División
Real Sociedad -
Eibar
Primera División
Villarreal -
Malaga
Primera División
Real Madrid -
Las Palmas
Serie A
Sassuolo -
AC Mailand

Lange war Andre Villas Boas die bessere Hälfte von Jose Mourinho. Doch auch ohne seinen einstigen Mentor ist er beim FC Porto der Erfolgsgarant schlechthin. Bei seiner Bilanz staunen sogar Barca-Fans. Trotzdem scheint langfristiger Erfolg kaum möglich.

Die britischen Jungferninseln sind hierzulande hauptsächlich als karibisches Urlaubsziel bekannt - wenn überhaupt. Dass das Inselgrüppchen trotz bescheidener 23.000 Einwohner auch eine Fußball-Nationalmannschaft hat, ist erwartbar. Dass dieses Team allerdings einmal vom aktuell erfolgreichsten Trainer Europas trainiert wurde, dürfte auch so manchem Fußball-Experten neu sein.

Im zarten Alter von 23 Jahren war das Nationalteam der britischen Jungferninseln die erste professionelle Trainerstation im Leben eines gewissen Andre Villas Boas. Zehn Jahre später greift jener Boas als Chefcoach des FC Porto nach Europas Krone.

Als einziges europäisches Team ist Porto sowohl in der heimischen Liga als auch in der Europa League noch unbesiegt. In dieser Hinsicht muss sogar der FC Barcelona klein beigeben.

Früher Einstieg ins Trainergeschäft - Omas Connections sei Dank

Mit inzwischen 33 Jahren ist er der jüngste Cheftrainer der Klub-Geschichte. Zudem schaffte kaum ein Coach so früh den Einstieg ins Trainergeschäft. Boas war 17 Jahre alt und hatte gerade seine C-Trainer-Lizenz erworben, da bekam er einen Job in Portos Scouting-Abteilung.

Zu verdanken hatte er diese Stelle übrigens den Connections seiner Großmutter, die einst von England nach Portugal gezogen war und den damaligen Trainer Sir Bobby Robson persönlich kannte.

Routinier Robson wurde alsbald zum Mentor und Vorbild für den jungen Boas, wie dieser noch heute betont: "Robson war unheimlich wichtig für mich, als ich bei Porto angefangen habe", erklärt der Portugiese rückblickend.

Doch eine weitaus bedeutendere Rolle für Boas' Karriere sollte ein anderer Coach haben.

Mourinho & Boas: Die perfekte Symbiose

Im Jahr 2003 holte ihn ein gewisser Jose Mourinho zum frisch gekürten Europa-League-Sieger in seinen Trainerstab. Die kommenden sechs Jahre lang standen Boas und Mourinho - sei es bei Porto, Chelsea oder Inter - immer Seite an Seite am Spielfeldrand.

Boas entwickelte sich zu einem höchst akribischen Zuarbeiter für seinen prominenten Chefcoach. Auf Wunsch erstellte er vor jedem Match zu jedem gegnerischen Spieler individuelle DVDs mit einer exakten Analyse der jeweiligen Stärken und Schwächen.

Egal bei welchem Verein, das Duo Mourinho / Boas funktionierte. Es war immer die erfolgreiche Symbiose aus einem charismatischen Chefcoach und dem unauffällig fleißigen Assistenten im Hintergrund.

In englischen Medien stieß man zu Mourinhos Chelsea-Zeiten zwangsläufig auf eine viel bemühte Star-Wars-Analogie. Meister Yoda Mourinho und sein Lehrling Luke "Boas" Skywalker...

Doch eines Tages hatte Boas genug davon, ständig auf sein Dasein als Mourinho-Zögling reduziert zu werden.

Kampf dem "Mini-Mourinho"

Ein Jahr vor Mourinhos größtem Triumph, dem Triple-Gewinn mit Inter 2010, begab sich Boas auf seinen eigenen Weg als Chefcoach. Nach einem erfolgreichen Einsatz als Feuerwehrmann beim so gut wie abgestiegenen Club Academica de Coimbra heuerte er zur Saison 2010/2011 beim FC Porto an - dort, wo alles begann.

