Altstars zurück in Brasilien

Ronaldinho und Co.: Zu beliebt zum Sterben

Von Thomas Gaber
Donnerstag, 03.02.2011 | 21:29 Uhr
"Ronaldinho-mania" in Rio de Janeiro. Die Fans von Flamengo verehren ihren neuen Star
© Imago
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

Wirtschaftsriese Brasilien lockt immer mehr Altstars zurück in die Heimat. Rivaldo, Ronaldo, Roberto Carlos kassieren auf ihre alten Tage noch mal ab. Und die Begeisterung im WM-Land von 2014 beweist: Die Elefanten sind noch nicht tot.

Bruno ist wieder in seinem Element. An 365 Tagen im Jahr klappert der hoch aufgeschossene, etwas unterernährte Teenager die Strände von Rio de Janiero ab, um seine Fußball-Trikots an den Mann zu bringen. Bruno ist erfinderisch; er hat sich eine Art Kleiderständer aus mehreren Holzlatten gebaut, um seine Hemden besser schleppen zu können.

Bruno gehört einer Hundertschaft junger Brasilianer an, die an der Copacabana und am nordöstlich gelegenen edleren Ipanema-Beach den Touristen alles Mögliche andrehen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Während andere Getränke, Sonnen- und sogar Klobrillen am Strand spazieren tragen, hat sich Bruno auf Fußball-Artikel spezialisiert. Für jeden ist etwas dabei: Trikots von Corinthians Sao Paulo, Palmeiras, Gremio Porto Alegre und vor allem Flamengo Rio de Janeiro, Brunos Lieblingsklub.

"Flameeeengo, Flameeeengo", schreit Bruno und klopft sich aufs Herz. Wie Bruno denken 35 Millionen Brasilianer. Nur Vasco da Gama, wie Flamengo in Rio beheimatet und einst als Ruder-Klub gegründet, hat eine ähnlich große Fan-Basis.

Fehlende Nestwärme bei Milan

Am 12. Januar feierte Flamengo einen klaren Sieg über Vasco. Es ging nicht um Punkte, sondern um die Verpflichtung eines Heiligen: Ronaldinho. 25.000 Flamengo-Anhänger pilgerten ins Stadion im Stadtteil Gavea (Verkehrschaos inklusive), um dem verlorenen Sohn einen unvergesslichen Empfang zu bereiten.

Ronaldinho war zu Tränen gerührt: "Danke, Flamengo, danke rotschwarze Nation. Ich muss nicht mehr sagen, ich kann euch nur danken. Das Fest beginnt. Mit euch: Ronaldinho Gaucho." Gauchos werden die Süd-Brasilianer genannt.

Für den europäischen Spitzenfußball ist Ronaldinho nicht mehr gut genug. Nach einer überzeugenden Saison 2009/10 beim AC Milan fehlte dem 31-Jährigen die Nestwärme von Ex-Trainer Leonardo. Der neue Coach, Massimiliano Allegri setzte in der Offensive auf andere, allen voran Neuzugang Zlatan Ibrahimovic.

Wirtschaftsboom in Brasilien

Ronaldinho ging den gleichen Weg wie viele (ehemalige) brasilianische Superstars vor ihm. Er kehrte in die Heimat zurück. Wochenlang feilschten Flamengo und Gremio mit Ronaldinhos Bruder und Berater Roberto De Assis um das Gehalt.

Flamengo bekam letztlich den Zuschlag. Nicht unbedingt, weil der Verein in Südamerika ein glamouröses Ansehen genießt wie Real Madrid in Europa, sondern eher, weil Gehalt und Prämien noch einen Tick höher waren als bei Gremio. 6,5 Millionen Euro verdient Ronaldinho pro Jahr, Boni für Trikotverkäufe kommen noch hinzu.

Flamengos Präsidentin Patricia Amorim, eine ehemalige Leistungsschwimmerin, holte zwei Großunternehmen ins Boot, um den Deal zu finanzieren.

Flamengo nutzte den wirtschaftlichen Boom aus, den die bevorstehenden Großveranstaltungen (Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 in Rio) in Brasilien ausgelöst haben. Das Geschäft mit Öl und Immobilien ist in den letzten Jahren explodiert und der Rial entwickelt sich im Vergleich zu den harten Währungen Dollar und Euro prächtig. In Chinas Windschatten hat sich Brasilien klammheimlich zu einem Wirtschaftsriesen gemausert.

