Dienstag, 09.11.2010

Neues aus Südamerika

Ronaldo sieht Adriano als seinen Nachfolger

In rund einem Jahr hängt Ronaldo seine Fußballschuhe an den Nagel. Zu seinem Nachfolger beim SC Corinthians hat Brasiliens Star seinen Landsmann Adriano auserkoren. Batista wird derweil Trainer beim FC Santos und Sao Paulo bekommt das Eröffnungsspiel.

Ronaldo erzielte 62 Tore in 97 Länderspielen für die brasilianische Nationalmannschaft
© sid
Ronaldo erzielte 62 Tore in 97 Länderspielen für die brasilianische Nationalmannschaft

Ronaldo sieht Adriano als Nachfolger: Rund ein Jahr vor seinem geplanten Karriereende hat Brasiliens Fußball-Star Ronaldo seinen Landsmann Adriano als seinen Nachfolger beim SC Corinthians aus Sao Paulo auserkoren. "Ich würde Adriano vorschlagen, den Imperator. Es ist ein Kämpfer, und seine Lebensgeschichte, wie er sich immer wieder aufrappelt, ist fantastisch", erklärte der zweimalige Weltmeister im Fan-Talk auf der Facebook-Webseite einer seiner Sponsoren.

Auch über die Zeit ab 2012 hat der WM-Rekordtorjäger eine genaue Vorstellung. "Ich baue gerade eine Sportmarketingfirma auf. Wir werden Dienste anbieten, die mir in meiner Spielerzeit gefehlt haben. Unsere Athleten werden enger betreut, erhalten juristischen und steuerrechtlichen Beistand", berichtete Ronaldo, der auch über eine politische Karriere nachdenkt, um die Rechte der Fußballer zu verbessern.

Batista neuer Trainer bei Santos: Der brasilianische Traditionsklub FC Santos hat nach knapp zweimonatiger Suche einen neuen Trainer gefunden. Adilson Batista wird den Pele-Klub jedoch erst im neuen Jahr übernehmen und soll den Pokalsieger im Libertadores-Cup zum Titel führen. Der 42-Jährige war im vergangenen Jahr mit Cruzeiro Belo Horizonte in Südamerikas Königsklasse erst im Finale gescheitert.

Santos hatte am 22. September trotz des Pokaltriumphs kurz zuvor Erfolgscoach Dorival Junior nach einem Streit mit Superstar Neymar geschasst. Seitdem betreut Interimstrainer Marcelo Martelotte das Team. Batista, mit Gremio Porto Alegre 1995 als Kapitän Libertadores-Cup-Sieger, war in diesem Jahr bei Cruzeiro nach über zwei Jahren Amtszeit entlassen worden und hatte danach noch ein erfolgloses Kurzgastspiel beim SC Corinthians aus Sao Paulo (17 Spiele) gegeben.

Eröffnungsspiel bei WM 2014 in Sao Paulo: Die größte Stadt Brasiliens soll weiterhin das Eröffnungsspiel der WM 2014 bekommen. "Wir sind sehr sicher, dass die WM-Eröffnung in Sao Paulo stattfinden wird", bekräftigte Ricardo Teixeira, Präsident des brasilianischen Fußball-Verbandes CBF, gemeinsam mit Gouverneur Alberto Goldman und Sao Paulos Bürgermeister Gilberto Kassab nach einem Treffen am Montag nochmals den Wunsch der Organisatoren, das erste WM-Spiel in Sao Paulo stattfinden zu lassen.

Zuvor hatte die Tageszeitung Estado de Sao Paulo berichtet, dass die Spitze des Weltverbandes FIFA in einer internen Sitzung mit Vertretern aus Südamerika der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo bereits den Zuschlag gegeben habe. Offen bleibt jedoch weiter, in welchem Stadion der WM-Auftakt stattfinden soll.

Nachdem das Morumbi-Stadion als größte Arena Sao Paulos aus der Wahl herausgefallen war, stehen derzeit zwei Modelle zur Diskussion. Der Klub Corinthians will ein vereinseigenes Stadion bauen und dieses während der WM zur Verfügung stellen. Geplant ist jedoch nur eine Kapazität für 48.000 Zuschauer. Die temporäre Aufrüstung auf die von der FFIA geforderten über 65.000 Plätze müsste durch öffentliche Mittel finanziert werden.

Falls es zu keiner Einigung käme, müsse ein komplett neues Stadionprojekt aus dem Boden gestampft werden. "Es liegt jetzt an Brasilien, eine Stadionlösung zu finden", erklärte Argentiniens Verbandspräsident Julio Grondona, der wie sein brasilianischer Kollege Ricardo Teixeira am Treffen mit FIFA-Präsident Joseph S. Blatter und FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke teilgenommen hatte.

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Buenos-Aires-Derby als Krisengipfel: Argentiniens größter Fußball-Klassiker verkommt acht Tage vor der 331. Auflage zum Krisengipfel. Während River Plate am Dienstag nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in Folge Trainer Angel Cappa vor die Tür setzte, bangt auch Claudio Borghi bei den Boca Juniors um seinen Job. Die titelverwöhnten Klubs aus Buenos Aires schauen derzeit der Konkurrenz hinterher.

Cappa saß nur 18 Mal auf der Bank der "Millonarios", die derzeit auf einem Relegations-Platz liegen. Der Rekordchampion mit 33 Titeln muss nun schon seinen vierten Trainer in diesem Jahr suchen. Als Kandidaten werden Americo Gallego, Weltmeister von 1978, und Marcelo Bielsa, der als Chiles Nationaltrainer zurückgetreten ist, genannt.

Da auch Boca schon 13 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Estudiantes de la Plata hat, fühlt sich Borghi, immerhin schon der vierte Trainer in diesem Jahr beim 23-maligen Meister, ebenfalls nicht mehr sicher. "Ich weiß nicht, ob ich gegen River noch Trainer bin", sagte der 46-Jährige und ergänzte: "Eine Woche ist im Fußball eine Ewigkeit."

Die argentinische Meisterschaft wird in zwei Runden ausgespielt, dem Torneo Apertura von August bis Dezember und dem Torneo Clausura in den Monaten Februar bis Juni. Bei der Abstiegsfrage wird ein Koeffizient aus allen Erstliga-Spielen der letzten drei Jahre herangezogen.

Jorginho bei Goias entlassen: Der frühere Bundesligaprofi Jorginho ist nach nur knapp zweieinhalb Monaten als Trainer des brasilianischen Erstligisten Goias EC wieder entlassen worden. In 20 Spielen unter seiner Regie gab es zehn Niederlagen, in der Tabelle liegt der Klub aus Goiania auf dem vorletzten Platz.

Für den früheren Profi von Bayer Leverkusen und Bayern München war es die erste Trainerstation bei einem Erstligisten. Zwischen 2005 und 2006 stand der 46-Jährige beim unterklassigen America FC aus Rio de Janeiro auf der Kommandobrücke, ehe er nach der WM 2006 unter der Regie von Dunga bis zum Viertelfinal-Aus in Südafrika als Co-Trainer der Selecao fungierte.

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