20 Liga- und sechs Europa-League-Spiele später ist Porto - vom nationalen Pokal abgesehen - noch immer unbesiegt. Die Meisterschaft scheint bereits entschieden und Boas wird als "Mini-Mourinho" beziehungsweise "Mourinho-Klon" gepriesen. Für viele Trainer eine große Ehre, doch Boas ist der Vergleiche überdrüssig geworden.

"Ich bin kein Klon von irgendjemandem. Ich will dem Verein meinen eigenen Stempel aufdrücken", verteidigt sich Boas gegen die Mourinho-Vergleiche. Er selbst sieht deutlich weniger Gemeinsamkeiten zwischen ihm und seinem ehemaligen Vorgesetzten: "Wir haben weder denselben Charakter noch dieselbe Persönlichkeit."

Auch Stürmer Hugo Almeida, der während der Mourinho/Boas-Ära in Porto spielte, bestätigte dies gegenüber SPOX: "Selbstverständlich hat Boas viel von Mourinho gelernt. Aber er hat dennoch einen ganz eigenen Trainer-Stil."

Porto als Sprungbrett - für Spieler und Trainer

Dank Boas träumt man in Porto dennoch wieder vom langfristigen Erfolg, doch der ist gleich in zweierlei Hinsicht gefährdet. Porto gilt traditionell als vorzügliches Karriere-Sprungbrett. Besonders für Südamerikaner, die bezeichnenderweise derzeit mehr als die Hälfte des Porto-Kaders stellen. Schon Lisandro Lopez, Lucho Gonzalez, Diego oder Anderson diente Porto als optimale Zwischenstation, um sich auf dem Weg von Südamerika nach Europa einen Namen zu machen.

Anstatt Leistungsträger zu halten, werden bei Porto Jahr für Jahr neue Top-Talente verpflichtet, was eine auf langfristigen Erfolg ausgelegte Planung erheblich erschwert. Zu allem Übel kündigen sich bereits die nächsten hochkarätigen Abschiede an, die Liste prominenter Interessenten für Hulk, Falcao - der gerne mal solche Tore macht - und Co. ist lang.

"Das ist ein Teil von Portos Transfer-Philosophie", erklärt Almeida. "Junge Talente kommen für eine geringe Ablöse und können bei Porto einen Riesenschritt in ihrer Entwicklung machen. Wenige Jahre später wechseln sie dann für einen Haufen Geld zu Top-Klubs."

Und auch der Verbleib des Trainers steht trotz eines Vertrages bis 2013 auf wackligen Füßen. "Ich möchte auch andere Ligen kennenlernen und auch in Ligen erfolgreich sein, wo die Konkurrenz stärker ist", sagt Boas. Bekanntermaßen öffnete der Erfolg bei Porto schon Mentor Mourinho die Tür zu den großen Klubs Europas.

Zurück an den Ort, wo der Triumph begann

Beim Gedanken an den FC Sevilla werden bei Porto-Fans besondere Erinnerungen wach. An den Tag, als Jose Mourinho mit dem Europa-League-Sieg 2003 in Sevilla eine neue Erfolgsära einläutete.

Dementsprechend groß war Boas' Vorfreude auf das Match in Spanien: "Diese Stadt hat für Portos Anhänger eine herausragende Bedeutung. Es ist schön, wieder hierher zu kommen. Außerdem ist Sevilla ein großartiger Gegner", schwärmte Boas im Vorfeld.

Ihm soll nun gelingen, was zuletzt Mourinho erreichte: Der Triumph im Europacup. Porto-Kenner Almeida traut seinem Ex-Klub den großen Wurf schon in dieser Saison zu: "Für mich sind sie einer der Titelfavoriten in der Europa League", verrät der Portugiese. Und auf dem Weg zum Titel kann Sevilla ja nur ein gutes Pflaster sein.

Zu Andre Villas Boas Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung