Financial Fair Play wirft Schatten voraus

Nach UEFA-Drohung: Sparen statt shoppen

SID
Mittwoch, 01.09.2010 | 15:25 Uhr
Weltmeister David Villa ist mit 40 Millionen Euro der teuerste Transfer in diesem Jahr
© sid
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Nach dem Ende der Transferperiode wird deutlich: In Europas Top-Ligen wird gespart. Im Vergleich zum Vorjahr investierten die Vereine rund 40 Prozent weniger in Neuzugänge.

Sparen statt shoppen: Während sich das Bundesliga-Transferkarussell am Ende immer schneller drehte, ging die Wechselphase in den anderen europäischen Top-Ligen relativ unspektakulär zu Ende!

Einzig die Last-Minute-Transfers von Robinho zum AC Mailand und von Rafael van der Vaart zu Tottenham Hotspur sorgten für Aufsehen, konnten aber an der deutlichen Tendenz nichts ändern: Nachdem die ausländischen Klubs in den letzten Jahren mit Geld nur so um sich warfen, haben sich die meisten in diesem Sommer einen Sparzwang auferlegt.

Im Vergleich zum Vorjahr gaben die fünf großen Ligen in England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich bis zu 40 Prozent weniger für Neuzugänge aus. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte. Das Unternehmen sieht den Grund dafür im Kampf der Europäischen Fußball-Union UEFA gegen die Schuldenmacher. "Die Klubs sind sichtlich bestrebt, ihre Bilanzen auszugleichen. Vielleicht haben die Maßnahmen der UEFA bei der finanziellen Zurückhaltung geholfen", sagte Paul Rawnsley von Deloitte.

Financial Fair Play ab der Saison 2012/2013

Denn ab der Saison 2012/2013 soll das sogenannte Financial Fair Play nach einer Übergangsfrist greifen. Innerhalb von drei Jahren dürfen Klubs maximal 45 Millionen Euro Verluste schreiben. Ansonsten droht im Extremfall der Ausschluss von den Europacup-Wettbewerben.

Selbst die englischen Klubs scheint dieses Horror-Szenario die Lust auf einen weiteren Kaufrausch genommen zu haben. Die Premier League ist zwar mit umgerechnet etwa 430 Millionen Euro Ausgaben erneut der Transferkrösus in Europa, doch ein Jahr zuvor hatte man auf der Insel noch 22 Prozent mehr investiert.

Manchester City unbeeindruckt vom Spartrend

Einzig bei Manchester City scheint das Geld nach wie vor locker zu sitzen. Mit insgesamt 150 Millionen Euro gaben die Citizens so viel aus wie fast alle Bundesligaklubs zusammen (158).

Neben dem Wechsel des Ex-Hamburgers Jerome Boateng (12,5 Millionen Euro) verschlangen auch die Transfers Yaya Toure (30 Mio./vom FC Barcelona), Mario Balotelli (29,5/Inter Mailand), David Silva (28,8/FC Valencia), Aleksandar Kolarov (22,7/Lazio Rom) und James Milner (22/Aston Villa) Millionensummen.

Der teuerste Transfer der Sommerpause wurde jedoch im Land des Welt- und Europameisters Spanien vollzogen. Für 40 Millionen Euro verpflichtete Meister FC Barcelona David Villa vom mit etwa 500 Millionen Euro verschuldeten FC Valencia. Um den Transfer teilweise zu refinanzieren, ließen sich die Katalanen mit dem AC Mailand sogar auf ein Leihgeschäft von Stürmer Zlatan Ibrahimovic ein.

Real Madrid bescheiden im Vergleich zum Vorjahr

Barcas Erzrivale Real Madrid übte sich dagegen mit Transferausgaben von insgesamt 75 Millionen Euro fast in Bescheidenheit, wenn man die 250-Millionen-Rekordinvestition aus dem Vorjahr betrachtet, als Cristiano Ronaldo und Kaka zum Rekordmeister wechselten.

Einen Titel gewannen sie aber nicht, weshalb der neue Trainer Jose Mourinho noch einmal Geld in die Hand nahm und unter anderem das deutsche Duo Mesut Özil und Sami Khedira für zusammen rund 32 Millionen Euro verpflichtete.

Große Erwartungen lasten auch auf den schmalen Schultern von Robinho, der das unglückliche Kapitel Manchester City endgültig abgehakt hat und in Mailand einen Neuanfang starten will.

"Ich bin sehr glücklich. Ich hoffe, mit Milan den Meistertitel zu gewinnen", sagte der brasilianische Nationalstürmer, der den zu Schalke 04 gewechselten Klaas-Jan Huntelaar ersetzen soll und 15 Millionen Euro kostete.

UEFA-Bann für Vuvuzelas

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