Lichtblick nach der Flutkatastrophe

Der Kampf um Ronaldinho hat sich für Flamengo aus mehreren Gründen gelohnt. Sponsoren stehen Schlange und Flamengo lenkt ab von der unschönen Geschichte um Ex-Torhüter Bruno Fernandes Souza, der eine Liebhaberin erst getötet und den leblosen Körper anschließend an Hunde verfüttert haben soll. Seit Juli 2010 sitzt Souza im Gefängnis.

Über den Zeitpunkt von Ronaldinhos Präsentation gab es die unterschiedlichsten Meinungen. Angesichts der historischen Flutkatastrophe, die im Bundesstaat Rio de Janeiro Anfang Januar mehr als 1.000 Tote forderte, sahen Lokalpolitiker im Tohuwabohu um einen Fußballer eine sadistische, respektlose Haltung gegenüber der Flutopfer.

Andere begrüßten den Zeitpunkt, Ronaldinho habe den Menschen in einer schweren Krise wenigstens für ein paar Stunden ein Lächeln zurückgegeben.

Ronaldinho und Co.: "Sterbende Elefanten"

Kritik gibt es vor allem in sportlicher Hinsicht. Nationaltrainer Mario Menezes merkte an, dass Altstars wie Ronaldinho, Ronaldo, Rivaldo oder Roberto Carlos in ihren Klubs "die Positionen für junge Spieler blockieren" würden. Menezes muss die Selecao auf die Heim-WM vorbereiten und hält wenig von den Plänen der Heimkehrer, sich dauerhaft im Land zu präsentieren, um 2014 im Kader zu stehen.

Auch die Medien bleiben skeptisch. Spieler wie Ronaldo wirkten "wie abgehalfterte Elefanten, die sich zum Sterben dahin zurückziehen, wo das Gras weicher ist und die Zähne nicht mehr so stark belastet werden", heißt es in der brasilianischen Presse.

Immerhin gibt es auf dem Elefanten-Friedhof genug zu futtern. Ronaldinho und Co. verdienen erstklassig und zahlen vergleichsweise niedrige Steuern. Ronaldinho musste in Italien 43 Prozent seines Einkommens versteuern, in Brasilien sind es unter 30 Prozent.

Partylife wird geduldet

Die Fans dagegen verehren ihre Helden von einst. Sie sind stolz auf ihre Weltmeister von 2002. Seit dem letzten von fünf WM-Titeln hat die Selecao schließlich zwei Mal versagt.

Ronaldo darf die 45 Minuten von Sao Paulo nach Rio im Privatjet zurücklegen und dort am "Posto 9", dem angesagtesten Strandabschnitt von Ipanema, feiern, so oft er will. Hauptsache er spielt nicht mehr im fernen Europa.

Ronaldinho durfte sich drei Wochen Zeit nehmen, seinen Körper in einen spielfitten Zustand zu bringen, ohne dass auch nur ein Flamengo-Fan gemault hätte.

Mittwochabend war es dann so weit. In der Taca Guanabara, einem Regionalturnier im Bundesstaat Rio, traf Flamengo auf den FC Nova Iguacu. Ronaldinho spielte 90 Minuten durch und war stets bemüht, ein wenig von der alten Magie zu versprühen. Es gelang nicht alles, aber was an diesem Abend zählte, war die Emotion.

"Natürlich hätte ich gerne mehr gezeigt. Aber es war ein perfektes Debüt. Das ist der emotionalste Moment meines Lebens. Ich verspüre gar keine Lust, vom Platz zu gehen", sagte Ronaldinho nach Flamengos 1:0-Sieg vor 42.000 Zuschauern. Sein Premieren-Trikot kommt ins klubeigene Museum, dass 2011 eröffnet werden soll.

Die Blütezeit von Ronaldinho und Co. mag vorbei sein. In der Heimat sind sie lebende Legenden. Und die meisten haben nichts verlernt. Der Beweis: hier!

Ronaldo scheitert mit Corinthians in der Copa Libertadores

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung