Tagebuch aus Windhoek, Teil I

Keine Spur vom Charity Diktator

SID
Mittwoch, 26.05.2010 | 14:27 Uhr
Das etwas andere Teamfoto: Die Global-United-Spieler mit den "Gegnern"
© spox
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Welttorhüter Lutz Pfannenstiel stellte den größten Sport-Event Namibias auf die Beine - und trommelte dafür zahlreiche Fußball-Stars zusammen. Mit einem Benefiz-Spiel in der namibischen Hauptstadt Windhoek wollen Pfannestiel und sein Projekt "Global United FC" auf die Gefahren des Klimawandels hinweisen. Ex-Bundesligaspieler Tony Sanneh ist mit dabei - und war dafür sogar 49 Stunden unterwegs.

2003 hatte Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt in der "Zeit" gefragt: "Wollen wir Deutschen auch noch Weltmeister im Jammern werden?" Mit sieben Jahren Verspätung antwortete ich: "Jaaaaaa!"

Ach, war die Anreise nach Namibia nicht ermüdend? Warum konnte ich während der 17-stündigen Reise von München über Frankfurt in die namibische Hauptstadt fast nicht schlafen? Und überhaupt: Ich bin müde...

Es war eine illustre Runde, die sich Montagabend im Frankfurter Flughafen einfand, um in die Air-Namibia-Maschine zu steigen: Stig Töfting saß schon am Gate, als ich ankam, Jens Nowotny, Marco Rehmer, Liverpool-Legende Stig Inge Björnebye  und die meisten anderen Fußball-Stars folgten kurz darauf, als Letzter trudelte auch Fredi Bobic ein.

Sie alle folgten der Einladung von "Welttorhüter" Lutz Pfannenstiel, der mit seinem Projekt "Global United FC" auf den Klimawandel aufmerksam machen will und dafür ein Benefiz-Spiel auf die Beine stellte.

Gspurning nickte mitfühlend

Non-stop-Flug mit "Air Namibia" nach Windhoek, gutes Essen, zwischendurch der überraschend kurzweilige Film "Der fantastische Mr. Fox" - aber ich zum österreichischen Nationaltorwart Michael Gspurning, der in meiner Nähe saß: "Boah, bin ich fertig."

Dabei misst Gspurning 1,97 Meter - und ist damit genau 23 Zentimer größer als ich und hatte demnach auch genau 23 Zentimeter weniger Beinfreiheit. Aber Lamentieren gehört zur Natur des Menschen und vor allem des Sportjournalisten, weswegen ich munter weiter von meinem Schlafdefizit erzählt habe. Gspurning nickte mitfühlend.

Als wir nach der Ankunft in Windhoek um 5 Uhr früh (Mein Schlaf!) am Gepäckband standen, sah ich erst, dass auch der ehemalige Berliner Tony Sanneh im Flieger saß. Bestens gelaunt erzählte er davon, wie er von Pfannenstiel gefragt wurde und sofort zusagte. Dass er bereits am Wochenende an einem Charity-Game im texanischen El Paso teilnahm und jetzt seit 49 Stunden nicht geschlafen hat.

Moment: Seit 49 Stunden?

Bloß kein Ute Ohoven

"Ich bin von El Paso nach Dallas geflogen, von dort weiter in meine Heimatstadt Minneapolis, wo ich fünf Stunden Wartezeit hatte. Dann ging es über Chicago und Frankfurt, jetzt stehe ich vor dir", sagt Sanneh lachend - und mir fällt plötzlich auf, wie positiv die Stimmung nicht nur bei Sanneh, sondern bei allen anderen ist. Verzogen? Verwöhnt? Nope.

"Warum sollte ich schlecht drauf sein? Es ist mir ein großes Anliegen, gegen die globale Erderwärmung zu kämpfen und den Leuten in Namibia zu zeigen, dass ich mich auch für deren Belange interessiere. Von daher nehme ich die Strapaze gerne auf mich", sagt Sanneh und erinnert dabei so gar nicht an solch gutmenschige Menschen wie Ute "Charity-Diktator" Ohoven. Erfrischend.

Größter Sport-Event Namibias

Wenig später begannn der erste von dreieinhalb Tagen in Windhoek. Kein Schlaf? Egal. Erst ging es mit dem Bus vom Flughafen in die 45 Kilometer entfernte Downtown von Windhoek, die Spieler checkten in ihren Hotels ein, wenig später versammelten sich alle zur Pressekonferenz, unter anderem anwesend waren das "ZDF", mehrere afrikanische TV-Sender und natürlich SPOX.

Die Aufmerksamkeit war entsprechend der Bedeutung der Partie für Namibia groß, immerhin ist das am Mittwochabend stattfindende Promi-Spiel das größte Sport-Ereignis in der Geschichte des erst seit 1990 unabhängigen Landes. Eigens für den Event wurde sogar eine Briefmarken-Kollektion herausgegeben.

Mittags wurde der Tross nach dem offiziellen Foto-Shooting vom "Hofbräuhaus Namibias" zum Lunch eingeladen (Für mich gab es leckeres Zebra-Steak, Martin Driller entschied sich für die Grill-Platte mit Zebra, Krokodil und Strauß), danach stand eine Autogramm-Session - und ein besonderes Training an.

Training im Ghetto

Zusammen mit Pfannenstiel, Bobic, Rehmer und Silvio Meißner fuhren wir spontan nach Katutura, in das Ghetto von Windhoek. Auf einem Asphalt-Platz mit zwei zusammen gezimmerten Toren spielten die ehemaligen Profis bei Sonnenuntergang gegen die dort wohnenden Jugendlichen und verloren 1:4.

Klingt zugegeben wie eine abgeschmackte PR-Aktion - doch alles war authentisch. Alleine dadurch erkennbar, dass die Fußballer dem wachsamen und grimmig schauenden Head of Security (Typ Jack Bauer) explizit darum gebeten haben, nicht mitzukommen, weil sie so "pur" wie möglich Windhoek erleben wollten.

Sannehs Avatar-Ärger

Zum Abendessen fand sich die Gruppe wieder im Team-Hotel ein - und auf einmal war auch Sanneh wieder dabei, der sich für sein verdientes Nickerchen kurz abgeseilt hatte.

Letzter Versuch von mir: "Tony, es kann doch nicht sein, dass du alles so positiv siehst. Irgendwas musste dich doch genervt haben? Wie stehen ich im Vergleich zu dir denn da?"

"Das einzige richtige Nervige war, dass vom Flug aus Chicago nach Frankfurt 'Avatar' gezeigt wurde. Ich hatte mich darauf gefreut, weil ich ihn unbedingt sehen wollte - und dann stoppt die Flugzeug-Crew den Film einfach 20 Minuten vor dem Ende. Einfach so!", sagt er - natürlich mit einem Grinsen im Gesicht.

Mehr Infos zu Global United FC? Hier geht's zur Website von Lutz Pfannenstiel

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